
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Schwaben | |
| Landkreis: | Oberallgäu | |
| Höhe: | 815 m ü. NN | |
| Fläche: | 229,74 km² | |
| Einwohner: | 10.016 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 44 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 87561 | |
| Vorwahl: | 08322 | |
| Kfz-Kennzeichen: | OA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 7 80 133 | |
| Adresse der Marktverwaltung: | Markt Oberstdorf Prinzregentenplatz 1 87561 Oberstdorf |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Laurent Mies (Freie Wähler) | |
Oberstdorf ist eine Marktgemeinde im schwäbischen Landkreis Oberallgäu.
Der Markt ist die südlichste Gemeinde Deutschlands und daher Mitglied im Zipfelbund. Mit einer Ausdehnung von 230 km² ist Oberstdorf nach der Landeshauptstadt München und Lenggries flächenmäßig die drittgrößte Gemeinde im Freistaat Bayern. 17 km südwestlich des Ortskerns liegt das Haldenwanger Eck, die südlichste Stelle Deutschlands.
Oberstdorf liegt in den Allgäuer Alpen und ist heilklimatischer Kurort und Kneippkurort. Außerdem dient es mit seinen alpinen Skigebieten am Nebelhorn, dem Söllereck und dem Fellhorn/Kanzelwand, den Langlaufloipen, dem Eisstadion und auch den Skisprungschanzen und der Skiflugschanze als Wintersportplatz und ist zudem ein beliebtes Ziel für Bergsteiger.
Inhaltsverzeichnis |
Unweit von Tiefenbach liegt der Eingang zur Breitachklamm.
Von Oberstdorf aus lassen sich eine Reihe Hochtäler erreichen, die nicht nur selbst landschaftlich sehr attraktiv sind, sondern auch meist am Anfang einer ausgedehnten Bergwanderung stehen. Die Liste führt die großen Täler mit ihren Nebentälern auf.
Oytal und Dietersbachertal werden durch Höfats und Rauheck getrennt. Gerstruben, Deutschlands höchstgelegenes Dorf, liegt am Beginn des Dietersbachertals.
Das Rappenalptal ist das längste der Täler und führt an Deutschlands südlichstem Ort Einödsbach vorbei in die Nähe des Haldenwanger Ecks, dem südlichsten Punkt Deutschlands. Am Ende des Tals führt der Schrofenpass nach Österreich.
Oberstdorf wurde erstmals 1141 urkundlich erwähnt und erhielt 1495 das Marktrecht von Kaiser Maximilian I.. 1619 wurde das Rathaus errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg litt der Ort unter schwedischer Soldateska, die ihn mehrfach, so 1632, 1634 und letztmals 1647, plünderte. Etwa 700 Menschen starben 1634/1635 am Schwarzen Tod.
Im Jahr 1742 wurde der letzte Bär im Oytal erlegt. 1787 bauten die Oberstdorfer ihr erstes Schulhaus. Am 5. Mai und am 6. Mai 1865 wütete eine Feuersbrunst, der 146 Häuser zum Opfer fallen. Zwei Drittel des Gebäudebestandes wurden vernichtet. Das Rathaus musste neu gebaut werden. 1885 fanden sich schon 2.353 Kurgäste im Ort ein. Die Eisenbahnverbindung Sonthofen-Oberstdorf wurde 1888 in Betrieb genommen. Der Fremdenverkehr wurde bedeutsamer Wirtschaftsfaktor.
Die Breitachklamm öffnete 1905 für Besucher. Die Schattenbergschanze erlebte 1926 ihr erstes Skispringen mit 35 Meter längster gemessener Weite. Die Nebelhornbahn transportiert seit 1930 Besucher in die Alpenwelt. Im Jahre 1937 wurde die Gemeinde heilklimatischer Kurort und seit 1964 ist sie ein leistungsfähiger Kneippkurort.
1950 wurde auf dem Berg Söllereck die Söllereckbahn gebaut. Im selben Jahr fand die erste Skiflugwoche auf der neuen Skiflugschanze statt.
1972 wurden die Gemeinde Tiefenbach und die Orte Schöllang, Reichenbach und Rubi der ehemaligen Gemeinde Schöllang eingemeindet. Die Fellhornbahn nahm ihren Betrieb auf. Ferner wurde der Bau der Heini-Klopfer-Skiflugschanze begonnen. Ein Jahr später fanden die ersten Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf statt. 1988 und 2008 kamen die Skiflieger erneut nach Oberstdorf.
1992 wurde das Ortszentrum für den Autoverkehr gesperrt. Mit dem Pkw Anreisende können rund 1.000 Parkplätze am Ortseingang nutzen und mit einer Buslinie in die Ortsmitte gelangen. Eine Fußgängerzone umfasst große Teile des Dorfzentrums, die restlichen Bereiche sind großteils verkehrsberuhigt.
In der Reformationszeit fand die Bewegung der Wiedertäufer in Oberstdorf ein starkes Echo. Allerdings wurde die Bewegung stark verfolgt, der Besitz der Täufer wurde eingezogen. Über Jahrhunderte wurden Protestanten nicht mehr geduldet. Oberstdorf blieb römisch-katholisch.
Erst im Jahre 1873 wurde in Oberstdorf ein erster evangelischer Gottesdienst für Kurgäste gehalten. 1905 wurde der Grundstein für die evangelisch-lutherische Kirche, der heutigen Christuskirche gelegt. Seit 1942 besteht in Oberstdorf eine eigenständige Pfarrei der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern. Die umliegenden Orte sind der evangelischen Kirchengemeinde zum Teil angeschlossen. [1]
Zur evangelischen Christuskirchengemeinde Oberstdorf gehört heute auch die selbstständige Pfarrei Fischen im Allgäu sowie das Pfarrvikariat Kleinwalsertal und damit ein ausgedehntes Diasporagebiet. Die Kirchengemeinde Oberstdorf selbst hat 1500 Gemeindeglieder mit Erstwohnsitz und 700 mit Zweitwohnsitz. Ein Gemeindepfarrer und ein Gästeseelsorger kümmern sich - in ökumenischer Zusammenarbeit - auch um die zahlreichen Berggottesdienste während der Wandersaison auf den umliegenden Gipfeln. [2]
Mit 17.000 Betten und 2,5 Millionen Übernachtungen im Jahr gehört der Ort zu den Tourismus-Magneten in Deutschland. Hierzu tragen 200 Kilometer Wanderwege, 85 Kilometer Loipen, 20 Skilifte an Fellhorn, Nebelhorn und Söllereck sowie 44 Kilometer alpine Abfahrtsstrecken bei. Etwa 75 Prozent des Gemeindegebietes stehen unter Naturschutz.
Oberstdorf verfügt über zwei Pendelbahnen, die Fellhornbahn und die Nebelhornbahn, die an den Startpunkt des Hindelanger Klettersteigs fährt, sowie zwei Umlaufkabinenbahnen, die Fellhornbahn II und die Söllereckbahn. Aufgrund seiner grenznahen Lage ist Oberstdorf Ausgangspunkt zu zahlreichen Zwei-Länder-Bergtouren zwischen Deutschland und Österreich.
Von Oberstdorf her besteht die einzige Zufahrtsmöglichkeit mit dem Auto in das österreichische Nachbartal, das Kleinwalsertal.
Der Bahnhof Oberstdorf ist als Kopfbahnhof Endpunkt der eingleisigen und nicht elektrifizierten Eisenbahnstrecke Immenstadt – Sonthofen – Fischen im Allgäu – Oberstdorf. Er wurde von der Allianz pro Schiene als bester Kleinstadtbahnhof des Jahres 2006 ausgezeichnet.
Dem Sport, speziell dem Wintersport, kommt in Oberstdorf eine besondere Bedeutung zu. Durch ein dort angesiedeltes Eissportzentrum mit Olympiastützpunkt und Sportinternat werden die Sportarten, Curling, Eiskunstlauf, Skilanglauf, Skisprung gefördert. Der zweimalige deutsche Meister im Eiskunstlauf von 2001 und 2003 Silvio Smalun und die Curling-Europameister 2002 und 2004 um Skip Sebastian Stock trainieren dort.
Alljährlich findet in Oberstdorf der Auftakt für die Vierschanzentournee im Skispringen statt. Den Wettbewerb gibt es seit 1953. Damals war Oberstdorf jedoch zweite Station nach Garmisch-Partenkirchen.
gab es 1950, 1951, 1952, 1955, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1976, 1979.
Oberstdorf ist einer der wenigen Orte weltweit, die Wettbewerbe im Skifliegen ausrichten können. Ausgetragen werden die Wettkämpfe auf der Heini-Klopfer-Skiflugschanze. In den Jahren 1984, 1992, 1995, 1998, 2001, 2004 und 2007 richtete Oberstdorf jeweils den Skiflug-Weltcup aus. Februar 2008 war der Ort nach 1973, 1981, 1988 und 1998 bereits zum fünften Mal Veranstaltungsort der Skiflug-Weltmeisterschaften.
Oberstdorf war Austragungsort der Nordischen Skiweltmeisterschaften von 1987 und 2005. Derzeit bewirbt sich Oberstorf erneut für eine FIS Nordische Ski-WM im Jahr 2013.
Der europäische Fernwanderweg E5 führt durch Oberstdorf. Die erste Alpenüberquerung mit einem Mountainbike durch Andreas Heckmair startete hier und ist seit dem ein beliebter Einstieg für einen Transalp (siehe Heckmair-Route).
Das Wilde Mändle ist eine Symbolfigur aus dem Wilde-Mändles-Tanz. Dies ist ein über 2000 Jahre alter Tanz aus der Keltenzeit und gilt als ältester Kulttanz der Alpenländer. Allein noch in Oberstdorf hat sich der Tanz erhalten und wird dort alle 5 Jahre aufgeführt.
Bekannt ist auch das Klausentreiben, ein Brauch am Nikolausabend jeden Jahres.
Es besteht eine Städtepartnerschaft mit dem französischen Dorf Megève in Hochsavoyen. Es ist genau wie Oberstdorf ein Fremdenverkehrsdorf mit viel Ski- und Wandertourismus.
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