Ottakringer Friedhof


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Der Ottakringer Friedhof ist ein Friedhof im 16. Wiener Gemeindebezirk Ottakring.

Grabreihen am Ottakringer Friedhof

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Ottakringer Friedhof liegt im Westen des Bezirks Ottakring am Gallitzinberg (Gallitzinstraße 5). Er befindet sich inmitten eines locker verbauten Wohngebiets zwischen Johann Staud-Straße und Gallitzinstraße. Wiens sechstgrößter Friedhof umfasst eine Fläche von 173.461 m² und derzeit rund 28.000 Grabstellen.[1]

Geschichte

Der erste 1230 urkundlich erwähnte Friedhof in Ottakring befand sich ungefähr bei der Friedhofskirche St. Lambert.

Denkmal für die Opfer der Teuerungsrevolte vom 17. September 1911

Um 1800 waren am Ottakringer Friedhof kaum Grabgebühren zu entrichten. Dadurch kam es rasch zu Überbelegungen. Nach 1835 wurde der Friedhof mehr als 15-mal vergrößert. Durch das rasche Wachstum Ottakrings Ende des 19. Jahrhunderts – lebten 1869 noch 31.383 Menschen hier, wohnten 1910 in Ottakring bereits 177.687 Menschen – wurde er der damals bevölkerungsreichste Bezirk Wiens. Trotz Einführung von höheren Tarifen für Auswärtige musste die Beisetzung von Ortsfremden verboten werden. Während des Zweiten Weltkrieges konnten wegen Vollbelages des Friedhofes überhaupt keine neuen Gräber vergeben werden. Erst danach entspannte sich die Situation, die Platznot gehört heute der Vergangenheit an. Der Friedhof bietet Grabstellen für Wiener jeglicher Herkunft und Religionszugehörigkeit.[1]

Der Friedhof beherbergt den ersten Urnenhain Wiens. Ein Denkmal erinnert an die Opfer der Teuerungsrevolte vom 17. September 1911.

Die Beerdigung des populären Arbeiterführers Franz Schuhmeier am Ottakringer Friedhof vom 16. Februar 1913 war Wiens bis dahin größte Demonstration. Es nahmen – die Angaben schwanken – bis zu einer halben Million Trauergäste teil.[2]

Grab von Franz Schuhmeier

Hier befinden sich auch die Gräber vieler Opfer der Februarkämpfe des Jahres 1934. Der Friedhof ist geprägt von langen Alleen mit dunklen hohen Stelen der reichen Gewerbetreibenden aus Alt-Ottakring.

Bekannte bestattete Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. a b Ottakringer Friedhof Magistratsabteilung 43
  2. Wolfgang Maderthaner, Lutz Musner: Die Anarchie der Vorstadt. Das andere Wien um 1900. Campus-Verlag. Frankfurt am Main 1999. S. 176-178. ISBN 3-593-36334-8

Literatur

  • Werner T. Bauer, Katharina Gossow (Fotos): Wiener Friedhofsführer. Genaue Beschreibung sämtlicher Begräbnisstätten nebst einer Geschichte des Wiener Bestattungswesens. Falter Verlag. Wien 2004. ISBN 3-85439-335-0

Weblinks

Koordinaten: 48° 12' 48.1" N, 16° 17' 47.1" O







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