| Konzil von Trient | |
|---|---|
| Datum | 13. Dezember 1545 - 4. Dezember 1563 |
| Akzeptiert von | Römisch-Katholische Kirche |
| Vorangehendes Konzil | Fünftes Laterankonzil |
| Nächstes Konzil | Erstes Vatikanisches Konzil |
| Einberufen von | Papst Paul III. |
| Präsidium | Papst Paul III., Papst Julius III., Papst Pius IV. |
| Beteiligung | In den letzten Sitzungen: 6 Kardinäle, 3 Patriarchen, 25 Erzbischöfe, 169 Bischöfe, 7 Ordensgeneräle und 19 Prokuratoren |
| Diskussionsthemen | Protestantismus, Katholische Reformation |
| Konzilsdokumente | 17 dogmatische Dekrete |
| Liste ökumenischer Konzile | |
Das Konzil von Trient (Tridentinum), das von der Römisch-katholischen Kirche als 19. ökumenisches Konzil angesehen wird, fand in vier Sitzungsperioden zwischen 1545 und 1563 statt. Es diente der Antwort auf die Reformation.
Es trägt seinen Namen von der italienischen Stadt Trient (italienisch Trento, lat. Tridentum), wo das Konzil (bis auf zwei Sitzungen in Bologna) tagte und auch eröffnet und abgeschlossen wurde. Das Konzil begann am 13. Dezember 1545 und wurde am 4. Dezember 1563 abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis |
Das 5. Laterankonzil (1512-1517) hatte die Kirchenreform begonnen, war aber an einigen theologischen Streitpunkten gescheitert. Die über 20-jährige Verzögerung des Trienter Konzils hing auch mit den politischen Wirren der Reformationszeit zusammen.
Papst Paul III. schrieb das Konzil schließlich zum 1. November 1542 nach Trient aus, vertagte es jedoch wegen des Krieges gegen Frankreich. Dann schrieb er es wiederum zum 15. März 1545 aus, doch konnte es erst am 13. Dezember eröffnet werden.
Bei der Eröffnung des Konzils waren zunächst 34 Konzilsväter anwesend, die hauptsächlich aus Italien stammten. Deutsche Bischöfe waren nicht vertreten. Die Frage der Zielsetzung war zwischen dem Papst und dem deutschen Kaiser Karl V. umstritten. Der Kaiser strebte eine Kirchenreform an, während der Papst eine Verurteilung der protestantischen Lehren für vordringlich hielt. Aufgrund des geschickten Vorgehens der Legaten einigte man sich darauf, Fragen der Lehre und Reformdekrete gleichzeitig zu beraten. Diese Dekrete präzisierten die katholische Lehre in mehreren Punkten. In den sogenannten Canones, wurden dann Irrlehren aufgeführt und verurteilt.
Die erste Periode des Konzils bestand aus vier Sitzungen, in denen nach zum Teil erhitzten Debatten mehrere Dekrete veröffentlicht wurden. Konkrete Maßnahmen zur Kirchenreform bestanden in der Regelung des Predigtwesens und der Pfründen sowie der Anordnung der Residenzpflicht der Bischöfe.
3. Sitzung (4. Februar 1546)
4. Sitzung (8. April 1546)
5. Sitzung (17. Juni 1546)
6. Sitzung (13. Januar 1547)
7. Sitzung (3. März 1547)
In der Zeit vom März 1547 bis formell zum 13. September 1549 fand das Konzil in Bologna statt. In zwei Sitzungen
9. Sitzung
10. Sitzung
wurde über die Sakramente (Buße, Letzte Ölung, Weihe und Ehe) diskutiert. Ein verbindliches Dekret entstand jedoch nicht.
13. Sitzung (11. Oktober 1551)
14. Sitzung (25. November 1551)
21. Sitzung (16. Juli 1562)
22. Sitzung (17. September 1562)
23. Sitzung (15. Juli 1563)
24. Sitzung (11. November 1563)
25. Sitzung (3. - 4. Dezember 1563)
Aus der Lehre vom Heiligen Messopfer, Canon 9:
Theologisch klärend, aber brisant gegenüber den Lutheranern waren u. a. das Dekret zu den kanonischen Schriften, das den katholischen Kanon verbindlich festlegte und die Bedeutung der Tradition als eine Quelle der göttlichen Offenbarung betonte, und das zur Rechtfertigungslehre. Zu letzterer entstand 1999 eine gemeinsame Erklärung beider Kirchen.
In Zusammenhang mit dem Konzil sind die nachfolgenden Reformen Pius V. zu sehen.
Der Komponist Palestrina hat am Konzil die Messe "Missa Papae Marcelli" als Paradestück abgegeben, da Papst Marcellus II. zu Zeit des Konzils die Reform der Kirchenmusik in Bewegung gesetzt hat. Die Messe gilt als eine der bedeutendsten der Renaissance.
Die Dekrete finden sich im lateinischen Wortlaut und deutscher Übersetzung bei: Josef Wohlmuth (Hrsg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien, Bd. 3 - Konzilien der Neuzeit, Paderborn 2002
Das Konzil erzeugte schon bald eine umfangreiche Sekundärliteratur. Von lutherischer Seite setzte sich etwa Martin Chemnitz in seinem Examen concilii Tridentini (1565-73) damit auseinander und von reformierter Seite der Zürcher Theologe Johann Heinrich Heidegger in seinen Schriften De fide decretorum concilii Tridentini quaestiones (1662) und Anatome concilii Tridentini (1672-75). Aber auch innerhalb der römisch-katholischen Kirche kam es vereinzelt zu Kritik; so versuchte der papstkritische venezianische Historiker und Ordensmann Paolo Sarpi in seiner 1619 erschienenen Istoria del concilio Tridentino nachzuweisen, dass die Wiedervereinigung mit den Protestanten nur durch die Intrigen der Kurie verhindert worden sei.
Von Griechischer Orthodoxie und Römischem-Katholizismus anerkannte ökumenische Konzile:
Nicäa I | Konstantinopel I | Ephesos | Chalcedon | Konstantinopel II | Konstantinopel III | Nicäa II
Ökumenische Konzile der römisch-katholischen Kirche:
Konstantinopel IV | Lateran I | Lateran II | Lateran III | Lateran IV | Lyon I | Lyon II | Vienne | Konstanz | Basel/Ferrara/Florenz | Lateran V | Trient |
Vatikan I | Vatikan II
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