Oberer Muschelkalk


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Trochitenkalk mit Stielgliedern von Encrinus liliiformis aus der Umgebung von Crailsheim

Der Obere Muschelkalk ist eine lithostratigraphische Untergruppe des Muschelkalks der Germanischen Trias. Die lithostratigraphische Einheit wird von der Mittleren Muschelkalk-Untergruppe unterlagert und vom Keuper überlagert. Die Ablagerungen des Oberen Muschelkalks dokumentieren vollmarine Verhältnisse und Verbindungen zum Tethys-Ozean. In den östlichen Randbereichen wurden kalkreiche Sandsteine sedimentiert.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Untergrenze des Oberen Muschelkalks ist durch das Einsetzen der Trochitenkalk-Formation definiert. Die Obergrenze bildet das Einsetzen der Erfurt-Formation, deren Untergrenze durch das Grenzbonebed definiert ist. Die Untergrenze des Oberen Muschelkalk wird biostratigraphisch in das Obere Anisium, die Obergrenze liegt im unteren Ladinium. Allerdings ist die (Unter-)Grenze der internationalen chronostratigraphische Stufe des Ladiniums noch nicht endgültig festgelegt worden. Dies korreliert in der Geochronologie mit dem Zeitraum von 238,5 bis 235 Millionen Jahren.

Gliederung

Der Obere Muschelkalk wird in Deutschland in neun lithostratigraphische Formationen gegliedert. Die neun Formationen liegen jedoch meist nicht aufeinander, sondern vertreten sich regional:

  • Trochitenkalk-Formation,
  • Meißner-Formation,
  • Warburg-Formation,
  • Quaderkalk-Formation,
  • Rottweil-Formation
  • Schengen-Formation
  • Irrel-Formation
  • Gilsdorf-Formation
  • Grafenwöhr-Formation, kieselige, feldspatreiche oder karbonatische Quarzsandsteine am östlichen Beckenrand. Sie zieht sich vom Mittleren Muschelkalk bis in den Unterkeuper.

Ablagerungsraum

Die Gesteine des Oberen Muschelkalk enthalten eine arten- und individuenreiche Fauna, die ein vollmarine Bedingungen anzeigen. Lediglich die Rottweil-Formation, die am Top des Oberen Muschelkalks und nur am südlichen Beckenrand ausgebildet ist, enthält Algenlaminite und Faunen, die wieder euryhaline Bedingungen anzeigen, d.h. dass die Faunen sehr tolerant gegen Salzgehaltschwankungen waren. Irrel- und Gilsdorf-Formation bezeichnen Gesteine des westlichen Beckenrandes. Die Schengen-Formation und Quaderkalk-Formation sind Gesteine der Siercker Schwelle (Saarland) und einer Schwelle in Franken.

Literatur

  • Manfred Menning, Reinhard Gast, Hans Hagdorn, Karl-Christian Käding, Theo Simon, Michael Szurlies und Edgar Nitsch: Zeitskala für Perm und Trias in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002, zyklostratigraphische Kalibrierung der höheren Dyas und Germanischen Trias und das Alter der Stufen Roadium bis Rhaetium 2005. Newsletters on Stratigraphy, 41(1-3): 173-210, Stuttgart 2005 ISSN 0078-0421
  • Hans Hagdorn und Theo Simon: Der Muschelkalk in der Stratigraphischen Tabelle von Deutschland 2002. Newsletters on Stratigraphy, 41(1-3): 129-142, Stuttgart 2005 ISSN 0078-0421
  • Norbert Hauschke & Volker Wilde (Hrsg.): Trias Eine ganze andere Welt Mitteleuropa im frühen Erdmittelalter. 647 S., Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 1999 ISBN 3-931516-55-5

Weblinks







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