Schwabmünchen


Schwabmünchen ist eine Stadt im schwäbischen Landkreis Augsburg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Schwabmünchen liegt 24 Kilometer südlich von Augsburg zwischen Lech und Wertach am Westrand des Lechfeldes. Durch die Stadt fließen die beiden Flüsse Gennach und Singold. Im Westen erheben sich in ca. 5 Kilometer Entfernung die Westlichen Wälder (Siedlungsgebiet Stauden).

Nachbargemeinden

Das Stadtgebiet von Schwabmünchen grenzt im Uhrzeigersinn von Norden aus gesehen an folgende Gemeinden:

Großaitingen, Graben, Untermeitingen, Langerringen, Hiltenfingen und Scherstetten

Stadtteile / Weiler

In Schwabmünchen gibt es folgende Stadtteile und Weiler

Birkach / Engelhof / Ficklermühle / Froschbach / Guggenberg / Hirschwang / Klimmach / Königshausen / Leuthau / Mittelstetten / Pfänderhof / Roßgumpen / Schafhof / Schwabegg / Schwabegger Mühle / Schwabmünchen / Taubental / Wertachau (Wertachsiedlung)

Außerdem gibt es noch weitere Aussiedlerhöfe an der Holzheystraße und der Krumbacher Straße.

Stadtgliederung

1978 erfolgte im Rahmen der bayerischen Gemeindegebietsreform die Eingemeindung von:

  • Birkach mit heute 176 Einwohnern wurde bereits 969 als "Pirichah" urkundlich als Gut des Augsburger Frauenklosters St. Stephan erwähnt. Es liegt etwa 7 Kilometer westlich von Schwabmünchen im Schwarzachtal (48° 13' N, 10° 40' O).
  • Mittelstetten mit heute 541 Einwohnern liegt 2 Kilometer nördlich von Schwabmünchen und wurde 1316 erstmals als Besitz des Hochstifts Augsburg urkundlich erwähnt (48° 12' N, 10° 46' O).

Geschichte

Ortsgeschichte

Bei Ausgrabungen im Norden der heutigen Stadt fanden sich Hinweise auf keltische, römische und alemannische Besiedlung. Am Osthang des Wertachtales wurde ein ausgedehntes römerzeitliches Töpferdorf freigelegt, das man mit dem Ort Rapis (oder Rapae) aus der Tabula Peutingeriana identifiziert. Aus seiner Blütezeit, dem 2. Jh. n. Chr., sind sogar die Namen einiger Töpferfamilien bekannt. Die Produktion war offenbar beträchtlich.

In Schwabegg, einem Ortsteil von Schwabmünchen, finden sich die Reste einer ehemaligen Fluchtburg aus der Zeit der Ungarnkriege. Man datiert sie etwa auf das Jahr 950 nach Christus und sie hat den Namen Haldenburg.

Schwabmünchen wurde erstmals 954 als castellum Mantahinga in einer Biographie des Bischofs von Augsburg, dem Hl. Ulrich, erwähnt. 1562 wurde die Gemeinde von Kaiser Ferdinand I. zur Marktgemeinde erhoben und erhielt ein Marktwappen. In den Jahren 1804 bis 1806 kam Schwabmünchen unter bayerische Herrschaft, vorher gehörte es dem Augsburger Hochstift.

Am 4. März 1945 wurde Schwabmünchen von einem schweren Bombenangriff heimgesucht, bei dem über 60 Einwohner getötet wurden. Ein Viertel des Stadtgebietes wurde total zerstört, zwei Drittel wurden schwer beschädigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung durch den Zuzug von Heimatvertriebenen stark an und so wurde Schwabmünchen 1953 vom Markt zur Stadt erhoben. 1972 wurde der ehemalige Landkreis Schwabmünchen mit dem Landkreis Wertingen in den Landkreis Augsburg vereinigt.

Einwohnerentwicklung

1840: 3.438 Einwohner
1900: 4.751
1939: 5.453
1970: 9.200
2005: 13.806

Politik

Stadtrat

Sitzverteilung im 24-köpfigen Stadtrat (Stand Kommunalwahl 2008):

  • CSU: 13 Sitze
  • SPD: 4 Sitze
  • Freie Wählervereinigung: 7 Sitze

Seit 2008 ist Lorenz Müller (CSU) Bürgermeister von Schwabmünchen.

Städtepartnerschaften

Seit 7. Juni 1975 besteht eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Giromagny. Giromagny liegt 12 km nördlich von Belfort am Fuß der Vogesen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hexentürmchen beim Rathaus
Hexentürmchen beim Rathaus

Eine kleine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen Schwabmünchens sind die "Hexentürmchen" (48° 11' N, 10° 45' O). Es handelt sich um ein Tor zur damaligen bischöflichen Straßvogtei, errichtet vermutlich im 16. Jahrhundert.

Im städtischen Museum ist die Stadtgeschichte seit der Römerzeit dargestellt. Außerdem finden sich Werke des Malers Ferdinand Wagner und wechselnde Sonderausstellungen (48° 11' N, 10° 46' O).

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Strickerbrunnen am Schrannenplatz (48° 11' N, 10° 46' O). Er wurde von dem Bildhauer Karl-Ulrich Nuss erschaffen. Rechts und links unterhalb des Strickers stehen ein Lamm und eine Ziege. Eine Geschichte erzählt, dass wenn sich zwei Personen gleichzeitig auf diese Tiere setzen, diese ihr Leben lang Freunde bleiben.

Alljährlich findet in Schwabmünchen am letzten Septemberwochenende der Michaelimarkt, der örtliche Jahrmarkt statt.

Der ca. 12 ha große Luitpoldpark (Stadtpark) im nord-westlichen Stadtbereich ist mit Bachläufen, Einsteinweiher, Goldfischweiher, Mariengrotte, Kinderspielplätzen und erhöht stehender Pagode auf dem Rodelberg gestaltet (48° 11' N, 10° 45' O).

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Schwabmünchen ist Endhaltestelle im Augsburger Verkehrsverbund. Züge fahren Richtung Buchloe und Augsburg im Halbstundentakt.

Über Umgehungs- und Zubringerstraßen ist die Stadt an die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße 17 Richtung Augsburg und Landsberg am Lech angebunden.

Schulen

Krankenhaus

Ansässige Unternehmen

  • Bekleidungshaus Schöffel
  • Osram-Werk für Drähte und Chemie
  • ZETTLER Kalender GmbH
  • Eberle Federnfabrik
  • Ritter GmbH (Kunststoff)
  • DITTRICH+CO (Kunststoffspritzguss, Werkzeugbau, Baugruppen, Technische Kunststoffe)
  • ProKos GmbH (Entwicklung und Produktion von Kosmetik)
  • Medical Intelligence (Medizintechnik;gehört zu Elekta)

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Wolfgang Czysz u. Gabriele Sorge: Das römische Töpferdorf Rapis bei Schwabmünchen. In: Ludwig Wamser (Hrsg.): Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer. Katalog-Handbuch, von Zabern, Mainz 2000, ISBN 3-8053-2615-7, S. 142-144. (Mit einer Idealrekonstruktion des Töpferdorfes)

Weblinks

Commons
 Commons: Schwabmünchen – Bilder, Videos und Audiodateien

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