Sarg


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Ein Sarg ist ein Behältnis für den Transport, die Aufbahrung und die Beisetzung eines Leichnams. In der Regel wird der Sarg zur Bestattung in der Erde oder für die Feuerbestattung im Krematorium verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Material

Särge werden aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, meistens aus Holzbrettern hergestellt. Aus der Bronzezeit sind auch Särge aus einem ganzen Baumstamm (Baumsarg) bekannt. Daneben gibt es Särge aus Stein (Sarkophag, griech. „Fleischfresser“) und Steinkisten, die vor allem in der späten Stein- und frühen Bronzezeit verwendet wurden. Aber auch Ton, Kupfer, Blei, Stahlblech, Pappe oder andere Materialien werden für den Sargbau benutzt. Zur Überführung von Toten in die rechtsmedizinischen Institute werden oft Kunststoff- oder Zinksärge verwendet. Im Vorderen Orient waren Bestattungen in großen Krügen häufig. Für die internationale Überführung sind Metallkisten vorgeschrieben, die in einem Holzsarg unverrutschbar fixiert sind.

Bestattungskrug im Museum von Antalya

Deutschland

In Deutschland ist aufgrund von Umweltschutzbestimmungen als Material für Särge zur Bestattung nur Holz erlaubt. Diese Vorschrift ist in vielen Friedhofsordnungen durch holzähnliches und leicht verrottbares Material ergänzt. Aus religiösen Gründen können Bestattungen in Metallsärgen oder im bloßen Leichentuch erwünscht sein, dies ist in Deutschland nur mit behördlicher Genehmigung erlaubt. Auch für die Kremation ist ein Holzsarg vorgeschrieben. Ausnahmeregelungen für Särge aus Pappe oder anderen verbrennbaren Materialien können in einzelnen Krematorien möglich sein.


Ausstattung

Sarg in einem US-Krematorium mit Folienauskleidung

Die Ausstattung und Art eines Sarges wird von dem Totenfürsorgeberechtigten bestimmt. Ausgeschlagen ist der Sarg mit einer Lage biologisch abbaubarem Bitukrepp (Doppelkrepp-Papier mit einer Bitumenschicht). Aus dem Leichnam austretende Körperflüssigkeit wird so aufgenommen. Preiswerter ist die Auskleidung mit einer Folie. Diese undurchlässige Auskleidung hat den Nachteil, dass Flüssigkeiten im Sarg verbleiben. Eine Schicht aus saugfähigem Füllmaterial dämmt den Ausfluss ebenfalls. Dazu werden Matratzen mit Hohlfaser, Sägespäneeinstreu oder Papierschnitzel aus dem Reißwolf eingesetzt. Die Matratze ist mit einer Sargbespannung aus matter Baumwolle oder glänzender Viskose mit elastischen Fäden überspannt.

Ein Zierband, in der Fachsprache "Lotband", ist aus dekorativen Gründen aufgelegt. Beim Abschied am offenen Sarg wird der Körper mit Stützen und Polstern plastisch gelagert.

Geschichte

Alamannischer Baumsarg

Diese Form des Begräbnisbehältnisses ist seit mindestens 5.000 Jahren bekannt und aus allen Teilen der Welt belegt. Ägypter bestatteten ihre Toten in korbähnlichen Gebilden aus geflochtenen Zweigen (griechisch: kophinos = Korb, ist enthalten im englischen Wort für Sarg coffin).

Zeitweise diente der Sarg bei Begräbnissen von armen Leuten lediglich als Transportmittel. Nur begüterte Personen wurden in ihren teils kostbaren Särgen begraben. Andere wurden im Leichenhaus herausgenommen und in einem Tuch verhüllt in die Erde gelegt.

Josephinischer Gemeindesarg

Josephinischer Gemeindesarg im Bestattungsmuseum Wien

Im damaligen Österreich verwendete man für kurze Zeit im 19. Jahrhundert den wiederverwendbaren Josephinischen Gemeindesarg (im Volksmund auch „Klappsarg“ genannt), der nach unten aufklappbar war. Er wurde mit der Leiche über die offene Gruft gestellt und geöffnet. Die in einem Leinensack befindliche Leiche fiel in das offene Grab und wurde mit gelöschtem Kalk bedeckt. So konnte der Sarg wiederverwendet werden. Diese Vorgehensweise scheiterte aber am massiven Widerstand der örtlichen Bevölkerung und wurde nach einem halben Jahr wieder zurückgenommen. (Siehe hierzu Josephinische Reformen).[1]

Spezielle Sargformen

Besondere Sargformen sind aus einigen Regionen in Ghana bekannt, in denen verstorbene Christen vor ihrem Tod die Sargform bestimmen können. So sind dort Särge in Form von Colaflaschen, Fischen oder Autos bekannt geworden.

Der Eichensarg mit seinen Messingbeschlägen und -griffen ist das Zeichen für eine würdige Erdbestattung. Eichenholz gilt dabei als beständiger Schutz für den Verstorbenen.

Als Verbrennungssarg wird ein besonders leichter Sarg bezeichnet, der nur bei der Feuerbestattung eingesetzt werden sollte. Da hier der Brennwert für die Kremierung die entscheidende Größe ist sind die mechanischen Eigenschaften nicht optimiert.

Die Gebeinkiste ist eine sargförmige Holzkiste, sie dient dem erneuten Beisetzen der Gebeine nach einer Umbettung. Die Gebeine sind nach Ablauf der gesetzlichen Ruhezeiten, je nach örtlichen Bedingungen nicht unbedingt zersetzt. Um im Falle der Neubelegung einer abgelaufenen Grabstelle sind die vorherigen Gebeine deshalb in Tieflage zu bringen oder sie werden in einer Gebeinkiste erneut bestattet. Es ist auch die Bezeichnung Katafalk in Anwendung.

Aktuelle Entwicklungen

Aufgrund einer Veränderung der Bestattungskultur in Westeuropa, des gestrichenen Sterbegeldes in Deutschland, höheren Holzkosten und stagnierenden bis sinkenden Sterbezahlen werden zunehmend billigere Särge aus Osteuropa importiert. Der Marktanteil liegt bei 45 Prozent in Deutschland. [2] Die deutsche Sargindustrie reagiert darauf mit einer Qualitätsoffensive und führt ab 2008 ein Vollholz-Siegel ein.

Siehe auch

Einzelnachweis

  1. Der Weg alles Irdischen aus dem Lexikon der Wiener Zeitung abgerufen am 5.11.2008
  2. n-tv:Billige Importe - Sargindustrie reagiert

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Sarg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Commons Commons: Sarg – Bilder, Videos und Audiodateien






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