Der Plural (lat. plures = „mehrere“; Abk.: „Pl.“) bezeichnet in der Grammatik einen Numerus und repräsentiert die Mehrzahl. Alle Mengen, die in einer Sprache nicht durch einen niederwertigeren Numerus abgedeckt werden, fallen hierunter. Das Gegenteil des Plurals ist der Singular, die Einzahl.
Inhaltsverzeichnis |
Im Deutschen gibt es den Plural bei verschiedenen Wortarten, zum Beispiel beim Verb, beim Substantiv (Namenwort oder Hauptwort), beim Artikel (Geschlechtswort) und beim Pronomen (Fürwort).
Beim attributiven Adjektiv (Eigenschaftswort) tritt der Plural in Übereinklang mit dem entsprechenden Substantiv auf und wird entsprechend dekliniert:
Nicht dagegen beim prädikativen Adjektiv:
Dabei kann das Substantiv auch ausgelassen werden, wenn es sich aus dem Kontext ergibt:
Ein Adverb (Umstandswort) hat keinen Plural.
In der deutschen Sprache kongruieren aufeinander bezogene Phrasen oder einzelne Bestandteile innerhalb einer Phrase hinsichtlich des Numerus miteinander:
Falsch wäre z. B. „Du fahrt über den See.“, da das Verb hier in einem anderen Numerus steht als das zugehörige Subjekt.
Richtig ist z. B. „Du fährst über den See.“.
Zur Pluralbildung in der deutschen Sprache werden Pluralendungen und Umlaute verwendet. Es gibt folgende Möglichkeiten:
Bei Fremdwörtern gibt es weitere Möglichkeiten:
Grimm stellte fest, dass die Pluralbildung im Allgemeinen vom Genus des Wortes abhängig ist und meist
erhalten. Die Distribution der einzelnen Allomorphe ist aber morphologisch bedingt, d. h. es kann keine allgemeingültige Regel angegeben werden, mit der man aus dem Aussehen des Singulars auf den Plural schließen könnte. Nur die Wahl zwischen -n und -en ist phonetisch bedingt.
Weitere Beispiele
interessant ist hierbei:
Endungslos, also formengleich mit dem Singular, ist der Plural, wenn der Singular der Maskulina und Neutra auf -el, -en oder -er endet:
Feminina mit diesen Wortenden erhalten dagegen eine Pluralendung:
Feminina verhalten sich deshalb anders, weil der Plural bei ihnen nur durch die Endung und nicht, wie bei den Maskulina und Neutra, durch den Wechsel des Artikels ausgedrückt werden kann.
Es gibt Ausnahmen von diesen Regeln, besonders im Grundwortschatz:
Grimm rät bei vielen der Abweichungen auf ein ursprünglich anderes Geschlecht:
Manchmal existieren verschiedene Pluralformen eines Wortes, zum Beispiel
Dabei gibt es einen Bedeutungsunterschied in der hochdeutschen Sprache. "Die Worte" beziehen sich auf das Wort als Aussage, während "die Wörter" sich eher auf die grammatische Bedeutung von "Wort" beziehen.
Relativ häufig ist die Pluralbildung mit einem Umlaut:
Pluralformen mit s sind historisch eigentlich untypisch und für die deutsche Sprache relativ jung.
Heute stellt die „s-Endung“ einen Standard zur Plural-Bildung dar. Sie wird immer verwendet, wenn keine andere Möglichkeit vorhanden ist (unter anderem, wenn man das Wort nicht durch Analogie zu anderen Pluralformen einordnen kann), zum Beispiel auch bei Akronymen:
Viele Abkürzungen bleiben unverändert, dürfen jedoch durch ein „s“ verlängert werden:
Oft wird die „s-Endung“ bei Fremdwörtern verwendet:
Der s-Plural wird zudem für die Kennzeichnung von Gruppen durch Personennamen verwendet; Vergleiche:
aber:
Manche Wörter haben keinen Plural, man spricht hier von Singulariatantum.
Bei manchen nur im Plural vorhandenen Wörtern Pluraliatantum ist der Singular in der hochdeutschen Sprache verschwunden, kann aber in Dialekten noch vorhanden sein.
Bei einigen Wörtern kommt im Plural eine Bedeutungsverschiebung zum Ausdruck:
Früher wurde auch der Begriff innerer Plural verwendet, um ein Wort zu beschreiben, das rein formal im Singular auftritt, das semantisch aber eine Mehrzahl bezeichnet. Die heute übliche Bezeichnung ist Kollektivum:
Dabei ist meist eine unbestimmte Menge gemeint (Plural der unbestimmten Menge), die keine grammatische Mehrzahl hat. (Vergleichbare Formen werden aber auch von Verben gebildet: rauschen - Geräusch, brauen - Gebräu).
Ein Substantiv, das nur im Plural gebräuchlich ist (Ferien, Kosten), nennt man Pluraletantum.
In einem Aufforderungssatz wird umgangssprachlich manchmal ein zusätzliches "s" an den einfachen Plural angefügt.
Bei Personalpronomen haben Singular und Plural unterschiedliche Bezeichnungen. Auch die Deklinationsformen sind unregelmäßig.
Viele Sprachen der Welt haben eine morphologische Numerusunterscheidung und kennen deshalb auch die Kategorie Plural. Es gibt jedoch auch Sprachen, z. B. das Chinesische, die die Kategorie Numerus nicht kennen und die deshalb auch über keinen Plural verfügen. Ausdruck der Mehrzahl erfolgt dann über unabhängige Zählwörter. Von der Sprache der Pirahã wird gesagt, dass sie über keine Möglichkeit zur Unterscheidung des Plurals verfüge.
Im Französischen wird der Plural meist durch Vorstellen von "des" vor das Substantiv, an das die Pluralendung s, gelegentlich auch x suffigiert wird:
aber:
Im Englischen bildet man den Plural meist nur durch Suffigierung von "s" an das Substantiv, nach Zischlauten "es"
aber:
In Esperanto bildet man den Plural nur durch Anhängen eines "j" an das Substantiv.
In manchen Sprachen (z.B. den Drawidischen Sprachen, den Tupi-Guarani-Sprachen und den Algonkin-Sprachen ist die Kategorie Plural semantisch feinkörniger differenziert als etwa im Deutschen: Es gibt ein Pluralmorphem, das verwendet wird, wenn der Sprecher und seine Gruppe, nicht aber die Zuhörer gemeint sind (exklusiv) und ein Pluralmorphem, das verwendet wird, wenn der Sprecher, seine Gruppe und die Zuhörer gemeint sind, siehe inklusives und exklusives Wir.
Kasus: Nominativ | Genitiv | Dativ | Akkusativ Numerus: Singular | Plural | Singularetantum | Pluraletantum Genus
Tempus: Präsens | Präteritum | Perfekt | Plusquamperfekt | Futur I | Futur II Numerus: Singular | Plural
Modus: Indikativ | Konjunktiv | Imperativ Genus Verbi: Aktiv und Passiv Person: 1., 2. und 3. Person
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History