Unehrenhafte Entlassung


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Eine unehrenhafte Entlassung ist die Ausstoßung eines Soldaten aus der Armee unter Aberkennung aller militärischen Ehren. Eine Auszahlung von Ehrensold ist damit ebenfalls ausgeschlossen. Dieser Begriff ist vor allem im Amerikanischen Raum verbreitet und wird in der Bundeswehr nicht gebraucht. Es existiert hier nur die Entlassung unter Verlust aller Dienst- und Sachbezüge. Peter Struck hatte bei der Entlassung von Brigadegeneral Reinhard Günzel im Jahre 2003 fälschlicherweise von „unehrenhafter Entlassung“ gesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

In den USA kann die unehrenhafte Entlassung die Folge folgender Vergehen sein:

  • Befehlsverweigerung
  • Begehen einer Straftat innerhalb der USA (allerdings keine Bagatelldelikte)
  • Begehen einer Straftat im Ausland, welche nach Amerikanischem Recht mit mindestens zwei Jahren Gefängnis geahndet würde
  • Volltrunkenheit im Wiederholungsfall

Zu einer unehrenhaften Entlassung in den USA führt in jedem Fall:

Folgen

Der Entlassene darf keine Uniform mehr tragen, keine Waffen mehr führen und alle beim Militär verliehenen Ränge und Abzeichen werden ihm aberkannt.

Insbesondere in den USA ist eine indirekte Folge die gesellschaftliche Ächtung des Betroffenen. So muss in den meisten Bundesstaaten eine unehrenhafte Entlassung aus dem Militärdienst im Lebenslauf ausgewiesen werden oder ein Bewerber muss bei einem Bewerbungsgespräch explizit darauf hinweisen. Eine Vielzahl von Unternehmen betrachtet eine unehrenhafte Entlassung als ein absolutes Ausschlußkriterium bei der Besetzung einer Stelle – was für eine Haftstrafe eines Bewerbers nicht unbedingt gilt. Jeglicher Dienst am Staat (Polizei, Behörden) ist nicht mehr möglich. Die Erfahrung zeigt, dass es für die betroffene Person nahezu unmöglich ist, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen.

Beispiele

  • USA: Fall Charles Graner. Der US-Reservist Charles Graner ist aufgrund erwiesener Folter im irakischen Abu-Ghuraib-Gefängnis degradiert und vor ein US-amerikanisches Militärgericht gestellt worden, das ihn zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe verurteilte. Danach wird er, wie in solchen Fällen üblich, unehrenhaft aus der Armee entlassen.
  • USA: Charles Robert Jenkins. Der US-Soldat desertierte 1965 nach Nordkorea und stellte sich 2004 der US-Armee, wo er wegen Fahnenflucht und Feindbegünstigung verurteilt wurde. Er wurde nach Verbüßung einer Arreststrafe daraufhin unehrenhaft entlassen.

Siehe auch







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