| Ruhr-Universität Bochum | |
|---|---|
| Gründung | 1962 |
| Trägerschaft | staatlich |
| Ort | Bochum |
| Bundesland | Nordrhein-Westfalen |
| Staat | Deutschland |
| Leitung | Elmar Weiler |
| Studenten | 32.607 (WS 2007/08)[1] |
| Mitarbeiter | 4.656 (2007)[1] |
| davon Professoren | 436 (inkl. Juniorprofessoren und Medizin)[1] |
| Jahresetat | 344 Mio. € (2006)[1] |
| Website | www.ruhr-uni-bochum.de |
Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) in Bochum ist mit gut 32.000 Studierenden eine der zehn größten Universitäten in Deutschland.
Die Ruhr-Universität gehört zu den forschungsstärksten Universitäten in Deutschland und befand sich 2007 in der Endrunde der vom Bund geführten Exzellenzinitiative.
Bundesweit belegt sie den zweiten Platz in der Liste der DFG-Sonderforschungsbereiche. Im aktuellen DFG-Ranking unter den 40 deutschen Hochschulen mit dem höchsten Bewilligungsvolumen für Forschungsvorhaben der Jahre 2002 bis 2004 erreichte sie Rang drei in den Lebenswissenschaften, den neunten Platz in den Ingenieurwissenschaften und Platz 12 in den Naturwissenschaften. Im gesamten Vergleich erzielte die RUB den 15. Platz.
Inhaltsverzeichnis |
Die Gründung der RUB im Jahr 1962 (Aufnahme des Lehrbetriebs 1965) war die erste Universitätsneugründung in der Bundesrepublik. Die Universität wurde außerhalb der Stadt (auf der grünen Wiese) als Campus-Universität im Bochumer Stadtteil Querenburg angelegt: Bis auf wenige Außenstellen sind alle Fakultäten auf dem Universitätsgelände untergebracht. Die Universität, die für die Studierenden erbaute Wohnstadt „Hustadt“ und das beide versorgende Einkaufszentrum „Uni-Center“ dominieren bis heute den Stadtteil Querenburg.
Die Studierenden der Medizin absolvieren ihre praktische Ausbildung nicht zentral in einem eigenen Klinikum, sondern werden auf verschiedene Krankenhäuser in Bochum und Umgebung verteilt (Bochumer Modell). Im Zuge dieses Konzepts wurde am St. Josef Hospital 2005 ein Hörsaal für die praktische Ausbildung gebaut.
Von jeher ist die RUB eine Reformuniversität. In der Einführung gestufter Studiengänge nach Vorgabe der Bologna-Erklärung nimmt sie eine Vorreiterrolle in Deutschland ein.
Der Campus liegt am Rand einer Anhöhe über dem Kemnader See. 13 Hauptgebäude gruppieren sich in vier symmetrischen Komplexen aus je drei bis vier Hochhäusern um die Mensa, das Audimax, die Universitätsbibliothek und dem Forum der Universität.
Das architektonische Konzept stammt von Helmut Hentrich (Architekturbüro Hentrich, Petschnigg & Partner). Er sieht die Universität als einen Hafen im Meer des Wissens. Die Gebäude selbst symbolisieren Schiffe, die an ihren Zugängen „angelegt“ haben, das Dach des Audimax erinnert an eine Muschel. Dazu passend wurde auch Anfang der 1990er Jahre die Station „Ruhr-Universität“ der Stadtbahnlinie U35 gestaltet, deren Dach Wellen darstellen soll.
Ursprünglich war die RUB noch deutlich größer geplant. Mehrere Gebäude wurden nicht gebaut, unter anderem das geplante Universitätsklinikum. Zwei der drei für die medizinische Fakultät vorgesehenen Gebäude (MB und MC) wurden zwar fertiggestellt, aber nie bezogen. Sie standen jahrelang leer, bis sie schließlich an private Unternehmen verpachtet wurden. Die daraus erzielten Einnahmen wurden für den Bau des dringend benötigten modernen Wohnheims "Europahaus" am Spechtsweg verwendet. [2]
Im Audimax, das auch als Spielstätte der Bochumer Symphoniker dient, befindet sich eine der modernsten und größten Orgeln der berühmten Orgelmanufaktur Klais.
Die Architektur der Ruhr-Universität ist bis heute ein kontrovers diskutiertes Thema. Der fast alleinige Baustoff Beton erzeugt bei schlechtem Wetter einen tristen Gesamteindruck. Bei gutem Wetter dagegen kontrastiert der helle Beton mit dem blauen Himmel, so dass ein offener sonnendurchfluteter Gesamteindruck entsteht. Anfang der 1990er Jahre wurde die harte Betonarchitektur durch farblich abgesetzte Außenanstriche, Umgestaltungen der Hauptgebäude und durch die Anlage von Grünflächen abgemildert. Auch im Zuge der Exzellenzinitiative wird die Universität seit Anfang 2007 renoviert.
Trist und schlecht beleuchtet sind die großen mehrstöckigen Parkhäuser, die sich unter dem gesamten Zentralbereich des Campus herziehen. Wie anderswo auch, sollen Frauenparkplätze die geschlechtsspezifischen Risiken mindern.
Auf dem steil zur Ruhr hin abfallenden Hang befindet sich der Botanische Garten der Universität.
Der Campus soll in den nächsten Jahrzehnten grundlegend saniert werden. Die Hauptmensa wurde bereits zwischen 2003 und 2006 entkernt und grundlegend umgestaltet, für die Sanierung der Bürogebäude wird momentan in der I-Reihe ein neues Gebäude errichtet. Dieses wird nach Fertigstellung als Ausweichfläche dienen, um die anderen Gebäude nacheinander komplett sanieren zu können. Die Gesamtkosten werden mit knapp 1,2 Mrd. € veranschlagt.
Im Zuge der Sanierungen wurde und wird der Campus deutlich umgestaltet. Unter anderem werden nach und nach fast alle verbliebenen Grünflächen zwischen und neben den Gebäuden bebaut. Diese Gebäude werden z.T. kommerziell genutzt. Im Ausgleich dazu beginnt man allerdings, die Flachdächer zu begrünen.
Überregional bekannt sind verschiedene studentische Initiativen der Ruhr-Universität:
Die Universität unterhält einen Botanischen Garten, der als Ausflugsziel weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist.
Die Interessen der Studierenden werden durch einen Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA) vertreten, der vom Studierendenparlament gewählt wird. Die Zusammensetzung des Parlaments mit 35 Sitzen wird in jährlichen Wahlen festgelegt, die Wahlbeteiligung betrug im Jahr 2008 17,66 %. Der AStA vergibt unter anderem Mittel an die Fachschaftsräte.
Im Dezember 2007 geriet der von Jusos, RCDS und Liberalen geführte AStA der Ruhr-Universität Bochum in den Blickpunkt der Presse, weil er aufgrund von Misswirtschaft an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gesteuert wurde. [3]
Am 18. September 2006 verabschiedete der Senat der Ruhr-Universität eine Satzung, in der die Erhebung von Studiengebühren geregelt ist. Gemäß dieser Gebührensatzung haben die Studierenden der Ruhr-Universität ab dem Sommersemester 2007 Studiengebühren in Höhe von 500,-- Euro pro Semester zu zahlen. Die Gebührenordnung sieht einige Ausnahmen z.B. für studierende Eltern, Spitzensportler oder einkommensschwache Studierende vor.[4]
Siehe: Kategorie:Hochschullehrer (Bochum)
Universitäten:
RWTH Aachen | Kirchliche Hochschule Bethel | Universität Bielefeld | Ruhr-Universität Bochum | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn | Technische Universität Dortmund | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf | Universität Duisburg-Essen | FernUniversität in Hagen | Universität zu Köln | Deutsche Sporthochschule Köln | Westfälische Wilhelms-Universität Münster | Philosophisch-Theologische Hochschule Münster | Universität Paderborn | Theologische Fakultät Paderborn | Universität Siegen | Philosophisch-Theologische Hochschule SVD St. Augustin | Universität Witten/Herdecke | Bergische Universität Wuppertal | Kirchliche Hochschule Wuppertal
Kunst- und Musikhochschulen:
Hochschule für Musik Detmold | Kunstakademie Düsseldorf | Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf | Folkwang Hochschule im Ruhrgebiet | Hochschule für Musik Köln | Kunsthochschule für Medien Köln | Kunstakademie Münster | Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft | Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen
Koordinaten: 51° 26' 38,04" N, 7° 15' 41,66" O
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