Der St. Galler Klosterplan ist die berühmte mittelalterliche architektonische Zeichnung eines Klosterbezirkes aus dem frühen 9. Jahrhundert (nicht vor 826). Es ist die einzige derartige architektonische Zeichnung in Europa zwischen dem Ende des Römischen Reiches und dem 13. Jahrhundert.
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Der Plan beschreibt ein vollständiges Benediktinerkloster mit Kirchen, Häusern, Ställen, Küchen, Gärten, Werkstätten, Brauereien, Krankenstationen, und sogar einem speziellen Haus zur Abnahme von Blut. Er enthält ungefähr 350 Beschriftungen, welche die dargestellten Gebäude und ihre Funktionen erläutern. Diese sind teils in Hexametern formuliert. Am Rande findet sich ein Widmungsschreiben, das an einen cozbertus gerichtet ist - vermutlich ist damit Abt Gozbert von St. Gallen (816-837) gemeint. Paläographische Untersuchungen ergaben, dass er in dem Skriptorium des Klosters Reichenau von zwei Schreibern verfasst wurde, deren Identität allerdings unklar ist.
Der Sinn und Zweck des Planes wird noch immer kontrovers diskutiert. Oft wird die These vertreten, er stelle die Idealform eines Benediktinerklosters dar und sei im Zuge der Anianischen Klosterreform entstanden. Auch wurde in der Vergangenheit in diesem Zusammenhang häufig formuliert, dass es sich hierbei um eine Kopie handle; diese These wurde jedoch nach mehreren technischen Untersuchungen hinfällig. Andere Forscher fassen ihn als einen massstäblichen Bauplan auf. In der neueren Forschung wird oft sein didaktischer Charakter und sein Zweck als monastische Hilfestellung betont.
Er wird als nationales Kulturgut der Schweiz betrachtet und ist aufgrund seiner Einzigartigkeit, Schönheit und der Möglichkeiten des Einblickes in die mittelalterliche Kultur Objekt intensiven Interesses unter vielen Gelehrten, Architekten, Künstlern und Handwerkern der Neuzeit. Es gibt über 200 Publikationen sowie mehrere Faksimileausgaben zum Klosterplan.
Aufbewahrt wird er in der Stiftsbibliothek St. Gallen, allerdings ist er dort vor den Augen der Öffentlichkeit geschützt; ausgestellt wird lediglich ein Faksimile.
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