
|
|
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Penzlin (Begriffsklärung) aufgeführt. |
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
|
||
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Müritz | |
| Amt: | Penzliner Land | |
| Höhe: | 48 m ü. NN | |
| Fläche: | 43,93 km² | |
| Einwohner: | 2907 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 66 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 17217 | |
| Vorwahl: | 03962 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MÜR | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 56 053 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Warener Chaussee 55a 17217 Penzlin |
|
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Sven Flechner (parteilos) | |
| Lage der Stadt Penzlin im Landkreis Müritz | ||
Penzlin ist eine kleine Stadt im Landkreis Müritz in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Die Stadt ist Sitz der Verwaltung des Amtes Penzliner Land, dem weitere elf Gemeinden angehören.
Inhaltsverzeichnis |
Die Stadt liegt am östlichen Rand des Müritz-Nationalparkes, etwa 20 Kilometer östlich von Waren (Müritz) und 110 Kilometer nördlich von Berlin. Der Große Stadtsee im Südosten Penzlins, ein See der Mecklenburger Seenplatte, ist wie die anderen Seen der Seenplatte ein Produkt der letzten Eisvorstöße der Weichseleiszeit, zwischen den Endmoränenzügen des Pommerschen (Nordosten) und des Frankfurter Stadiums (Südwesten).
Ortsteile:
Die Stadt Penzlin ging aus einer slawischen Siedlung hervor. Am Penzliner Stadtsee befindet sich eine noch heute sichtbare slawische Wehranlage aus dem 7. bis 13. Jahrhundert.
Der Ort wird zuerst um 1170 mit dem altpolabischen Personennamen „Pacelin“ erwähnt in der (verfälschten) Bestätigungsurkunde des Klosters Broda. Im 13. Jahrhundert heißt er zunächst Pancilin, dann Pentzelyn und 1263 schließlich Pentzelin.
Der deutschrechtliche Ort muss vor 1226 gegründet sein. Im Jahr 1263 bestätigt Fürst Nikolaus I. von Werle den „cives“ von Penzlin die Privilegien, die sein Vater Heinrich Borwin II. ihnen gegeben hatte. Seit 1263 ist Penzlin Stadt, bewidmet mit Schweriner Recht. In dieser Zeit wird die Alte Burg gebaut. Spätestens seit 1274 war Penzlin Sitz eines landesherrlichen Vogtes.
Im Jahr 1291 wurde Heinrich I. von Werle von seinen Söhnen ermordet, und einer der beiden (Heinrich II.) verschanzte sich in Penzlin bis 1300. Seit 1316 gehörte der Ort zur Herrschaft Werle-Güstrow.
Im 14. Jahrhundert wird die gotische Backsteinkirche St. Nikolai gebaut. Die Fürsten verpfändeten die Stadt erstmals 1414 an die Herren von Maltzahn. Waren die Bürger der Stadt und die Bewohner des Landes Penzlin bis 1436 im Wesentlichen den Herren von Werle untertan (Werle fiel 1436 an Mecklenburg), begann ab 1414 die mit wenigen Unterbrechungen über 500 Jahre währende Ansässigkeit des Rittergeschlechts von Maltzan auf der Burg Penzlin. Seit 1777 waren die Rechte als Stadtherren aber stark eingeschränkt. Noch vor dem Dreißigjährigen Krieg werden 1560 in der Burg der Hexenkeller eingerichtet und in Penzlin und wie in anderen Orten Mecklenburgs zumeist Frauen als Hexen verfolgt, gefoltert und ermordet. Mehrere Brände wüteten in der Stadt. 1558 brannte Penzlin vollständig ab.
1725 verschonte ein Stadtbrand nur zwei Häuser von 150. Auch der hohe, schlanke Kirchturm fiel den Flammen zum Opfer.
Seit 1752 wohnte der 1751 bei Waren geborene spätere Dichter Johann Heinrich Voß in Penzlin und besuchte die Klippschule und 1759 die Stadtschule des Ortes. Er blieb dem Ort verbunden und schrieb 1826: „In Penzlin war es, wo ich zuerst Vater und Mutter lallte und die ersten Eindrücke der Kindheit empfing; ein artiges Städtchen auf einer Anhöhe mit alter Mauer, bebuschten Wall und einer verfallenden Burg; ein weites, sanfthügeliges Stadtgebiet von betriebsamsten Grund; Waldungen von Eichen und Buchen, fischreiche Seen durch Wiesenbäche zusammenfließend; umher eine Menge adliger Güter, die dort absetzten und einkauften; eine durch Fleiß und Verkehr wohlhabende und mutige Bürgerschaft von einfachen Sitten.“
1833 wurde der mühsam erworbene Wohlstand der Stadt bei einem Brand vernichtet. 116 Scheunen brannten nieder. Von 1879 bis 1889 war der spätere Burgenforscher Otto Piper Bürgermeister von Penzlin. Sein Hauptwerk Burgenkunde ist ein Standardwerke der deutschsprachigen Burgenforschung. 1885 erfolgte der Anschluss Penzlins an das Eisenbahnnetz der Mecklenburgischen Südbahn auf der Strecke Neubrandenburg-Parchim. Im Zuge von Reparationsleistungen wurde die Strecke 1945/46 abgebaut.
Durch die Novemberrevolution 1918 verloren die Maltzans die letzten Rechte gegenüber den Bürgern der Stadt, die Gerichtsbarkeit sowie das Patronatsrecht über Kirche und Schule. Penzlin war eine kleine Landstadt. Neben Handel, Handwerk oder Gewerbe betrieben die Bürger meist noch eine kleine Landwirtschaft.
Im Dezember 1945 verhaftete die sowjetische Geheimpolizei NKWD neun Jugendliche wegen angeblicher Zugehörigkeit zum „Werwolf“. Ein sowjetisches Militärtribunal verurteilte zwei zu Todesstrafen, sieben zu Haft zwischen 10 und 25 Jahren. Bei der Beerdigung eines der Opfer 1950 geriet die Trauerfeier mit 300 Teilnehmern aus Penzlin zu einer Demonstration gegen die gerade gegründete DDR. Seither durften in der DDR in Haft Gestorbene nicht mehr öffentlich beerdigt werden. [1]
1989 nahmen viele Bürger an den Montagsdemonstrationen in Penzlin teil und kämpften somit im „Kleinen“ für die Wende zu einer demokratischen Neuordnung in Deutschland.
1991 wurde Penzlin - ungewöhnlich für eine so kleine Stadt - Modellstadt der Städtebauförderung in den neuen Ländern. In der Folgezeit wurde mit der Sanierung des Burgbereichs und des historischen Stadtkerns begonnen.
Seit Juli 2008 gehört nach Eingemeindung das Dorf Alt Rehse mit Wustrow zur Stadt.
|
|
Das Stadtparlament setzt sich zusammen aus 13 ehrenamtlichen Abgeordneten. Sechs von der CDU (44,51 % bei den letzten Kommunalwahlen 2004), drei von der FDP (26,54 %) und jeweils zwei von Linkspartei (17,54 %) und SPD (11,44 %).
Bei der Landtagswahl am 17. September 2006 wurde auch der Bürgermeister in Penzlin neu gewählt. Es stellte sich nur der parteilose Amtsinhaber Sven Flechner zur Wahl. Er wurde mit 90,2 % der abgegebenen Stimmen für die nächsten sieben Jahre in seinem Amt als Bürgermeister der Stadt Penzlin und Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Penzliner Land bestätigt.
Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 91 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „Gespalten, vorn in Gold am Spalt ein halber schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, ausgeschlagener roter Zunge und einer halben goldenen Lilie auf dem Kopf, hinten neunmal von Rot und Silber geteilt.“
Das Wappen wurde 1995 neu gezeichnet.
Die Flagge der Stadt Penzlin ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Rot und Gold (Gelb) gestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils ein Drittel der Länge der beiden Querstreifen übergreifend, das Wappen der Stadt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.
Die Stadtverwaltung von Penzlin hat einen hauptamtlichen Bürgermeister an der Spitze der Verwaltung. Sie übernimmt gleichzeitig als geschäftsführende Gemeinde des Amtes Penzliner Land die Verwaltung der zugehörigen Gemeinden. Der Bürgermeister der Stadt Penzlin ist in Realunion der Leitende Verwaltungsbeamte der Amtsverwaltung des Amtes Penzliner Land. Auch vor dem Zusammenschluss des Amtes Möllenhagen mit dem Amt Penzlin war die Stadt geschäftsführende Gemeinde des damaligen Amtes Penzlin.
Die Pfarrkirche St. Nikolai ist eine dreischiffige Hallenkirche aus Backsteinen mit vier Jochen und einem quadratischen Westturm mit Seitenhallen und einer Portalvorhalle. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert, die Südkapelle (frühgotisch) wohl aus dem 13. Jahrhundert. Der Turm wurde 1725 bis zur Firsthöhe des Langhauses abgetragen. 1877 wurde die Kirche eingreifend restauriert.
Der Bau der Alten Burg erfolgte im 13. Jahrhundert, der Hexenkeller folgte 1560. Sie war Nebenresidenz der Fürsten von Werle und ab 1501 Stammsitz der Familie von Maltzan. Die Burg war seit dem 18. Jahrhundert zum Teil unbewohnbar und ist seit 1941 im Besitz der Stadt. Die Sanierung der erhaltenen Reste der Burg erfolgte ab 1991. Heute befindet sich das Museum in der Burg.
Das Penzliner Museum zeigt die Geschichte der Hexenverfolgung in Mecklenburg. Es ist in der Alten Burg untergebracht. Dort finden regelmäßig ein mittelalterliches Burgfest (am vorletzten Wochenende im August), die Walpurgisnacht und andere Feste statt.
Bei dem slawischen Burgwall am Penzliner Stadtsee handelt es sich um eine kleinere Anlage, die durch gewaltige Wälle geschützt ist. Sie stammt aus dem 10. bis 12. Jahrhundert, wurde aber auch noch in der frühdeutschen Zeit weiter genutzt. Die Anlage wurde auf einer Halbinsel im See errichtet und zusätzlich durch einen breiten Graben zum Festland hin geschützt. Dieser Graben ist in vegetationsarmen Jahreszeiten gut zu sehen. Die Wehranlage ist ungefähr 40 Meter breit und 70 Meter lang und hat einen ovalen Grundriss. Sie hat zwei größere Tore, eines in Seerichtung und eines in Richtung Penzlin. Ein weiterer Burgwall, der Grapenwerder, befindet sich im Norden der Stadt. Dieser Wall ist kreisförmig, hat einen Durchmesser von etwa 160 Metern und erhebt sich 60 m ü. NHN.
Penzlin ist in der Region bekannt für seine große musikalische Vielfalt, die sich vor allem in einigen Chören und vielen Musikgruppen/Bands zeigt.
Es gibt drei Chöre, die als eingetragene Vereine existieren und einige weitere, ohne diesen Rahmen. Der Penzliner Männerchor ist der älteste Chor Penzlins mit dem Gründungsjahr 1907 und bekam 2008 beim "Punschdörper Sängertreffen" durch einen Vertreter des mecklenburg-vorpommerschen Kultusministeriums die Zelter-Plakette verliehen. Der Frauenchor Penzlin ist 1977 gegründet worden, der gemischte Kirchenchor 1987. Weiterhin gibt es noch den Chor der Regionalen Schule, des AWO-Kindergartens und der Kinderchor der evangelischen Kirchgemeinde. Neben der Blaskapelle Penzlin, gegründet 1971, existieren noch ein gutes Dutzend weiterer Musikgruppen/Bands.
Die Stadt Penzlin ist direkt an zwei Bundesstraßen angeschlossen: Die B 192 als Verbindung nach Westen, Richtung Waren (Müritz), und nach Neubrandenburg im Osten. Die B 193 verbindet Penzlin nach Süden mit Neustrelitz. Die B 104 in Richtung Lübeck und polnische Grenze, ist über die Kreisstraße 21 (Richtung Norden) erreichbar.
Die Bundesautobahn 20 ist über die B 192 Richtung Neubrandenburg zu erreichen, über Waren (Müritz) die A 19.
Weitere Kreisstraßen, erschließen die umliegenden Ortsteile Penzlins und die anderen Gemeinden des Amtes Penzliner Land. Die Kreisstraße 10 verbindet Penzlin über Groß Vielen, Ankershagen und Wendorf mit Schloen und Klein Plasten. Über die Ortsteile Lübkow, Siehdichum und Alt Rehse führt die Kreisstraße 20 nach Wulkenzin. Die schon erwähnte K 21 verbindet Penzlin über Rahnenfelde, Lapitz und Chemnitz mit der B 104.
Bis zum Zweiten Weltkrieg bestand ein Anschluss an das Schienennetz. Die Gleise der Mecklenburgischen Südbahn verbanden Penzlin mit Neubrandenburg und Waren (Müritz). Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Teile dieser Bahnlinie als Reparationszahlung demontiert. Zwischen Möllenhagen und Neubrandenburg wurde die Strecke nicht wieder aufgebaut. Der Bahndamm ist noch immer fast überall zu erkennen. Der Abschnitt von Möllenhagen nach Waren (Müritz) wird regelmäßig benutzt vom Betonwerk in Rethwisch, einem Ortsteil von Möllenhagen.
Der öffentliche Personennahverkehr besteht aus Busverbindungen nach Waren (Müritz), Neubrandenburg und Neustrelitz. Weiterhin existieren mehrere Linien, die die Dörfer des Amtsgebietes morgens und am frühen Nachmittag anfahren. Nach und von Neustrelitz gibt es fünf Fahrten nach dem Ping-Pong-Prinzip. Der Bus startet in Penzlin, hat einen kurzen Aufenthalt in Neustrelitz und fährt dann wieder zurück nach Penzlin. Etwa ein Dutzend Fahrten gibt es montags bis freitags in die Richtungen Waren (Müritz) und Neubrandenburg. Penzlin hat drei Haltestellen. Die westlichste ist in der Warener Chaussee, direkt vor der Amtsverwaltung (vor 2005 etwa 400 m südwestlicher gelegen), die zweite ist am Bahnhofsplatz, Penzlins Busbahnhof, die dritte am östlichen Ortsausgang in der Neubrandenburger Chaussee, gegenüber dem Friedhof.[2] Noch bis kurz nach der Wende gab es ein Busdepot der Personenverkehr GmbH Müritz in Penzlin.
Ein Teil der Stadt ist an ein Fernwärmenetz angeschlossen. Die Betreiberfirma ist eine GmbH, die sich zu 100% im Besitz der Stadt Penzlin befindet. Weiterhin wurde nach der Wende eine neue Kläranlage für Penzlin und einige umgebende Dörfer gebaut und die Stadt an das Gasnetz angeschlossen.
Die Regionale Schule "J. H. Voß" und die Grundschule Penzlin sind derzeit die einzigen öffentlichen Schulen in der Stadt. Die Regionale Schule ist ein Zusammenschluss aus der Haupt- und Realschule, die beide ebenfalls den Namen Voß trugen. Das Gymnasium ist mittlerweile geschlossen worden. Vor 1990 gab es eine POS, eine Sonderschule und eine EOS.
Die frühkindliche Betreuung wird durch mehrere Kindergärten / Kitas sichergestellt, die von der evangelischen Gemeinde und der AWO betrieben werden.
|
|
|
Alt Schwerin | Altenhof | Ankershagen | Bollewick | Buchholz | Bütow | Fincken | Fünfseen | Göhren-Lebbin | Gotthun | Grabow-Below | Grabowhöfe | Groß Dratow | Groß Flotow | Groß Gievitz | Groß Kelle | Groß Plasten | Groß Vielen | Hinrichshagen | Hohen Wangelin | Jabel | Jaebetz | Kambs | Kargow | Kieve | Klein Lukow | Klink | Klocksin | Krukow | Lansen-Schönau | Lapitz | Lärz | Leizen | Ludorf | Malchow | Mallin | Marihn | Massow | Melz | Möllenhagen | Mollenstorf | Moltzow | Neu Gaarz | Nossentiner Hütte | Penkow | Penzlin | Priborn | Puchow | Rechlin | Röbel/Müritz | Schloen | Schwarz | Schwinkendorf | Sietow | Silz | Stuer | Torgelow am See | Varchentin | Vielist | Vipperow | Vollrathsruhe | Walow | Waren (Müritz) | Wredenhagen | Zepkow | Zislow
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History