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Dieser Artikel erläutert die heutige Organisationsform des Heeres der Vereinigten Staaten, zu anderen historischen Organisationsformen, die unter diese deutschsprachige Bezeichnung fallen können, siehe Heer der Vereinigten Staaten (Begriffsklärung) |
Die United States Army ist als Heer eine Teilstreitkraft der Streitkräfte der Vereinigten Staaten. Sie wurde im Jahre 1775 während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges aufgestellt und trug maßgeblich zur Entstehung der Vereinigten Staaten bei. Der Auftrag der Army, wie sie auch im offiziellen Sprachgebrauch genannt wird, ist die Wahrung US-amerikanischer Interessen mit militärischen Mitteln am Boden. Dazu unterhält sie Standorte auf der gesamten Welt.
Die Army gilt in Fachkreisen aufgrund ihrer Ausrüstung und Mobilität als das kampfstärkste Heer weltweit und ist mit 522.648 aktiven Soldaten im November 2007[1] auch eines der größten Heere. Bei Einbeziehung der beiden Reserveinstanzen hatte sie im Fiskaljahr 2006 eine Stärke von über 1.039.053 Soldaten.[2] Zusätzlich verfügte sie im November 2007 über 248.241 zivile Mitarbeiter.[3]
Die US Army war an allen großen Kriegen des 20. Jahrhunderts mit US-amerikanischer Beteiligung sowie an dutzenden Kurzinterventionen der USA beteiligt. Seit dem Zweiten Weltkrieg gilt sie als das bestausgerüstete und mobilste Heer der Welt. Vor allem seit dem Ende des Kalten Kriegs wird sie jedoch von militärisch unterlegenen Gegnern mit Taktiken der asymmetrischen Kriegführung konfrontiert. Bislang hat sie keine Methode gefunden, solche asymmetrischen Kriege siegreich zu beenden.
Der Begriff United States Army wird häufig falsch als „US-Armee“ ins Deutsche übersetzt. Tatsächlich umfasst er nur die Teilstreitkraft Heer, während unter der Armee eines Landes in der deutschen Sprache in aller Regel die Gesamtheit der Streitkräfte verstanden wird. In den USA können mit dem Begriff Army zusätzlich die beiden Reservekomponenten Bundesreserve und Nationalgarde gemeint sein. Dieser Artikel beschränkt sich auf das Berufsheer.
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→ Hauptartikel: Geschichte der United States Army und Militärgeschichte der Vereinigten Staaten
Die militärische Neuzeit auf nordamerikanischem Territorium begann mit der Ankunft der ersten Siedler im frühen 17. Jahrhundert. Gemäß ihrer Herkunft orientierten sich die Bewaffneten unter den Siedlern an britischen Militärtraditionen, mussten sie jedoch an neue Bedingungen anpassen, wie die geringe Besiedlung und das spontane Vorgehen der Indianer. Vor dem Hintergrund wiederkehrender Auseinandersetzung mit den Indianern glichen sich die Taktiken der beiden Bevölkerungsgruppen aneinander an, wobei die Siedler aus einer stärkeren militärischen Tradition aus Europa schöpften.
Später gingen die Siedler dazu über, sich kollektiv zu verteidigen, indem sie entlang der durch die Besiedlung konsolidierten Grenzen Forts errichteten. Das Milizsystem, das sich im britischen Mutterland nach der gewaltsamen inneren Konsolidierung durch Oliver Cromwell und die Zuwendung zur europäischen Prestigepolitik als zunehmend untauglich erwiesen hatte, erfuhr in Nordamerika eine Renaissance. Dies lag daran, dass es durch seine lockere Organisation und seinem Ursprung im britischen Ritterwesen in Verbindung mit den neuen Taktiken individuellen Einsatz und individuelle Verantwortung betonte.
1747 gründete die Britische Krone die erste stehende Einheit auf nordamerikanischem Boden, wobei diese His Majesty’s first Independent Company of American Rangers ausschließlich aus Männern aus den Kolonien bestand.[4] Aus ihren Einsätzen lernte diese Einheit schnell von den Franzosen und von den Taktiken der Indianer, wie z. B. den Hinterhalt oder den Kampf im Wald, die zuvor nicht gebräuchlich waren. Sie kämpften in ihrer Heimat auch im Krieg gegen die Franzosen.
Am 14. Juni 1775, nach Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, hob der Kontinentalkongress zehn Kompanien für Operationen zu Lande aus[5] und ernannte George Washington zum Oberbefehlshaber der „Kontinentalarmee“, die für die bisher unorganisierten Milizen und Freiwilligen eine Kommandostruktur bieten sollte. Sie war zu diesem Zweck in sechs regionale Departements eingeteilt. Der Kontinentalarmee stand ein erfahrenes, gut organisiertes und ausgerüstetes Kontingent der britischen Krone mit Unterstützung hessischer Söldner gegenüber. Den für die Unabhängigkeit kämpfenden Kräften gelang es, so lange einen vernichtenden Schlag der königlichen Truppen zu vermeiden, bis nach und nach die diplomatisch gewonnene Unterstützung griff. Der ehemalige preußische General Friedrich Wilhelm von Steuben verbesserte Organisation und Ausbildung der Kolonistentruppen, während der Franzose Pierre Augustin Caron de Beaumarchais die Bewaffnung entscheidend verbesserte. Derart verstärkt, begegnete die Kontinentalarmee den Briten zunehmend in offener Feldschlacht. Deren Position verschlechterte sich durch Versorgungsschwierigkeiten und die Zerstreuung der Truppen in der Region zunehmend, sodass sie den Krieg verloren. Bis zur endgültigen Abwehr der Briten starben 4000 Heeresmitglieder.
Thomas Jefferson gründete 1802 die bekannte, in West Point, New York, gelegene United States Military Academy. Sie war in den Vereinigten Staaten die erste ihrer Art und wurde auf einem der strategisch wichtigsten Vorposten des Krieges errichtet. Die US Military Academy brachte viele militärische und politische Führungspersönlichkeiten in jeder historischen Epoche des Landes hervor, unter anderem Ulysses Simpson Grant und Dwight D. Eisenhower.
Anfang 1790 wurde General Arthur St. Clair mit der Gebietsgewinnung im Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Indiana und Ohio und damit mit der systematischen Vertreibung der dortigen Indianer beauftragt. Dies dauerte insgesamt fünf Jahre, da St. Clair zusätzlich Befestigungen und eine bleibende militärische Infrastruktur aufbaute.
Insgesamt vertrieb die Army noch bis 1891 Indianer aus ihren Siedlungsgebieten. Im Gegensatz dazu leitet die US Army ihre Tradition z. T. auch von den Indianern ab, wie z. B. die Benennung ihrer Hubschrauber.
Im Nachgang des Unabhängigkeitskrieges nutzte Großbritannien seine Seemacht dazu, der jungen US-amerikanischen Nation ihre Verwundbarkeit zur See zu demonstrieren. Trotz der im Jahr 1802 von US-Präsident James Monroe verkündeten Monroe-Doktrin, die getrennte Interessensphären Europas von denen der Neuen Welt und gegenseitige Nichteinmischung proklamierte, rekrutierte die Royal Navy weiterhin US-amerikanische Seeleute, griff auf US-amerikanische Schiffe über und behinderte den Überseehandel der USA.
Diese Ereignisse nahm der damalige Präsident James Madison am 18. Juni 1812 zum Anlass, Großbritannien den Krieg zu erklären, mit dem Ziel, den Osten Kanadas zu erobern. Ebenso wie die Marine war auch das Heer dem britischen Gegenüber unterlegen, spekulierte jedoch auf den Überraschungseffekt, die Ortskenntnis und den stärkeren politischen Willen. Die meisten Kämpfe zwischen den beiden Nationen fanden an der Grenze zwischen den USA und dem heutigen Kanada und in der Gegend der Chesapeake Bay statt. Es gelang den zunächst desorganisierten und schlecht ausgerüsteten US-Amerikanern jedoch nicht, einen entscheidenden Sieg über die Briten zu erringen, obwohl das Heer sich im Laufe des Krieges professionalisierte. Zum ersten Mal spielten Artillerieeinheiten der Army eine gewichtige Rolle in den Schlachten.
Die US-Amerikaner erreichten somit nicht ihr Ziel, die ihnen mittlerweile verhassten Briten endgültig aus Nordamerika zu verdrängen. Die von den Briten geplante Eroberung von Baltimore und New Orleans (letztere mit Hilfe der Franzosen) konnten sie verhindern. Da sie einen weitaus massiveren Einsatz der Briten in Nordamerika befürchteten, stimmten sie dem Frieden von Gent zu. In der US Army hatten in diesem Krieg fast 290.000 Soldaten gedient, 2.000 davon starben.
Bis zu den 1840ern war die Army eine kleine, aber schlagkräftige Bodenstreitkraft geworden. In dieser Zeit machten die Vereinigten Staaten Gebietsansprüche gegenüber Mexiko geltend, nachdem sie Texas 1845 in die Union aufgenommen hatten, welches sich 1836 für unabhängig erklärt hatte.
In der militärischen Auseinandersetzung mit dem südlichen Nachbarn, die von 1846 bis 1848 andauerte, eroberte die Army nicht nur die restlichen Gebiete von Texas, sondern auch die Region des heutigen US-Bundesstaates New Mexico. Es war der erste Einsatz des Heeres, der überwiegend auf fremdem Territorium stattfand. Die Entfernung vom bisherigen Staatsgebiet stellte während der Kämpfe eine gewaltige logistische Herausforderung für die noch junge Streitmacht dar und machte nach der Kapitulation der Mexikaner die erste jemals von den USA eingesetzte Militärverwaltung erforderlich. Im direkten Vergleich waren die Mexikaner zwar zahlenmäßig überlegen, demgegenüber verfügte die Army jedoch über eine effiziente Artillerie und überlegene Taktiken. Die territoriale Bedrängung der Navajo ging mit dem laufenden Krieg Hand in Hand, hielt jedoch bis 1853 an. Von 79.000 gedienten Heeressoldaten starben 1.700 im Kampf und 11.601 an anderen Ursachen.
Die im Jahre 1861 angegangene Sezession der Konföderierten Staaten zerriss das Heer ebenso wie das übrige Militär und die Gesellschaft der Vereinigten Staaten im Allgemeinen. Viele bekannte und erfahrene Offiziere des Heeres wie Lee und Grant, die teilweise Jahrzehnte in Kameradschaft gedient hatten, traten gegeneinander an.
Für den Bürgerkrieg mussten beide Seiten, aufgrund der unzureichenden Größe der Teile des gespalteten Nationalheeres, ihre Armeen von Grund auf neu aufbauen. Vor dem Hintergrund, dass der Sezessionskrieg der erste militärische Konflikt im jungen Industriezeitalter darstellte, veränderte sich die Kriegsführung auf beiden Seiten stark. Während technische Verbesserungen an den Vorderladern und den Artilleriekanonen den Anwendern Vorteile hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Trefferquote mit sich brachten, stellten sie für bestimmte Waffengattungen wie die Infanterie und die Kavallerie eine besondere Bedrohung dar, die ihren entsprechenden Blutzoll forderten. Die Schlacht von Shiloh forderte daher mehr Menschenleben als der gesamte Unabhängigkeitskrieg. Darüber hinaus vertraute die Union Army ebenso wie ihr Gegenstück zum ersten Mal auf die massive Verlegung von Truppen per Eisenbahn. Die Wehrpflicht unterstützte beide Seiten in ihrem Aufbau von Massenheeren.
Im ersten industriellen Krieg der Neuzeit konkurrierten die beiden Armeen gleichwohl über den Wert der Kampfkraft hinaus. Auch außerhalb des Schlachtfeldes begann ein sozialer und propagandistischer Wettlauf, beispielsweise um die größere Tradition oder das bessere soziale Umfeld für den Einzelnen. Die Unterschiede zwischen Konföderierten und Unionstruppen waren aber gering. Nach dem Sieg der Nordstaaten wurde die Südarmee aufgelöst, ehemalige Mitglieder wurden zum Teil in die Unionsarmee integriert.
Bei der Union hatten 2,128 Mio. Soldaten in der Army gedient, davon starben 360.000. Die Konföderierten führten weniger genau Buch über ihre Verluste, sie werden auf 260.000 geschätzt, Tod durch Krankheit u. Ä. jeweils eingerechnet. Ihre Stärke soll zwischen 750.000 und 1 Mio. betragen haben.[6]
Im auslaufenden 19. Jahrhundert war die innere Konsolidierung der Vereinigten Staaten größtenteils abgeschlossen. Aufgrund ihres wirtschaftlichen Potenzials entwickelten sich die Vereinigten Staaten zu einer Großmacht, was zu Spannungen mit dem zerfallenden spanischen Weltreich führte. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sah sich Spanien mit nationalistischen oder panamerikanischen Aufständen in ganz Lateinamerika konfrontiert. Von einer Mischung aus wirtschaftlichen hegemonialen und imperialistischen Interessen und einer panamerikanischen, humanitären und idealistischen Besorgnis angetrieben, erklärten die Vereinigten Staaten nach mehreren maritimen Konfrontationen und gegenseitigen Provokationen dem spanischen Königreich Ende April 1898 den Krieg.
Noch am Bild eines Heeres orientiert, welches ein notwendiges Übel in Kriegszeiten darstellt, war die Army auf den Krieg schlecht vorbereitet, zumal er in Übersee stattfand. Daher erwies es sich als glücklicher Umstand für die Landstreitkräfte, dass die Marine des Landes wesentlich besser gerüstet war und deshalb die Hauptlast des Krieges zu tragen hatte.
Ab dem 16. April 1898 wurden Truppenteile des Heeres an die Küste verlegt. Am 20. Juni gingen knapp 16.000 Mann unter General William Rufus Shafter in Daiquiri auf Kuba an Land, um Kurs auf Santiago zu nehmen. Bis zum Ende des Juli 1898 hatten knapp 11.000 Heeressoldaten die Philippinen, den ersten Schauplatz der spanisch-US-amerikanischen Auseinandersetzung besetzt. Manila fiel am 13. August. Unter General Miles landeten knapp 8.000 Mann bei Guánica auf Puerto Rico, dessen zweigrößte Stadt Ponce drei Tage später an seine Truppe fiel.
Im Spanisch-US-amerikanischen Krieg waren weniger als 400 Personen im Gefecht getötet worden, 2.000 starben durch andere Ursachen. Es hatten 281.000 Mann in der Army gedient.
Aus den militärischen Erfahrungen heraus, die die Army im Spanisch-US-amerikanischen Krieg hinzugewann, gründete Kriegsminister Elihu Root am 27. November 1901 das Army War College.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Army einer Modernisierung unterzogen, die jedoch nur eine relative Angleichung an den internationalen Standard erreichte, da die Verbesserungen überwiegend technischer Natur waren. Gleichzeitig bahnte sich eine Reihe von Kurzinterventionen für US-amerikanische Interessen an, die bis in 1930er dauern sollte. An den so genannten Bananenkriegen in der Karibik nahm die Army nicht teil, dort übernahmen die Marines den Kampf zu Lande, sehr wohl aber u. a. an der Grenze zu Mexiko, in China oder auf Samoa.
Nach dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg musste ein geeignetes Massenheer erst geschaffen werden, denn die Armee umfasste aufgrund der weitverbreiteten Abneigung gegen eine zu starke zentrale Staatsgewalt nur wenige (XXX Tausend) Berufssoldaten. Die bisherige United States Army wurde vom United States War Department um Wehrpflichtige und Freiwillige erweitert. Dieses Heer wurde nun offiziell National Army genannt. Der Mangel an Führungskräften bedingte den schnellen Aufstieg vieler Offiziere, aus denen später einige berühmte Heerführer des Zweiten Weltkriegs hervorgegangen sind.
Seit 1917 kämpften US-amerikanische Soldaten in Frankreich gegen das deutsche Heer. Im Jahr 1918 wuchs die Expeditionsstreitmacht allmählich auf Millionenstärke an, jeden Monat wurden Hunderttausende von Soldaten über den Atlantik gebracht. Die Meuse-Argonne-Offensive im Herbst 1918 war der größte militärische Erfolg der US-Truppen unter General John J. Pershing und durchbrach die deutsche Westfront bei Verdun. Von November 1918 bis Mai 1919 besetzten US-amerikanische Soldaten eine Zone im heutigen Rheinland-Pfalz in der Umgebung der Stadt Trier. Insgesamt 115.000 GIs starben im Ersten Weltkrieg, die meisten davon aufgrund Krankheiten wie der Spanischen Grippe in den heimatlichen Ausbildungslagern und in Europa. Etwa 50.000 Mann kamen bei den Kampfhandlungen in Europa ums Leben. Vor allem das materielle und personelle Übergewicht des Heeres beschleunigte den Sieg der alliierten und assoziierten Mächte.
1920 wurde die National Army aufgelöst und die militärischen Kapazitäten der USA zu Land auf den Stand der United States Army zurückgeführt. Außerdem wurden alle Beförderungen, die von 1917 bis 1920 erteilt wurden, rückgängig gemacht.
In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die United States Army ab 1933 eine umfassende Modernisierung auf allen Ebenen, da sie zum Teil noch in Schemata des Bürgerkrieges operierte.
Im Zuge der wachsenden Anspannung in den USA hinsichtlich des „Krieges in Europa“ erteilte der US-Kongress im Februar 1941 die Weisung, die Army of the United States auszuheben, die im Gegensatz zur National Army neben der Regular Army und Freiwilligen auch die Reserve umfasste, was den Strategen der Vereinigten Staaten zunächst neu erschien. Juristisch betrachtet blieben die vorherigen Einzelteile bestehen.
Die militärische Eroberung der pazifischen Inseln im Zuge des Inselspringens gehörte in den Aufgabenbereich des US Marine Corps, während Heeressoldaten die Inseln sicherten. Die Soldaten der US Army kämpften vor allem in Europa, ab 1943 in Italien und ab 1944 in Frankreich. Der Oberkommandierende der alliierten Expeditionsstreitkräfte, Dwight D. Eisenhower, entstammte der Army. Von den ungefähr 291.000 getöteten Soldaten gehörten knapp 234.000 der Army an. Auf dem Höhepunkt ihres Personalstandes verzeichnete die Army of the United States über 8,3 Mio. Soldaten, einen nie wieder erreichten Wert.
Auch diesmal setzte die Army alle Dienstgrade auf den Vorkriegszustand zurück. Sie wurde darüber hinaus von einer Explosion ihres Sozialbudgets überrascht, da Veteranen nach ehrenhafter Entlassung viele Versorgungsansprüche geltend machen konnten.
In Europa und Nordafrika verschaffte das Eingreifen des US-amerikanischen Heeres den alliierten Streitkräften endgültig das militärische Übergewicht, das zusammen mit dem Zusammenbruch der deutschen Ostfront den Sieg der Alliierten ermöglichte.
Die Haltung der Bevölkerung der Vereinigten Staaten zur Größe der Armee wandelte sich vor dem Hintergrund des sich anbahnenden Kalten Krieges sowie der negativ aufgenommenen Verbreitung des Kommunismus stark.
Im Laufe des Krieges hatte die Abwicklung von Operationen und Logistik per Flugzeug rasant an Bedeutung gewonnen. Das Flugzeug ermöglichte eine bis dahin für unmöglich gehaltene Anzahl an Luftlandeoperationen, beispielsweise in der Normandie oder in den Niederlanden. Aus dieser Zeit rührt die überdurchschnittliche Reputation der Luftlandeverbände des Heeres. Eine Folge des Krieges war die Ausgliederung großer Teile der Luftstreitkräfte des Heeres. Die Bedeutung des United States Army Air Corps nahm derart stark zu, dass die Bundesregierung sie 1947 in die neugegründete Air Force auslagerte.
Im Koreakrieg wurde abermals ein Massenheer aufgeboten, welches von 1950 bis 1953 in Korea im Rahmen einer militärischen Intervention der UN zugunsten des Südens unter Führung der Vereinigten Staaten zum Einsatz kam. Da die Demobilisierung des Massenheeres nach dem Zweiten Weltkrieg zu diesem Zeitpunkt weit fortgeschritten war, entwickelte sich die UN-Mission unter Führung der U.S. Army für das Heer zunächst ungünstig. Nach anfänglichen Misserfolgen, bei der nur der massive Einsatz der Marines eine Katastrophe (Einschluss und Vernichtung großer Army-Kontingente) verhinderte, als sie die in Bedrängnis geratenen Army-Einheiten entsetzte, konnte die zuweilen sehr kritische Lage stabilisiert und die nordkoreanischen Truppen bis an die chinesische Grenze zurückgedrängt werden. Diese Umstände kosteten die Army einiges an Reputation in der US-amerikanischen Bevölkerung und verschärfte die ohnehin vorhandene Konkurrenzsituation zwischen den beiden Teilstreitkräften weiter. Durch das Eingreifen der Volksrepublik China in den Konflikt erhöhte sich die Anzahl der Opfer beim Heer bis zum Waffenstillstand auf 30.000 Soldaten, davon 27.000 im Kampf. In der Army hatten mehr als zwei Millionen Mann gedient.
Bereits lange vor dem offiziellen Ausbruch des Vietnamkrieges im Jahr 1964 waren Einheiten der Green Berets seit 1956 im Operationsgebiet als Militärberater aktiv. Als die Zahl der in Vietnam anwesenden Soldaten im Jahre 1963 die Marke von 16.000 überschritt, ließ sich der Anschein eines auf Beratung beschränkten Konflikts der Army nicht mehr aufrechterhalten, sodass der Krieg in Südostasien zu eskalieren begann.
Die Intervention der Vereinigten Staaten in Vietnam entwickelte sich für die Army zu einem Debakel, weil die überwiegend aus Wehrpflichtigen bestehenden Verbände in einen Kampfeinsatz geschickt wurden, dessen Legitimität immer stärkeren Zweifeln aus dem Inland ausgesetzt war, und der „Vietcong“ sie mit Situationen konfrontierte, denen sie oftmals nicht gewachsen waren. Der Kampf im Dschungel gegen einen gut trainierten und hochmotivierten Feind zeigte schnell Mängel in Einsatzkonzept, Ausbildung und Ausrüstung auf, da die Army allein auf das in vorangegangenen Kriegen erfolgreich angewandte Konzept der klassischen Großoperation mit massiver Feuerkraft dem der asymmetrischen Kriegführung vorzog. Erst im Laufe des Konfliktes begannen entsprechende Spezialeinheiten in größerem Stil, mit den gleichen Taktiken wie der „Vietcong“ parallel zu konventionellen Heeresverbänden zu operieren.
Im Laufe des Konfliktes sammelte die US Army Erfahrungen in der Guerillakriegführung, die die Ausbildung der Soldaten seither beeinflusst hat. Darüber hinaus trug die Taktik der FNL zur Gründung diverser US-amerikanischer Spezialeinheiten bei.
Trotz der lehrreichen Erfahrungen in Vietnam entwickelte sich der zehnjährige Konflikt zu einem großen Trauma, speziell für die stark infanteristisch geprägte Army. Auf Betreiben mehrerer Organisationen und Kampagnen, zu denen sich viele Soldaten zusammengeschlossen hatten, war die Politik genötigt, die außerdienstliche Betreuung für Soldaten auszubauen, was sie zunächst nur widerwillig umsetzte. Hauptaspekt war neben der Beendigung des Krieges die psychologische Betreuung der Soldaten während des Einsatzes und danach. Im Laufe der Zeit wurde mit diesen Einrichtungen im Sinne einer umfassenden Versorgung der Soldaten immer stärker geworben. Aus der Ära des Vietnamkrieges stammt die Neigung vieler Mitglieder der Army, sich als Opfer der Politik und als von der US-amerikanischen Gesellschaft missverstanden zu sehen.
Trotz aller Entschlossenheit bemängelte sogar das Offizierskorps die Kriegsführung. Es stellte fest, dass die Wehrpflicht keineswegs vonnöten, sondern im Gegenteil eher hinderlich gewesen sei, was sich im Zahlenverhältnis von einem Offizier zu drei Mannschaftsdienstgradsoldaten widerspiegelte.
Die gestiegene, vor allem gegen die Infanterie gerichtete Aversion sorgte für einen stetigen Rückgang der jährlichen Rekrutierungszahlen, bis nach dem öffentlichkeitswirksam geführten Zweiten Golfkrieg eine gegenteilige Entwicklung einsetzte.
Von den 58.000 US-amerikanischen Toten des Vietnamkrieges waren von den Soldaten des Heeres 31.000 im Kampf und 7.200 an anderen Ursachen gestorben.
Im Zweiten Golfkrieg hatte die Army die Aufgabe, in einer Koalition aus 500.000 Soldaten der insgesamt 30 teilnehmenden Nationen die irakischen Truppen ins eigene Land zurückzudrängen, während Marines das zuvor vom Irak überfallene Kuwait befreiten. Nach vier Tagen wurde der erfolgreiche Vorstoß der US Army abgebrochen, weil das US-amerikanische Interesse an einem Sturz Saddam Husseins aufgrund sicherheitspolitischer Bedenken, wie z. B. das territoriale Auseinanderbrechen des Irak entlang der ethnischen Grenzen, schwand. 224 Soldaten der Army fielen während dieses Krieges. Während dieser Operation wurde erstmals das System der Network Centric Warfare angewandt, der digitalisierten Vernetzung und Führung aller Einheiten.
In Somalia sollten die beiden Army-Spezialeinheiten Rangers und Delta Force zusammen mit der 10. US-Gebirgsjägerdivision im Rahmen der Operation Restore Hope nach Abzug zweier Divisionen der U.S. Marines die humanitären Aktionen der UNO überwachen.
In der Schlacht von Mogadischu erreichten die Soldaten gegen eine schlecht ausgerüstete und ausgebildete zehnfache Übermacht von Clanmilizen ein blutiges Patt, bevor sie sich zurückziehen mussten. Nach dem Kampf und mittlerweile 31 Toten wuchs der politische Druck auf US-Präsident Clinton so stark an, dass er das US-amerikanische Engagement in Somalia endgültig abbrechen musste.
Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion und des Warschauer Paktes wurde der Militärhaushalt während der 1990er Jahre drastisch gekürzt. Nach dem 11. September 2001 hatte sich die Strategie des Pentagon bereits von einfachen Kürzungen, Verschlankungen und Verkleinerungen hin zur so genannten „Transformation der US Army“ gewandelt. Diese Doktrin fokussiert eine Armee auf schnellen, effizienten Kampf, der eine Verlegung massiver Heereseinheiten, wie z. B. noch im Zweiten Golfkrieg, überflüssig macht.
Am Ende der Transformation, die 2008 abgeschlossen sein soll, soll sich die Planungsgrundlage von den zehn im Jahre 2006 noch existierenden Divisionen auf anvisierte 42–43 Brigaden verschoben haben. Faktisch sind erstere dann nicht mehr existent, ihre Wiedereinführung durch den modularen Aufbau ohne Weiteres möglich.[7]
Als Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001 griff eine US-geführte Koalition im Rahmen der Operation Enduring Freedom in Afghanistan ein, um das Taliban-Regime zu stürzen. Daran beteiligt waren seitens der Army zumeist Spezialeinheiten, da größere Bodenoperationen afghanischen Verbündeten überlassen wurden. In der darauf folgenden Zeit mussten US-amerikanische Einheiten immer wieder Offensiven gegen Aufständische starten. Seit 2006 wurden die meisten Kontingente der Army aus der Operation Enduring Freedom ausgegliedert und der getrennten NATO-geführten ISAF-Mission unterstellt.
In Afghanistan starben bisher knapp 400 Soldaten der U.S. Army (Stand April 2008).[8]
Die oben beschriebene Doktrin wurde im Irak-Krieg bei der Operation Iraqi Freedom erfolgreich erprobt. Die Anzahl der beteiligten Soldaten erreichte nur ein Viertel der Mannschaftsstärke von Desert Storm, aber die verbliebenen Kräfte kooperierten dank der neu eingeführten Auftragstaktik[9] und erheblich verbesserter Kommunikation besser als zuvor. Dabei verlor die Anzahl der Divisionen, namentlich vier, an Aussagekraft, da den sonst im internationalen Vergleich eher kleinen Divisionen der Armee die größtmögliche Anzahl von Truppen beigeordnet wurde. So genügte eine einzige Brigade, um Bagdad einzunehmen und zu halten, bis weitere zur Sicherung eintrafen.
Die politische Stabilisierung des Landes bereitet der US Army weit größere Probleme. Wurden während der „offiziellen“ Kampfhandlungen nur knapp 60 US-amerikanische Soldaten getötet, waren es danach mehr als 4.100 (Stand: August 2008). Als Grund für den Misserfolg wird vor allem die mangelhafte Kenntnis der arabischen Kultur angesehen sowie die ungenügende Ausbildung für Friedensmissionen.
Soldaten der US Army haben in mehreren Kriegen Kriegsverbrechen begangen. Das aufsehenerregendste Kriegsverbrechen des Vietnamkrieges war das Massaker von My Lai. Während des dritten Irak-Krieges wurde der Abu-Ghuraib-Skandal bekannt. In Afghanistan wurden Soldaten der Exekution ganzer Gefangenengruppen beschuldigt. In einem weiteren Fall sollen Soldaten das Verdursten einer Gruppe gefangen genommener Taliban in einem verriegelten Lkw-Container zu verantworten haben.[10] Im September 2006 wurden weitere Vorwürfe laut: Die LA Times hatte zusammen mit der Nichtregierungsorganisation Crimes of War Project recherchiert, dass 10 Mitglieder einer Special Forces-Einheit der Nationalgarde von Alabama auf ihrem Stützpunkt Gardez in Afghanistan im Frühjahr 2003 mehrere Personen gefoltert, davon einige zu Tode, und daran anschließend eventuelle Aussagen abgestimmt haben sollen.[11][12]
Auch aus dem Zweiten Weltkrieg sind einige Kriegsverbrechen der Army bekannt. Angehörige der 45. US-Infanteriedivision erschossen z. B. 1943 auf Sizilien deutsche und italienische Kriegsgefangene.
Im Philippinisch-US-amerikanischen Krieg und Moro-US-amerikanischen Krieg begingen die Truppen der Vereinigten Staaten zahlreiche Kriegsverbrechen. Es kam zu systematischem Einsatz von Folter, Geisel- und Gefangenenerschießungen, Ermordung von Zivilisten und der Entvölkerung ganzer Landstriche.[13]
Verfassungsrechtlich ist das Heer der Vereinigten Staaten wie die Gesamtheit der Streitkräfte in Artikel II, Abschnitt 2, Absatz I, Satz 1 und Artikel I, Abschnitt 8, Satz 11 und 14 der Verfassung der Vereinigten Staaten legitimiert. Die Ausgestaltung des Auftrags der Army findet in Untertitel B, Teil I, Kapitel 307, § 3062 des Zehnten Buches des United States Code statt. Dieser Paragraph [14] legt neben dem Auftrag auch die Zusammensetzung der Landstreitkraft und die Zugehörigkeit zu ihr fest. Sie lautet in der Übersetzung:
„(a) Es ist das Bestreben des Kongresses, ein Heer bereitzustellen, das in Verbindung mit den anderen bewaffneten [Teil]Streitkräften dazu in der Lage ist,
- (1) Frieden und Sicherheit in den Vereinigten Staaten und deren Staatengemeinschaft [Commonwealth], in deren Besitzungen und allen von den Vereinigten Staaten besetzten Gebieten zu bewahren und deren Verteidigung zu gewährleisten;
- (2) die nationale Politik zu unterstützen;
- (3) die nationalen Zielvorstellungen umzusetzen;
- (4) jeglichen Staat, der aggressive Handlungen begeht, die den Frieden und die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden, zu bezwingen.“
Absatz (b) legt fest, dass das Heer vor allem für „unverzügliche und nachhaltige Kampfeinsätze für den Fall von Bodenoperationen […] strukturiert, ausgebildet und ausgerüstet“ [15] sein muss. Die Army ist „für die Bereitstellung von Landstreitkräften verantwortlich, die für das schlagkräftige Betreiben eines Krieges notwendig sind, soweit nicht anders beauftragt, und, in Übereinstimmung mit streitkräfteübergreifenden Mobilisierungsplanungen, für die Entfaltung der Bestandteile des Heeres [verantwortlich], um den Anforderungen des Krieges gerecht zu werden“.[16]
Die Strategie des Heeres ist in diversen verteidigungspolitischen Papieren festgelegt, die gemäß der Außenpolitik der Vereinigten Staaten Diplomatie, Militär und Nachrichtendienste in eine eng verzahnte Gesamtkonzeption einbetten. Diese ist in der Nationalen Sicherheits- und Nationalen Verteidigungsstrategie der USA festgehalten, die der Nationale Sicherheitsrat ausarbeitet und aktualisiert. Deren Schwerpunkte liegen derzeit sowohl allgemein als auch auf das Heer bezogen vor allem im Krieg gegen den Terrorismus, der Erfüllung der Bündnispflichten sowie in der Abschreckung der Feinde der USA, bedingt vor allem durch ihre globale Präsenz.[17]
Die größte Herausforderung sieht die Army derzeit in der Bewältigung der politisch gestellten Aufgaben bei gleichzeitiger Restrukturierung, Transformation genannt (sie gleichnamiges Unterkapitel unten). Sie ist die umfangreichste Strukturmaßnahme seit dem National Security Act von 1947. Der eigene Anspruch, aber auch die öffentliche Erwartungshaltung liegen in einer funktionalen, flexiblen Kommandostruktur, die beim Zusammenspiel verschiedener Kompetenzen nicht konkurriert, und darüber hinaus in weltweit projizierbaren, d. h. effektiv einsetzbaren Truppen.
In der Praxis läuft dies auf den Anspruch hinaus, jederzeit mehrere Kriege am Boden führen zu können. Vereinzelt sprechen US-amerikanische Politiker von 3–4 Konfliktbeteiligungen, sollte dies nötig sein. Angesichts der jüngsten Entwicklungen erscheint dies jedoch unwahrscheinlich, sodass mehrheitlich zwei Großeinsätze erwartet werden. Die gelegentliche Forderung einzelner Offiziere nach einer Vergrößerung des Heeres steht im Widerspruch zu der, nach dem Vietnamkrieg vollständig umgesetzten, Freiwilligenarmee. Daher wird vor allem das Szenario der Beteiligung an zwei großen Regionalkriegen, bzw. an einem großen Konflikt und zwei begrenzten verfolgt.[18]
In der Praxis wirft die weltweit zunehmende Asymmetrisierung des Krieges Fragen in Bezug auf diese Gesamtstrategie des Heeres der USA als derzeit effektivste Bodenstreitkraft der Erde auf, weil sie aufgrund ihrer Stärke in Kombination mit ihrer eingeschränkten Belastbarkeit in der asymmetrischen Kriegführung ein verlockendes Ziel für Milizen, bewaffnete Gruppen u. Ä. darstellt. Bisher wurden in diesem Zusammenhang keine Lösungen oder Antworten gefunden, was wahrscheinlich auf die komplexen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und psychologischen Hintergründe dieser sich ausdehnenden Kriegsform zurückzuführen ist.
Das Budget der Army wird im Haushaltsjahr 2009 knapp 141 Mrd. $ betragen. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 10 Mrd. und um 30 Mrd. gegenüber dem Fiskaljahr 2007. Den größten Anteil daran haben mit ungefähr 36 Prozent die Ausgaben für das militärische Personal, sie werden im Jahre 2009 knapp $ 51 Mrd. ausmachen. Die Fixkosten für laufende Operationen sind innerhalb von zwei Jahren von 32 Mrd. Dollar auf 40 Mrd. angestiegen, die Beschaffungskosten von 15,4 Mrd. auf 26,2 Mrd. Dollar. Hintergrund ist das Grow the Army-Programm (siehe oben) sowie die beschleunigte Beschaffung neuer Ausrüstungsgegenstände wie Hubschrauber und Fahrzeuge. Der Anstieg der laufenden Kosten erklärt sich mit der Verbesserung der „Dienste für die Lebensqualität“ der Soldaten und ihrer Familien ebenso wie mit gesteigerten Rekrutierungskosten.[19]
Im Folgenden wird neben den drei sogenannten Komponenten sowohl die vertikale als auch die horizontale Organisation des Heeres der Vereinigten Staaten erläutert. Der Begriff „vertikale Befehlskette“ bezieht sich auf die Kommandostruktur von der Spitze bis zur Verbandsebene, „horizontale Befehlskette“ auf deren Ausprägung in Waffengattungen, Regionen und anderen Organisationsbereichen.
Als Berufsheer verfügt die United States Army über verschiedene Möglichkeiten, freiwillig in ihr Dienst zu leisten. Dabei wird das Berufsheer von zwei Reserveinstanzen ergänzt, deren unterschiedlicher Charakter auf die unterschiedliche Regelung des Wehrdienstes und unterschiedliche Aufgabenzuteilung gründet. Diese unterschiedlichen Organisationsbereiche werden im allgemeinen Sprachgebrauch als components (deutsch: „Komponenten“) gehandhabt.
Neben den Luftstreitkräften ist die Army die einzige Teilstreitkraft der USA, die über drei Komponenten verfügt. Neben dem Berufsheer gibt es eine Bundesreserve, während die einzelnen Bundesstaaten milizähnliche Organisationen betreiben, die verwaltungstechnisch in einer Nationalgarde zusammengefasst sind und auf Anweisung des Präsidenten hin zum Vollzeitdienst einberufen werden können. Beide Reservekomponenten (reserve components) sind verwaltungstechnisch jeweils in einem Oberkommando zusammengefasst.
Der Einsatz der Reserve und Nationalgardisten ist seit dem Vietnamkrieg proportional wie prozentual kontinuierlich gestiegen, obwohl sie an jedem Krieg der USA seit dem Ersten Weltkrieg teilgenommen haben. Sie waren vor allem an der Operation Desert Storm, an der KFOR-Mission und an der Operation Iraqi Freedom beteiligt. Manche US-Bürger sorgen sich aufgrund des chronischen Mangels an Freiwilligen um eine Reaktivierung der seit dem Vietnamkrieg ausgesetzten Wehrpflicht. Von offizieller Seite wurden solche Planungen bisher immer verneint, und weder in Politik noch Gesellschaft sind aus verschiedenen Gründen Mehrheiten zu erwarten.
Beide Reserveinstanzen des Heeres berufen sich traditionell auf den Minuteman aus dem Unabhängigkeitskrieg, der die Verwurzelung und Bürgernähe der Army einerseits und den furchtlosen und opferbereiten Bürger andererseits symbolisieren soll.
Begünstigt durch das starke Souveränitäts- und Subsidiaritätsdenken in der politischen Kultur der Vereinigten Staaten gibt es auf bundesstaatlicher Ebene verschiedene Milizen, die manchmal von der Staatsregierung unterstützt werden und der Nationalgarde, also der „offiziellen“ Streitmacht des Bundesstaates, zuarbeiten. Mitglieder dieser Vereinigungen wollen sich gewöhnlich nicht vollständig dem Bundesstaat unterordnen. Deswegen kümmern sich diese Milizen selbst um ihre Organisation, Ausbildung und Ausrüstung. Ihr de-facto-Status ähnelt mehr dem einer Behörde als der eines Teils des Militärs.
Das Berufsheer der Vereinigten Staaten wird Regular Army genannt und besteht aus seinen Berufssoldaten und seinen zivilen Angestellten. Die Regular Army umfasste am 30. Dezember 2007 knapp 518.000 Soldaten.[20] Am 30. September 2007 waren ungefähr 71.800 ihrer Angehörigen Frauen.[21] Der Kongress bestimmt jährlich die maximale Größe des Berufsheeres. [22]
Die United States Army Reserve ist die Bundesreserve der United States Army. Ihr kommt eine Zwitterrolle bei der Unterstützung des Berufsheeres zu. Mitgliedern der Reserve kann befohlen werden, sowohl bestimmte Posten bei Stäben oder Institutionen aufzufüllen, als auch im Rahmen ihres Verbandes Vorbereitungen und Dienst im Krisen- oder Kriegsgebiet zu leisten. Mitglieder der Army Reserve sind in ihren zivilen Berufen fast durchgehend Spezialisten. Gerade stark berufsbezogene Verbände wie die Militärpsychologie sind deswegen der Army Reserve untergeordnet, versehen aber Vollzeitdienst, soweit sie dies im Rahmen eines Verbandes tun.
Das Hauptquartier der Bundesreserve, das United States Army Reserve Command (USARC), befindet sich im Fort McPherson im Bundesstaat Georgia. Der kommandierende General der Reserve leitet daher sowohl eine Behörde als auch eine militärische Kommandostelle. Amtsinhaber ist seit dem 25. Mai 2006 Generalleutnant Jack C. Stultz.
Die Army Reserve wurde am 23. April 1908 gegründet und war ursprünglich zur Bereitstellung medizinischen Fachpersonals konzipiert. Im Haushaltsjahr 2006 verfügte sie über 189.975 Männer und Frauen.[23]
Die Mitglieder der USAR dienen in Friedenszeiten in einem Turnus, der in den Vereinigten Staaten sprichwörtliche Bedeutung angenommen hat: Two days a month, two weeks a year (dt.:„Zwei Tage im Monat, zwei Wochen im Jahr“). Das Budget der Army Reserve beträgt knapp 5,3 Prozent des gesamten Teilstreitkraftetats, ihre Organisation ist über bestimmte Funktionen fest in das Berufsheer eingebunden. Dazu gehören Internierungsbrigaden, das Anwaltskorps, Eisenbahneinheiten, Ausbildungsbrigaden und Wasserversorgungsbataillone sowie den Großteil der Öffentlichkeitsarbeit, der psychologischen Kriegsführung, der Transportgruppen und der Krankenhäuser.[24] Somit besitzt die Bundesreserve nicht ausschließlich Ersatz- sondern auch ergänzende Funktionen.[25]
Die Army National Guard (ARNG) ist die zweite Komponente der Heeresreserve und wurde 1903 gegründet, als der Militia Act die verschiedenen Staatsmilizen auf eine gemeinsame Organisationsgrundlage stellte. Da diese Milizen von den Gouverneuren der Bundesstaaten unterhalten werden, ist die Zentrale in Washington D.C. direkt im Verteidigungsministerium untergebracht.
Vor dem Jahr 2001 waren Nationalgardisten Soldaten der einzelnen US-Bundesstaaten, sofern sie nicht zur Regular Army, also zum Heer des Bundes, einberufen wurden. Dies änderte sich unter der Regierung von George W. Bush: Zurzeit unterstehen Nationalgardisten sowohl ihren staatlichen Kommandeuren als auch dem Personalreservoir des Berufsheeres. Bei der Pensionierung werden sie wie ehemalige Soldaten der Reserve behandelt, und ab dem 60. Lebensjahr wie Soldaten, die in der Regular Army gedient haben.
Seit dem Jahr 2007 kann der Präsident der Vereinigten Staaten die Army National Guard ohne Zustimmung der jeweils zuständigen Gouverneure einberufen.[26] Im Fiskaljahr 2006 verfügte die ARNG über 346.255 Mann.[27] Als wichtigste Aufgabe der National Guard galt der Zivil- und Katastrophenschutz. Ihren ersten Großeinsatz erlebte sie im Vietnamkrieg mit knapp 23.000 Mann, die zu einem Jahr vollem Dienst einberufen wurden. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sind die Nationalgardisten wieder stärker eingebunden.
Auch wenn die US Army zurzeit eine vollständige und von den Reserveeinheiten unterstützte Berufsarmee ist, so gibt es Notfallpläne und Maßnahmen zur Einberufung von Wehrfähigen für den Fall des Notstands oder eines größeren Krieges, beispielsweise einer Invasion des Territoriums der Vereinigten Staaten oder einem erneuten Weltkrieg.
Zu diesem Zweck ist die Reserve nach Verfügbarkeit und Tauglichkeit der Reservisten gegliedert. Der Präsident greift bevorzugt auf die Selected Reserve zurück, die wie reguläre Heeresverbände aufgestellt ist und einzig noch an die tägliche Routine herangeführt werden muss. Die Individual Ready Reserve besteht aus ehemaligen Berufssoldaten und Mitgliedern der Reserve, die keinen Reservistendienst versehen. Sie nehmen weder an den monatlichen und jährlichen Übungen teil und werden nicht entlohnt. Ihr militärischer Wert besteht meistens in den erlernten Berufen und Fertigkeiten. Die letzte administrative Unterteilung ist die Retired Reserve, in der knapp 715.000 aus allen Heereskomponenten registriert sind.[28]
Per Presidential Reserve Call-up (PRC, „präsidialer Aufruf zum Reservistendienst“) kann der Präsident der Vereinigten Staaten bis zu 200.000 Mann für eine Frist von bis zu 270 Tagen zum Reservistendienst innerhalb der kontinentalen Vereinigten Staaten einberufen. Dies muss er dem Kongress mindestens 24 Stunden zuvor ankündigen und begründen. Im Notfall kann der Präsident auf eine Partial Mobilization (Teilmobilmachung) zurückgreifen, bei der 1 Mio. Mann bis zu 24 Monate einberufen. Bei einer vollen Mobilmachung muss der Kongress den Notstand erst anerkennen, bevor der Präsident alle verfügbaren militärischen Mittel einsetzen darf, inklusive der Retired Reserve. Diese Genehmigung kann darauf ausgedehnt werden, dass der Präsident auch alle registrierten und nichtregistrierten Milizen einberufen und dem Militär Industriekapazitäten unterordnen darf.[29]
Nach dem Zweiten Weltkrieg pendelte sich die Größe der Army bei ca. 600.000 Soldaten ein. Zu Beginn des Koreakrieges wurde diese Zahl auf fast 1,6 Mio. innerhalb eines Jahres gesteigert. Nach dem Einsatz auf der koreanischen Halbinsel wurde die Anzahl der Truppen vor dem Hintergrund des Kalten Krieges gerade einmal halbiert. Auf dem Höhepunkt des Vietnamkrieges, 1968, betrug die Stärke der Army wieder fast dieselbe wie in Korea. Nach Vietnam blieb die Anzahl der Heeressoldaten konstant bei knapp 800.000 Soldaten. Nicht einmal der Zweite Golfkrieg konnte den nach dem Zerfall der Sowjetunion einsetzenden radikalen Truppenabbau, der zur heutigen Truppenstärke führte, aufhalten.[30]
Mittlerweile wächst die Kritik an der Verkleinerung der Army in dieser Größenordnung. Militärs und Politiker fordern eine Vergrößerung der Reserveeinheiten angesichts der wachsenden Anzahl an Einsätzen und Verlusten sowie der steigenden Operationsgeschwindigkeiten (OP-Tempo) und der Länge der Stationierungen, die die Moral der Truppen beeinträchtigen. Die Realisierung solcher Forderungen schien im Zuge der aktuellen Rekrutierungsprobleme unwahrscheinlich und wurde vom Pentagon abwartend beantwortet.[31] Bis 2007 hatten sich die obigen Zahlenwerte stabilisiert.
Deshalb soll der radikale Truppenabbau der 90er wenigstens teilweise wieder zurückgenommen werden. Bis 2013 will das Heer in einem Generalplan namens Grow the Army [32] in allen drei Aktivierungsstufen um 74.200 Mann wachsen, die dann bereits nach der transformierten Struktur aufgestellt sein werden. Die Reserve wird um 1.000, die Army National Guard um knapp 8.200 Mitglieder verstärkt werden. Die restlichen 65.000 Mann werden den aktiven Einheiten zugeteilt. Organisationen wie der Association of the United States Army, einem einflussreichen, konservativen Interessenverband, dem viele Tausend Soldaten angehören, halten die Vergrößerung für unzureichend und verlangen ein Wachstum auf 750.000 bis 1 Million Mann. Dies soll die militärischen und sozialen Spannungen vermindern, die sich in einem gesteigerten Aufgabenspektrum und stark gestiegenen familiären Belastungen für die weltweit eingesetzte Truppe niederschlagen.[33]
In zwei Durchgängen soll darüber hinaus das Gehalt der Soldaten ab dem Haushaltsjahr 2008 um 3 Prozent und dann um 3,4 Prozent erhöht werden. Dies soll durch weitere Privatisierungen von Armeewohnhäusern sowie durch einen Anstieg des Budgets von knapp 110 Milliarden auf ungefähr 140 Milliarden US-Dollar finanziert werden.[34]
Die vertikale Befehlsstruktur des Heeres orientiert sich größtenteils an den für die Gesamtheit der Streitkräfte geschaffenen Institutionen.
Oberbefehlshaber der Army ist wie bei allen anderen Teilstreitkräften der Präsident der Vereinigten Staaten. Die alltägliche Aufsicht über Angelegenheiten des Heeres hat das Department of the Army (Heeresressort oder -amt) innerhalb des Verteidigungsministeriums. In seinen Strukturen orientiert es sich stark an denen der anderen US-Streitkräfte, mit denen es in militärischer Hinsicht stets zusammenwirkt (jointness).
Unterhalb der National Command Authority steht das Hauptquartier des Heeres an der Spitze der Teilstreitkraft. Es umfasst den Armeestaatssekretär der Vereinigten Staaten (SECARM), dessen ziviles Amt Teil des Verteidigungsministeriums ist, und den Vorsitzenden des Generalstabs des Heeres (engl. Chief of Staff of the Army, abgekürzt CSA). Der SECARM und sein Apparat haben nur administrative, nicht jedoch operative Verantwortung und sind zuständig für die politische Vertretung, Personal, Budgetvergabe und die Sicherstellung aller für das Heer notwendigen Ressourcen sowie für die Außendarstellung.
Derzeitiger Armeestaatssekretär ist Preston Geren, CSA ist George W. Casey, Jr..
Dem Generalstab des Heeres ist der Vereinigte Generalstab der USA (Joint Chiefs of Staff, JCS) übergeordnet, in dem der Chief of Staff of the Army das Heer vertritt. Er ist zwar der ranghöchste Soldat der Army, wenn der Vorsitzende nicht selbst zur Army gehört, übt aber operativ keine Kommandogewalt aus. Diese liegt bei den Kommandeuren der Unified Combatant Commands, die nicht den Vereinigten Stabschefs und ihrem Vorsitzenden unterstehen, sondern direkt der National Command Authority.
Darüber hinaus sind im Generalstab ein Sonderberater des Armeestaatssekretärs (Special Assistant to the Secretary of the US Army, derzeitiger Amtsinhaber: Raymond F. DuBois), ein Stellvertretender Generalstabsvorsitzender (derzeit Gen. Peter W. Chiarelli) sowie der Sergeant Major of the Army (SMA, „Stabsunteroffizier des Heeres“) vertreten.
Der Sergeant Major of the Army, abgekürzt SMA, ist ein in der ganzen Teilstreitkraft einzigartiger, repräsentativer Posten. Vor diesem Hintergrund hat der Stabsunteroffizier des Heeres die Aufgabe, sich im Generalstab für die Belange der Unteroffiziere und Mannschaften einzusetzen. Umgekehrt macht er die Stimmung bei der Truppe für die Spitzen der Befehlsgewalt greifbar. Derzeitiger Amtsinhaber ist SMA Kenneth O. Preston.
Hauptartikel: Verbände der US Army
| Ebene | Kommandeur | besteht aus / Anzahl Soldaten |
|---|---|---|
| Armee | General | zwei bis fünf Korps |
| Korps | Lieutenant General | zwei oder mehr Divisionen / 30.000+ |
| Division | Major General | vier bis sechs Brigaden / 15.000–20.000 |
| Brigade / Gruppe | Brigadier General/Colonel | sechs bis sieben Bataillone / 3300–3900[35] |
| Bataillon / Staffel | Lieutenant Colonel | zwei bis sechs Kompanien / 300–1000 |
| Kompanie | Captain | zwei bis sechs Züge / 100–300 |
| Platoon | 2nd / 1st Lieutenant | zwei oder mehr Gruppen / 30–40 |
| Squad | Staff Sergeant | zwei oder mehr fire teams / 8–12 |
| Fire team | Corporal | vier bis fünf Soldaten |
Die US Army ist auf der operativen Ebene in verschiedene Komponenten geteilt (vom größten zum kleinsten):
Der größte Kampfverband der US Army ist das Korps; größere Verbände sind laut derzeitiger Doktrin rein administrativer Natur. Anders als die anderen Verbände sind sie nicht fester Teil der Hierarchie, sondern werden daher nach Auftragslage zusammengesetzt, was in der Praxis immer von einigen „Stammeinheiten“ ausgehend geschieht. Dies erleichtert aufgrund der eingegrenzten Aufgaben eine schnellere und einfachere strategische Planung. Die Korps sind zwar an ihr Operationsgebiet angepasst, verfügen jedoch grundsätzlich über die Fähigkeit, militärische Aufgaben aller Art über einen längeren Zeitraum hinweg auszuführen. Bis auf das in Heidelberg stationierte V. Korps haben alle anderen Abteilungen ihre Hauptquartiere in den USA. Derzeit verfügt das Heer über vier Korps, die aufgabenbezogene, geläufige Spitznamen führen:
Das I Corps ist in Fort Lewis, Washington, stationiert. Die mehrdeutige Aussprache des Buchstabens „I“ in der englischen Sprache hat dazu geführt, dass diese in Bezug auf die Aufgabe des Korps als Eye Corps (sinngemäß: „sehendes Korps“) verstanden wird. Es bildet die strategische Eingreifreserve des Regionalkommandos Pacific Command, welches für den pazifischen und südostasiatischen Raum zuständig ist.
Das III Corps in Fort Hood, Texas, wird mit verschiedenen Spitznamen wie Phantom Corps („Phantomkorps“), America’s Hammer („Hammer Amerikas“) oder vor allem Counterattack Corps („Korps für den Konter“) bezeichnet. Diese Spitznamen sind eine Anspielung auf seine relativ freie Verfügbarkeit im Gegensatz zu den geographischen gebundenen anderen Korps und auf seine ehemalige, exklusive Zusammensetzung aus gepanzerten Verbänden. Es ist der Theorie nach für Entlastungsangriffe vorgesehen. Dem Korps sind die 1. US-Infanteriedivision, 1. US-Kavalleriedivision und die 4. US-Infanteriedivision unterstellt.
Das V Corps ist im deutschen Heidelberg stationiert und für Gegenden außerhalb der westlichen Hemisphäre zuständig. Durch die römische Fünf in seinem Namen kam ein Wortspiel mit dem Buchstaben „V“ auf, aus dem sich der Spitzname Victory Corps (sinngemäß: „Siegerkorps“, „Korps der Siegertypen“) ergab. Dem Korps ist vorläufig noch die 1. US-Panzerdivision bis zu deren Verlegung nach Fort Bliss unterstellt.
Das XVIII Airborne Corps, welches in Fort Bragg, North Carolina, stationiert ist, fungiert als schnelle Eingreiftruppe. Es trägt die umgangssprachliche Bezeichnung Contingency Corps, was sinngemäß übersetzt so viel wie „das Korps für alle Fälle“ oder „Notfallkorps“ bedeutet. Dem Korps sind die 3. US-Infanteriedivision, 10. US-Gebirgsjägerdivision, 82. US-Luftlandedivision und 101. US-Luftlandedivision unterstellt.
Anordnung und römische Zahlengebung rühren direkt aus dem Zweiten Weltkrieg her, was der Traditionspflege dient. Zu jener Zeit verfügten die USA über bis zu dreißig Heereskorps. Insgesamt hat die Korpsebene durch die Transformation stark an Bedeutung verloren.
Durch unterschiedliche Anwendung innerhalb der Army hat die Präzision des Begriffs abgenommen. So wurden im Sezessionskrieg teilweise Verbände von mehr als 20.000 Mann als Corps bezeichnet, teilweise auch Verbände von weniger als 6.000 Mann. Tendenziell waren dabei die Corps des Nordens kleiner als die des Südens, was sich aber mit zunehmender Dauer des Krieges änderte. Hinzu kommt die Verwendung des Begriffs als interne, begrenzte Berufsgruppe wie z. B. das United States Army Corps of Engineers, was wiederum dem Begriff Korpsgeist am nächsten kommt. (s. a. den folgenden Abschnitt „Waffengattungen“)
Die US Army ist in Divisionen unterteilt. Im Jahre 2003 hatte die Army 10 aktive und 8 Reservedivisionen mit jeweils 13.000 bis 18.000 Soldaten. Diese Anzahl ist nach Bedarf erweiterbar. Eine Division in der Army umfasst alle Einheiten, die ihre Operationsfähigkeit absichern, eine Division ist also von anderen Divisionen oder Einheiten prinzipiell unabhängig.
Die Army verfügt zurzeit über 10 Divisionen und diverse kleinere unabhängige Einheiten. Die folgende Order of Battle (dt. etwa „Schlachtordnung“) soll entsprechend des Transformationsplans bis 2009 abschließend realisiert sein. [36] Sämtliche Divisionen werden dann über vier Bodenkampfbrigaden, mindestens eine Heeresflieger-Brigade und einem Stabsbataillon verfügen.
Durch die Einführung von drei neuen standardisierten Typen von Kampfbrigaden (Brigade Combat Teams), der schweren Kampfbrigade (Heavy Brigade Combat Team (HBCT)), der mechanisierten Infanteriebrigade (Infantry Brigade Combat Team (IBCT)) und der Stryker-Radpanzerkampfbrigade Stryker Brigade Combat Team (SBCT), einer innerhalb von 96 Stunden luftverlegbaren Spezialbrigade mit bis zu 300 Radpanzern vom Typ Stryker, hat die Army erreicht, dass alle Kampfbrigaden des gleichen Typs der einzelnen Divisionen einander stets in Aufbau, Ausrüstung und Kampfkraft gleichen. Im Einsatz werden ihnen zusätzliche Unterstützungsbrigaden von übergeordneten Kommandostellen temporär unterstellt.[37]
Das Hauptquartier der 1. US-Panzerdivision in Wiesbaden ist das einzige Divisionshauptquartier des Heeres der Vereinigten Staaten auf deutschem Boden. Die Division, die Teil der United States Army Europe ist, verfügt über zwei schwere Brigade, nach der neuen Diktion der Army Heavy Brigade Combat Team (HBCT) genannt, in Fort Bliss, eine schwere Brigade in Baumholder sowie vorläufig noch das 2. US-Kavallerieregiment (2nd Stryker Brigade Combat Team) in Vilseck. Zwei weitere HBCT werden bis 2010 in Fort Bliss neu aufgestellt. Wenn dieser Vorgang 2010 abgeschlossen ist, wird das Divisionshauptquartier nach Fort Bliss verlegt und das 2nd Stryker Brigade Combat Team und die in Baumholder verbleibende Brigade als selbstständige Verbände der US Army Europe direkt unterstellt.
Das Hauptquartier der 1. US-Kavalleriedivision ist in Fort Hood, Texas. Alle vier ihr zugeordneten Brigaden, sind dort stationiert. Alle vier Brigaden sind vom Typ Heavy Brigade Combat Team.
Die 1. US-Infanteriedivision, mit Hauptquartier in Fort Riley, Kansas, ist eine aus schweren und Infanteriebrigaden gemischt zusammengesetzte Division. Zwei schwere Brigaden und eine Infanteriebrigade, nach der neuen Army-Diktion sind in Fort Riley und eine Infanteriebrigade in Fort Hood, Texas, stationiert. Die Brigade in Fort Hood wird 2009 nach Fort Knox, Kentucky verlegt.
Die 2. US-Infanteriedivision ist den United States Forces Korea unterstellt, weswegen ihr Hauptquartier in Camp Red Cloud in Südkorea untergebracht ist. Eine schwere Brigade steht ebenfalls in Südkorea in Camp Casey. Mit drei Stryker Brigade Combat Teams (SBCTs) in Fort Lewis, Washington ist die Division eine von zwei Division welche ihren Schwerpunkt im pazifischen Raum haben. Die in Südkorea stationierte Artilleriebrigade der Division wird vor Ende 2010 aufgelöst.
Die 3. US-Infanteriedivision ist vollständig im Bundesstaat Georgia stationiert. Das Hauptquartier der Division macht zusammen mit drei schweren Brigaden den Großteil aller in Fort Stewart gebündelten Kräfte aus. Die vierte, schwere Brigade befindet sich in Fort Benning. Eine der drei schweren Brigaden in Fort Stewart wird bis 2010 in eine Infanteriebrigade umgewandelt.
Die 4. US-Infanteriedivision ist vollständig in den Vereinigten Staaten stationiert. Das Hauptquartier der Division ist zusammen mit einer schweren Brigade in Fort Hood, Texas, untergebracht. Die drei anderen Brigaden des gleichen Typs befinden sich in Fort Carson, Colorado. Das Divisionshauptquartier und die schwere Brigade in Fort Hood werden innerhalb 2009 nach Fort Carson verlegt werden.
Die 10. US-Gebirgsjägerdivision besteht aus vier Infanteriebrigaden und ist daher eine leichte Infanteriedivision geblieben. Sie ist mit ihrem Hauptquartier und drei Infanteriebrigaden in Fort Drum im Bundesstaat New York konzentriert. Die vierte Brigade ist in Fort Polk, Louisiana, stationiert.
Die 25. US-Infanteriedivision ist dem United States Pacific Command unterstellt und deswegen mit ihrem Hauptquartier und einer Infanterie- sowie einer Stryker-Brigade in den Schofield Barracks, Hawaii untergebracht. Eine weitere Stryker Brigade und eine Luftlandebrigade sind in Alaska (Fort Wainwright respektive Fort Richardson) stationiert.
Mit ihren vier Luftlandebrigaden und dem Hauptquartier ist die 82. US-Luftlandedivision inklusive Hauptquartier in Fort Bragg, North Carolina, stationiert. Wegen ihrer schnellen Luftverlegbarkeit und ihres Einsatzkonzeptes wird sie im Krisenfall bevorzugt eingesetzt.
Die 101. US-Luftlandedivision besteht aus vier Infanteriebrigaden und ist zusammen mit ihrem Hauptquartier in Fort Campbell, Kentucky, konzentriert. Klassische Fallschirmjägereinsätze führt der Verband nicht mehr durch, da er ab dem Vietnamkrieg den Charakter einer Luftkavallerieeinheit annahm.
Die 173. US-Luftlandebrigade mit Hauptquartier in Vicenza, Italien, ist der einzige Luftlan