Die Schahada الشهادة / aš-šahāda, aus dem Verb schahida / شهد / šahida /„bezeugen“ (auch im juristischen Sinne) abgeleitet, ist das Glaubensbekenntnis des Islams. Sie ist die erste der fünf Säulen des Islam.
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Der zweite Teil des Glaubensbekenntnisses ist die Bestätigung Mohammeds als Gesandter Gottes:
Somit spricht man im islamischen Recht und in der Theologie von den zwei Glaubensbekenntnissen: asch-schahadatan الشهادتان / aš-šahādatān
Die Schiiten fügen meist noch einen dritten Satz hinzu:
Die Schahada erscheint in einem Sakralbau erstmalig in der Inneninschrift am Felsendom aus dem Jahr 691-692 in ihrer Kombination mit der Basmala wie folgt:
لا اله إلا الله وحده لا شريك له محمد رسول الله / lā ilāha illā ʾllāhu waḥdahu lā šarīka la-hu Muḥammadun rasūlu ʾllāhi /„Es gibt keinen Gott außer Gott allein, er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft), Mohammed ist der Gesandte Gottes“. [4]
Beim Gebetsruf werden beide Teile dieser ursprünglich asyndetischen Konstruktion im Arabischen mit der Konjunktion wa و („und“) verbunden und mit dem konjugierten Verb: aschhadu an أشهد أن „Ich bezeuge, dass …“ eingeleitet.
Das islamische Glaubensbekenntnis, das jedem Gebet vorausgeht, lautet:
Aschhadu an lā ilāha illa ʾllāh(u) wa-aschhadu anna Muhammadan rasūlu ʾllāh(i): „ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Gott gibt und ich bezeuge, dass Muhammed Gesandter Gottes ist.“
Im profanen Leben erscheint die Schahada auf umayyadischen Münzen bereits gegen 705-714. Auf der Vorderseite (oder am Rand)steht: lā ilāha illā ʾllāh …; auf der Rückseite: Muḥammad rasūlu ʾllāhi; am Rand steht das Prägungsdatum. [5]
Eine Variante der Schahada ist in einem Protokoll auf Papyrus, aus dem Jahr 705 in folgendem Wortlaut, wie am Felsendom, dokumentiert:
lā ilāha illā 'llāhu waḥdahu lā šarīka lahu Muḥammadun rasūlu ʾllāhi - dies in Anlehnung an Sure 6, Vers 163:lā šarīka la-hu: „Er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft)“. [6] Daß die Schahada im profanen Bereich bis in die letzten Jahrzehnte des 8. Jahrhunderts keine endgültige Form angenommen hat, zeigt eine Felsinschrift aus dem zentralen Negev, die wie im obigen Protokoll auf Papyrus formuliert und - diesmal mit dem Zusatz: wa-ʿabduhu „sein Diener“ - auf das Jahr 780-781 datiert ist. [7]
Eine ähnliche Variante steht in einem Handschriftenfragment - datiert auf Rabi' II. 294 / Januar 907 in der letzten Zeile der Reproduktion -, das in Zeile 6, am Ende des 2. Buches über Zakat, die Schahada mit der islamischen Eulogie ergänzt: lā ilāha illā 'llāh Muḥammadun rasūlu ʾllāhi ṣallā ʾllāhu ʿalaihi wa-sallam.
Epigraphische Funde südlich von Medina aus dem späten 8. Jahrhundert belegen, daß man die obige Variante der Schahada auch in der 3. Pers. Sing. formuliert hatte; ihr geht dann der Name des Urhebers voraus. Am Ende wird nach dem Namen des Propheten die Eulogie hinzugefügt:
عتيق بن يعقوب بن صديق بن موسى بن عبد الله بن الزبير يشهد ألا إله إلا الله وحده لا شريك له وأن محمدا رسول الله صلى الله عليه وسلم / ʿAtīq b. Yaʿqūb b. Ṣudaiq b. Mūsā b. ʿAbd Allāh b. az-Zubair yašhadu allā ilāha illā ʾllāh waḥdahu lā šarīka la-hu wa-anna Muḥammadan rasūlu ʾllāh ṣallā ʾllāhu ʿalaihi wa-sallam. - Der Urheber ist biographisch bekannt: er war einer der Schüler von Malik ibn Anas in Medina. [8]
Die Schahada ist auch der Schriftzug auf der Flagge von Saudi-Arabien, des Staates, dessen Territorium die Heimat des Propheten Mohammed einschließt.
Manche Sufis (islamische Mystiker) lehnen die zwei zusätzlichen Teile ab und übersetzen den ersten Teil mit:
Die meisten Sufis sind allerdings der Ansicht, dass gerade der zweite Teil der Schahada sehr wichtig ist, weil Schaitan (arabisch für Satan) selbst ebenfalls den ersten Teil der Schahada akzeptiert. Schließlich weiß er selber sehr genau, dass es nur einen einzigen Gott gibt; Mohammed als Prophet lehnt er jedoch ab.
Auf dem Weg von Florenz nach Arezzo in einer kleinen Kirche von San Giovenale a Cascia identifizierte der italienische Denkmalpfleger Luciano Berti ein bis dahin unbekanntes Werk, ein Triptychon des Begründers der Frührenaissance-Malerei Masaccio (*1401, †1428). [9] Einige Jahre später hat man den deutschen Orientalisten Rudolf Sellheim auf das publizierte Bild der Madonna mit dem Heiligenschein aufmerksam gemacht, der möglicherweise orientalische (arabische) Schriftzüge tragen dürfte. Das Phänomen an sich, arabische Schriftzeichen, auch in entfremdeter Form und bis zur Unkenntlichkeit entstellt, zu verwenden, ist seit dem 11. Jahrhundert in der mittelalterlichen Kunst - in der Buch,- Glas,- Tafel- und Wandmalerei bekannt. [10]. R. Sellheim stellte fest, daß Masaccio im Heiligenschein der Madonna das islamische Glaubensbekenntnis - allerdings spiegelverkehrt - integriert hatte.[11]
Die Arbeit trägt das Datum: 23. April 1422. Es wird angenommen, daß Masaccios Werk ursprünglich in der Brancacci-Kapelle von Santa Maria del Carmine aufgestellt war.[12]. Es ist allerdings unklar, wie Masaccio in den Besitz der Motive der Schahada gekommen ist. Sie und die Ligatur von Allah in ihrer Kombination der Buchstaben Alif - Lām - Lām- Hāʾ sind in der Ornamentik jener Zeit mehrfach verwendet worden. [13].
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