Der Todesmarsch von Bataan war ein 1942 von japanischen Soldaten an amerikanischen und phillipinischen Kriegsgefangenen verübtes Kriegsverbrechen in der Frühphase des Pazifikkriegs während des Zweiten Weltkriegs auf den Philippinen.
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Nachdem die japanische Flotte am 7. Dezember 1941 den Angriff auf Pearl Harbor ausgeführt hatte, starteten die japanischen Streitkräfte in der Folge zeitgleiche Invasionen in einigen Ländern des südostasiatischen Raums, darunter auch auf den Philippinen.
Die philippinischen und amerikanischen Soldaten wurden förmlich überrannt, was die amerikanische Führung veranlasste, General Douglas MacArthur von den Philippinen abzuziehen. Etwa 14 000 Soldaten der US- Marineinfanterie und 2 000 philippinische Panzersoldaten konnten auf der Halbinsel Bataan und der vorgelagerten Insel Corregidor noch ein letztes Widerstandsnest bilden.
Am 9. April 1942 musste sich Generalmajor Edward P. King, der nun das Kommando führte, mit rund 70.000 Mann den japanischen Eroberern unter Homma Masaharu ergeben, da kaum noch Trinkwasser und Nahrung zur Verfügung stand. Damit zwangen sie Japan eine unerwartet hohe Anzahl an ausgehungerten, kranken und abgemagerten Gefangenen auf, die die Anzahl der eigenen Truppen weit übertraf. Einige Männer konnten sich noch ins Meer retten, wo sie von einem amerikanischen Kanonenboot an Bord genommen und nach Corregidor gebracht wurden. Die an Land Verbliebenen zerstörten, so weit es ging, ihre Schiffe und Waffen und begaben sich in die Hände der Japaner.
Da im japanischen Heer aufgrund des geringen Motorisierungsgrades kaum Fahrzeuge zur Verfügung standen und Tagesmärsche von 30 km mit vollem Gepäck schon während der Ausbildung und dann im Einsatz nichts Ungewöhnliches waren, wurden die Gefangenen gezwungen, einen knapp 100 km langen und 6 Tage dauernden Marsch nach Norden zur Eisenbahn-Verladestation San Fernando anzutreten. Von dort aus ging es weiter nach Norden in die Provinz Tarlac zum Gefangenenlager Camp O'Donnell.
Was während des Marsches vor sich ging, wurde später als eines der größten Kriegsverbrechen der Japaner im Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Da Japan die zweite Genfer Konvention von 1929 nicht unterzeichnet hatte, fühlte man sich auch nicht daran gebunden. Entsprechend behandelten die Japaner ihre Gefangenen. Wer auf dem Marsch vor Erschöpfung stehen blieb oder sogar umfiel, wurde mit dem Tod durch Erschießen, Köpfen oder Erstechen mit dem Bajonett bestraft. Wahllos wurden Männer oder ganze Truppenteile ausgewählt, die der Orientalischen Sonnenbehandlung ausgesetzt wurden. Sie mussten sich ohne Kopfbedeckung auf den Boden setzen und dort mehrere Stunden in der prallen Sonne still sitzen bleiben. Wer umfiel, wurde umgebracht. Marschiert werden musste den ganzen Tag über. Wer das vorgegebene Tempo nicht hielt, wurde von den Bewachern drangsaliert, schneller zu gehen. Nachts konnten sich die Gefangenen auf freiem Feld hinlegen. Am frühen Morgen erfolgte ein Weckruf und der Treck zog weiter.
Auf dem ganzen Marsch gab es kaum Verpflegung und Wasser von seiten der Japaner. Einheimische, die versuchten, den Gefangenen Nahrungsmittel zuzustecken, wurden erschossen. Als der Zug an einem Fluss vorbeizog, rannten viele Soldaten zu dem frischen Wasser. Sie wurden ausnahmslos erschossen. Erst an den letzten beiden Tagen verteilten die Aufseher kleine Reisbälle; jeweils einen pro Mann und Tag.
Unterstützten sich die Gefangenen zu Beginn noch gegenseitig, indem beispielsweise Kranke und Verletzte in Decken gelegt und von Kameraden weiter getragen wurden, ging es gegen Ende für jeden Einzelnen nur noch um das nackte Überleben. Es kam dazu, dass die letzte amerikanische Bastion auf Corregidor begann, mit Granaten auf Bataan zu feuern. Etliche der Marschierer fielen so dem eigenen Beschuss zum Opfer.
Unter den Gefangenen begannen sich Krankheiten wie Malaria und Ruhr auszubreiten. Viele fielen der Dehydration und dem Hunger zum Opfer. Von den ursprünglich 70.000 erreichten nur knapp 54.000 das Ziel.
Am 6. Juni 1942 sprach die japanische Besatzungsmacht eine Amnestie gegenüber den philippinischen Gefangenen aus und man ließ sie frei. Die amerikanischen Soldaten wurden in ein anderes Gefangenenlager mit Namen Cabanatúan in der Provinz Nueva Écija überführt.
Nach einiger Zeit in diesem Lager wurden die gefangenen Soldaten auf elf Schiffe verladen, die unter dem Namen Höllenschiffe eine traurige Berühmtheit erlangten. Sie sollten die Gefangenen nach Busan in Korea bringen. Eingepfercht wie Sardinen in einer Dose mussten die Soldaten 33 Tage an Bord während der Überfahrt verbringen. Niederländische U-Boote, die nichts von den Kriegsgefangenen an Bord wussten, attackierten die Schiffe und versenkten sechs von ihnen.
Nach Kriegsende verurteilte ein amerikanisches Kriegsgericht den japanischen Kommandanten Homma Masaharu wegen schwerer Kriegsverbrechen zum Tod. Ob er direkte Befehle zu Misshandlungen gab, konnte schlussendlich nicht geklärt werden. Zumindest tolerierte er die unmenschlichen Handlungen seiner Untergebenen und unterband sie nicht. Homma wurde am 3. April 1946 außerhalb von Manila hingerichtet.
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