
Das United States Army Special Forces Command (Airborne) (kurz Special Forces, USASFC, deutsch „luftlandefähiges Sondereinsatzkommando des Heeres der Vereinigten Staaten“) ist die dienstälteste Spezialeinheit der US Army. Ihre etwa 10.000 Soldaten werden aufgrund ihres grünen Baretts auch Green Berets genannt. Es handelt sich dabei ausschließlich um Kampftruppen, Unterstützung wird von anderen Einheiten des United States Army Special Operations Command USASOC (dt. „Heeresoberkommando für Sondereinsatzkräfte“) geleistet, dem die Special Forces unterstehen.
Die Einsatzschwerpunkte der Special Forces sind Militärberatung[1], asymmetrische Kriegführung und Fernaufklärung.[2][3][4] Das macht sie zur am vielseitigst ausgebildeten Truppe innerhalb der US-Streitkräfte und ermöglicht ihren Einsatz sowohl in Friedenszeiten als auch im Konfliktfall und im Krieg.[5]
Das Hauptquartier der Special Forces befindet sich in Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina. In der Organisation des Heeres stellt die am 19. Juni 1952 aufgestellte Spezialeinheit einen Großverband auf Divisionsebene dar. Kommandeur des Verbandes ist seit dem 17. Juli 2006 Major General Thomas R. Csrnko.
Seit ihrer Aufstellung waren die Special Forces an allen militärischen Konflikten und Kriegen der Vereinigten Staaten (mit Ausnahme von 1993 in Mogadischu) beteiligt und leisteten weltweit in über 70 Nationen Militärberatung [6], infrastrukturelle und humanitäre Hilfe. Damit bilden sie den Grundstock der amerikanische Militär- und Sicherheitsberatung. Deshalb geht die Rolle dieser Truppe weit über die eines normalen militärischen Verbandes hinaus. Sie bilden bei vielen Einsätzen de facto den militärischen Arm des Außenministeriums der Vereinigten Staaten und sind in dieser Eigenschaft ein effektives Instrument zur Umsetzung der außenpolitischen Direktiven der US-Regierung.
Die Special Forces führen ihre Tradition auf die 1942 aufgestellte American/Canadian 1st Special Service Force (dt. „erste amerikanisch-kanadische Sondereinsatztruppe“), die so genannte Devil’s Brigade (dt. „Teufelsbrigade“) zurück, eine Spezialeinheit für Fernaufklärung und Häuserkampf, die Ende 1944 im französischen Ort Menton aufgelöst wurde, weil sie trotz hervorragender Einsatzerfolge (Einschätzung des Autors John Gresham, siehe Literaturliste) am Ende eine Verlustrate von 134 %, bezogen auf ihre Ursprungsstärke, erlitten hatte.[7] Noch heute wird in der Special Forces-Gemeinschaft diese Abstammung jeweils am 5. Dezember als Menton Day gefeiert.
Die zweite Traditionslinie wird zu Major General „Wild Bill” Donovans Office of Strategic Services (OSS), dem Amt für strategische Dienste, gezogen, das auf dem europäischen und asiatischen Kriegsschauplatz etliche erfolgreiche Geheimdienstoperationen hinter den feindlichen Linien durchführte und schon damals Techniken der asymmetrischen Kriegführung, der Militär- und Ausbildungsberatung Einheimischer und der gezielten humanitären Hilfe zur Förderung von Allianzen anwandte.[8] Eine Reminiszenz an das OSS findet sich in dem Ärmelabzeichen der Special Forces, das den OSS-Dolch zeigt.
Das OSS ging 1947 in der neu gegründeten CIA auf, die als zivile Behörde im Koreakrieg für sämtliche Spezialoperationen hinter feindlichen Linien verantwortlich war. Angesichts der desaströsen Misserfolge [9] bei den von der CIA geführten verdeckten Operationen in diesem Krieg (Einschätzung des Autors John Gresham, siehe Literaturliste) wurde dem Pentagon klar, dass es sowohl einer eigenen, militärischen Spezialeinsatzkomponente, als auch deren operativer Kontrolle bedurfte. Die Initiative zur Aufstellung der Special Forces ging von Brigadier General Robert A. McClure, dem Leiter der Abteilung Psychologische Kriegführung im Pentagon und OSS-Veteranen, aus. Ihm gelang es, die Vereinigten Stabschefs davon zu überzeugen, dass diese im Zweiten Weltkrieg entwickelten Mittel der unkonventionellen Kriegführung im Falle eines Angriffs des Warschauer Paktes in Europa dazu geeignet seien, feindliche Kräfte weit hinter der eigentlichen Frontlinie zu binden. Schon damals war vielen Verantwortlichen bewusst, dass bei einem Krieg in Europa die atomare Schwelle möglicherweise nicht erreicht werden würde.[10]
Anfang 1952 wurde Colonel Aaron Bank (1903-2004) mit der Aufstellung der 10th Special Forces Group (10. Sondereinsatzkräfte-Brigade) beauftragt, die zunächst einschließlich aller Unterstützungseinheiten 2.300 Mann umfasste.[11] Als Standort des damals noch Psychological Special Center (dt. „Psychologisches Spezialzentrum“) genannten Hauptquartiers wurde Fort Bragg ausgewählt, weil dort alle erforderlichen Ausbildungseinrichtungen für den Fallschirmsprung vorhanden waren, um die notwendigerweise von jedem Soldaten dieser Truppe verlangte Sprungtauglichkeit zu erreichen. Sämtliche Bewerber waren Freiwillige und rekrutierten sich wegen der erforderlichen Sprachkenntnisse sowohl aus osteuropäischen Einwanderern, die gemäß dem Lodge Act sofort eingebürgert werden konnten, als auch aus erfahrenen Fallschirmjägern und Infanteristen. Am 19. Juni 1952 wurde die Einheit offiziell in Dienst gestellt.[12]
Allen Bewerbern war bewusst, dass die Befehle auch einen möglichen Einsatz hinter der Front in Zivilkleidung umfassen konnten, was bei einer Gefangennahme bedeutete, dass sie nicht unter dem Schutz der Haager Landkriegsordnung und Genfer Konventionen fielen und so als formale Nichtkombattanten und Spione mit einer Hinrichtung rechnen mussten.[13]
Die Regierung der Vereinigten Staaten befürchtete eine militärische Eskalation, als am 17. Juni 1953 ein Aufstand in der DDR ausbrach, so dass sie die Hälfte der 10th Special Forces Group ins bayrische Bad Tölz verlegte. Aus der in den Vereinigten Staaten verbliebenen Hälfte wurde die 77th Special Forces Group. Als territorialer Verantwortungsbereich (Area of Responsibility) der 10th SFG wurde Europa und Afrika festgelegt, während die 77th SFG für Asien zuständig wurde und mehrere Detachments („Abteilungen“, steht für Zug) dorthin verlegte, um der als zunehmend als bedrohlich empfundenen Volksrepublik China begegnen zu können.
1956 wurde das 14th Special Forces Operational Detachment (SFOD) der 77th SFG (77. Brigade) die erste aktive Einheit in Vietnam und am 21. Oktober desselben Jahres wurde Captain Harry C. Cramer das erste offizielle amerikanische Opfer auf diesem späteren Kriegsschauplatz.[14][15]
Im gleichen Jahr wurde aus diesen im asiatischen Raum stationierten Detachments die 1st SFG (1. Brigade) aufgestellt mit Hauptquartier in Okinawa.[16] Bereits Mitte der 1950er-Jahre waren die im ostasiatischen Raum operierenden Truppen Instrumente der US-amerikanischen Containment-Politik gegen den Kommunismus, indem sie durch Militärberatung und Ausbildung einheimischer Sicherheitskräfte befreundete Regierungen stabilisierten. Schon zu dieser Zeit manifestierte sich das Problem des Spannungsfelds zwischen moralischem Anspruch einerseits und tatsächlicher Politik andererseits. Beispielsweise stützten die Vereinigten Staaten durch die Special Forces das südvietnamesische Regime, das in keiner Weise einer Demokratie nach westlichem Verständnis entsprach.
Entgegen der Meinung der Vereinigten Stabchefs reifte bei John F. Kennedy nach der Lektüre von Schriften Che Guevaras, Mao Zedongs und des Buches People’s War, People’s Army des vietnamesischen Generals Võ Nguyên Giáp die Überzeugung, dass ein heimlicher, verdeckter und ideologisch motiviert geführter Guerillakrieg sich zu einer ernsthaften Bedrohung für amerikanische Interessen entwickeln könnte. Unterstützt wurde er in dieser Einschätzung durch den OSS-Veteran Roger Hilsman, dem damaligen Leiter des Bureau of Intelligence and Research, des Nachrichtendienstes des Außenministeriums, der ihn auf dieses neue Bedrohungspotenzial aufmerksam machte.[17]
Spätestens aber nach der Kuba- und Berlinkrise verstärkte sich der Eindruck, dass das bisher mittels konventioneller militärischer Großverbände geführte Gefecht nicht mehr ausschließlich das geeignete Mittel darstellte, um im Zeitalter des Kalten Krieges US-Interessen zu wahren. Zu dieser Wahrnehmung trug darüber hinaus die Tatsache bei, dass die Anzahl der Stellvertreterkriege in den 1960er Jahren deutlich zunahm.
Kennedy kam zu der Auffassung, dass es einer neuen militärischen Spezialeinheit bedurfte, die den künftigen Formen bewaffneter Auseinandersetzungen und der geplanten politischen Einflussnahme durch Ausbildung einheimischer Kräfte und humanitäre Hilfe angepasst sein musste.[18]
Im Verteidigungsministerium war man sich zu diesem Zeitpunkt sicher, dass der von Hồ Chí Minh geführte Krieg in Südostasien militärisch nichts Besonderes sei und es sich im Falle einer notwendigen direkten Intervention um einen mit vorhandenen Mitteln lösbaren Auftrag handelte. Einen direkten Zusammenhang zwischen den politischen Auseinandersetzungen in Südvietnam und den Aktionen des kommunistischen Militärs in Nordvietnam stellte das Verteidigungsministerium nicht her.
Deshalb sah man auch keinen Handlungsbedarf für Ausbau und Aufwertung bestehender Eliteverbände oder deren Neuaufstellung. Im Gegenteil betrachtete man die Initiative des US-Präsidenten und das damit verbundene Konzept militärischer Eliteorganisationen argwöhnisch, da es bei der US Army, anders als in vielen anderen Armeen, eine entsprechend ausgeprägte Tradition nicht gab. Stattdessen hatte das US-Militär bisherige Kriege mit massiver Mannstärke und überlegener Feuerkraft geführt. Die Mehrzahl der Generalität sah in dem Mikrokosmos der Spezialeinsatzkräfte geradezu die Antithese zum traditionellen, eher großformatigen militärischem Konzept mit negativen Auswirkungen auf die Moral konventioneller Einheiten und mit Budgetkürzungen für das restliche Militär. Darüber hinaus hatten weite Kreise der militärischen Führung keine Vorstellungen von Einsatzkonzept und Potenzial der Spezialkräfte. Dennoch setzte sich der Präsident in seiner Funktion als Oberbefehlshaber der Streitkräfte durch und verfügte 1960 die massive Aufstockung der Special Forces, die Einrichtung des Special Warfare Centers (dt. „Zentrum für spezielle Kriegführung“) sowie 1962 die Aufstellung der Navy Seals.
Spätestens während des Vietnamkrieges kam auch das Pentagon dann zu der Auffassung, dass massive Feuerkraft und totale Luftüberlegenheit weder militärisch noch politisch dazu geeignet waren, der Guerillataktik des Vietcong beizukommen, besonders unter Berücksichtigung des weit verbreiteten Dschungelterrains in Vietnam, das den einheimischen und damit landeskundigen Gegner bevorteilte. Währenddessen avancierten die Special Forces zum höchstdekorierten Truppenteil aller beteiligten Verbände auf dem vietnamesischen Kriegsschauplatz.
Von weitaus größerer Bedeutung war jedoch die Erkenntnis, dass das Konzept der Militär- und Ausbildungsberatung, des Aufstellens und Führens einheimischer Verbände, beispielsweise des Bergstamms der „Nung“, sowie die humanitäre und technische Unterstützung dazu führten, dass der militärische Gegner die Unterstützung der Zivilbevölkerung verlor. Damit waren die Spezialeinsatzkräfte wahrscheinlich die einzige Einheit der US-Streitkräfte, der es im Ansatz gelang, bei den Einheimischen die Überzeugungsarbeit zu leisten, die den Rückzugsraum und die logistische Basis des Vietcong einschränkte.
Der Begriff Green Berets stammt von der ursprünglich inoffiziellen Kopfbedeckung der Special Forces, das Angehörige der Einheit ab dem Ende der 1950er Jahre als Erinnerung an das oft in Grün getragene Barett der OSS-Veteranen im Zweiten Weltkrieg wählten. [19] Im Rahmen der massiven Aufstockung der Special Forces und entsprechend einer gesteigerten Wertschätzung der US-Regierung für Spezialeinheiten, erlaubte Anfang der 1960er-Jahre ein Erlass von US-Präsident John F. Kennedy der Truppe offiziell das Tragen des grünen Baretts.[20]
Zur Erinnerung an John F. Kennedy erhielt 1983 das Institute for Military Assistance (dt. „Institut für militärische Unterstützung“) die Ausbildungsakademie der Special Forces, im Zuge einer Reorganisation den Namen John F. Kennedy Special Warfare Center and School (dt. „John F. Kennedy-Schule für spezielle Kriegsführung“).
1960 wurde die in den USA verbliebene unterbesetzte 77th SFG personell auf ihre Sollstärke von 1.382 Soldaten aufgefüllt, zur 7th SFG umbenannt und mit Lateinamerika als militärischem Verantwortungsbereich betraut. Am 21. September 1961 wurde die 5th SFG (5. Brigade) aufgestellt, mit formal gesamtasiatischem Verantwortungsbereich, aber mit Vietnam als Schwerpunkt und in Südvietnam disloziert.[21] 1963 wurden angesichts des eskalierenden Vietnamkrieges drei weitere Special Forces Groups (Brigaden), die 3rd, 6th und 8th, aufgestellt und nach Südvietnam verlegt.[22]
Für die Special Forces begann der Vietnamkonflikt bereits 1957. Diese Beratungs- und Ausbildungsphase endete 1964 mit dem Tonkin-Zwischenfall, als angeblich der Zerstörer USS Maddox der US Navy im Golf von Tonkin angegriffen wurde. Die US-Regierung verlegte umgehend Verbände des Heeres und der Marineinfanterie in Divisionsstärke nach Südvietnam, sodass beide Parteien den Krieg nun offen austrugen. Die 5th SFG richtete ihr Hauptquartier in Nah Trang ein und bekam zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben die Aufklärung für die konventionellen Verbände zugewiesen. Im Grenzgebiet zwischen Laos und Kambodscha wurde eine Kette von Feldstützpunkten eingerichtet, die als Basis der so genannten „Stolperdrahtpatrouillen“ dienten, mit dem Ziel, die Infiltration Südvietnams durch den Vietcong zu unterbinden.
Die politisch diffizilen Operationen, insbesondere in den Nachbarländern von Vietnam, wo offiziell kein US-Soldat operieren durfte, standen unter der Führung des Military Assistance Command, Vietnam - Studies and Observation Group (MACV-SOG) (dt. „Militärisches Unterstützungskommando, Vietnam - Studien- und Beobachtungsgruppe (-brigade)“), einem Spezialeinsatzkommando für asymmetrische Kriegführung, das während des Vietnamkrieges streng geheime Operationen in ganz Südostasien durchführte.
Hauptartikel: Operation White Star
Lieutenant Colonel Arthur "Bull" Simons, Ranger-Veteran aus dem Zweiten Weltkrieg, führte 1959 eine verstärkte Kompanie mit 107 Mann nach Laos, um den Stamm der Meos zu rekrutieren. Während der sechsmonatigen Mission gelang es dem Team, tausende Angehörige des Meo-Stammes zu schlagkräftigen Einheiten auszubilden und sie in einem Guerillakrieg gegen die kommunistischen Pathet Lao anzuführen. Am Ende des Unternehmens führte Simons seine Einheit ohne eigene Verluste zurück. Nach dem Einsatz wurde Dick Meadows, einer der Patrouillenführer, von General William C. Westmoreland, dem Oberbefehlshaber des gesamten vietnamesischen Kriegsschauplatzes, in der ersten Feldbeförderung vom Unteroffizier zum Offizier des Vietnamkrieges persönlich vom Unteroffiziersrang direkt zum Captain befördert.[23] Danach infiltrierten andere Teams Laos und setzten die später in "Project 404" umbenannte Mission bis 1961 fort.
In der Nacht des 6. Juli 1964 kam es zu einem Angriff zweier Vietcong-Bataillone auf eines dieser Camps im zentralen Hochland nahe dem Ort Nam Dong. In einem die ganze Nacht andauernden Gefecht gelang es den Verteidigern, bestehend aus dem ODA-726 (726. Zug), südvietnamesischen Kräften und australischen Soldaten, den Stützpunkt gegen den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner zu halten. Der Kongress der Vereinigten Staaten verlieh dem Kommandeur der Einheit, Captain Roger Donlan, anschließend die Medal of Honor, die Erste des Vietnamkrieges.[24]
Anfang 1970 entdeckte eine Aufklärungsdrohne [25] ein neues Kriegsgefangenenlager bei Sơn Tây westlich von Hanoi. Es handelte sich um das Sơn-Tây-Lager, das als Auffang- beziehungsweise Nebenlager des berüchtigten Hanoi Hilton diente. Die Auswertung der Aufklärungsfotos ergab, dass an diesem Ort rund 50 amerikanische Soldaten festgehalten wurden. Daraufhin wurde Colonel Arthur Simons mit einer Befreiungsoperation beauftragt. Das Team bestand aus 100 Army Special Forces-Veteranen, die alle über mehrjährige Südostasienerfahrung verfügten. Auf der Eglin Air Force Base (Florida) wurde ein zerlegbares Modell im Maßstab 1:1 errichtet, welches während der Überflugphasen sowjetischer Spionagesatelliten auseinandergebaut und in einem Hangar versteckt wurde. Mehrere Monate lang wurden dort sämtliche denkbaren Aspekte einer solchen Operation trainiert. Captain Dick Meadows entwickelte eigens für diesen Einsatz eine Überraschungstaktik, die einen Hubschrauberabsturz direkt ins Zentrum des Lagerkomplexes vortäuschen sollte. Gleichzeitig sollte der Angriff mit Ablenkungsluftschlägen auf Hanoi flankiert werden.
Schließlich genehmigte Präsident Richard Nixon den Einsatz, der am 21. November 1970 begann und unter der Bezeichnung Operation Kingpin firmierte, persönlich. Zunächst verlief der Angriff planmäßig. Alle amerikanischen Soldaten erreichten unverletzt den geplanten Einsatzort, dessen 50–100 nordvietnamesische Wachposten im Verlauf des Angriffs getötet wurden. Im Laufe der Zeit musste die Einheit jedoch feststellen, dass sämtliche Gefangenen kurz zuvor verlegt worden waren. Obwohl nur ein Flugzeug vom Typ F 105 G Wild Weasel abgeschossen wurde und das gesamte Team zurückkehrte, bewertete die amerikanische Öffentlichkeit die Operation als Fehlschlag.[26]
Dieser Einsatz nutzte den amerikanischen Kriegsgefangenen dennoch, weil die nordvietnamesische Führung fortan bestrebt war, die Masse der amerikanischen Kriegsgefangenen im Hỏa-Lò-Gefängnis in Hanoi zu konzentrieren. Trotz der immensen Überbelegung der Zellen genossen die Gefangenen dadurch den psychologischen Vorteil, nicht mehr in Isolationshaft gehalten zu werden. Ein weiterer unmittelbarer Erfolg der Operation war laut Einschätzung der Autoren Tom Clancy und John Gresham [27], eine nordvietnamesische Neubewertung der Gefangenensituation. Das Regime sah sich gezwungen, die Misshandlung der Kriegsgefangenen einzuschränken, weil es nun ständig mit eventuell erfolgreichen Befreiungsoperationen rechnen musste. Die öffentliche Präsentation ausgemergelter und verletzter ehemaliger Kriegsgefangener hätte von der Regierung der USA propagandistisch instrumentalisiert werden können. Allerdings betrachtete die nordvietnamesische Regierung die Kriegsgefangenen zunehmend als Verhandlungsmasse für Friedensgespräche und setzte sie dementsprechend ein.
Der Vietnamkonflikt unterteilte sich in drei parallel ablaufende Feldzüge: den konventionell geführten großen Bodenkrieg in Südvietnam, den Luftkrieg im gesamten südostasiatischen Raum und die Summe aller verdeckten Operationen.
Die massive Aufstockung der Spezialeinsatzkräfte in einer solch vergleichsweise kurzen Zeit führte teilweise zu einem Absinken der Qualitätsstandards bei der Rekrutierung und Ausbildung. Dies verwischte allmählich die Unterschiede, welche die Special Forces von konventionellen Einheiten abhob. Manche Einheiten bewegten sich nicht mehr angemessen im Spannungsverhältnis zwischen für die Auftragserfüllung notwendigen Freiheiten einerseits und einem Mindestmaß an militärischer Ordnung und Disziplin andererseits. Die Beschwerden über Vorfälle, bei denen sich Mitglieder der Spezialeinsatzkräfte über andere Einheiten lustig machten und sie mit ihrem äußeren Erscheinungsbild, das gegen alle Konventionen auch Bärte, Kopftücher und ausschließlich rudimentäre Uniformteile umfasste, provozierten.[28] Dies nährte die ohnehin vorhandenen Ressentiments bei etlichen Generälen und verstärkte den Neid und die Missgunst auch bei mittleren Dienstgraden.
Nach dem Ende des Vietnamkrieges und des damit einhergehenden kollektiven Traumas in der amerikanischen Politik und Gesellschaft kam es zu weitreichenden Demobilisierungen der US-Streitkräfte, welche auch die Spezialeinsatzkräfte betrafen. Die 1st, 2nd, 6th und 8th SFG (Brigade) wurden aufgelöst und auch die verbliebenen 5th und 7th SFG standen zur Debatte. Allein die 10th (10. Brigade) in Europa blieb davon weitestgehend unberührt, weil sich die Bedingungen des Kalten Krieges in Mitteleuropa nicht geändert hatten. Um dem Risiko zu entgehen, auch die letzten SFGs zu verlieren, entwickelte die Army ein Programm zur Unterstützung staatlicher Infrastrukturmaßnahmen, das Special Proficiency At Rugged Training And Nation Building (SPARTAN; dt.: „Besondere Fähigkeit in robuster Unterweisung und Herausbildung eines Nationalstaats“). Obwohl es in Militärkreisen teilweise ungern gesehen wurde, Spezialisten mit jahrelanger Kampferfahrung für Straßen- und Unterkunftsbaumaßnahmen einzusetzen (vergleichbar mit dem United States Civil Conservation Corps während der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren), trug dieses Programm maßgeblich dazu bei, die Special Forces während der Amtszeit Jimmy Carters vor der Auflösung zu bewahren.[29]
1981 markierte die Wahl von Ronald Reagan zum Präsidenten einen entscheidenden Wendepunkt in der Militär- und Sicherheitspolitik der USA. Reagan vergrößerte den Wehretat um ein Vielfaches, um die Militärpräsenz der Vereinigten Staaten weltweit zu verstärken und den Rüstungswettlauf mit der Sowjetunion für die USA zu entscheiden. Die 1st SFG (1. Brigade) wurde reaktiviert und das United States Army Special Operations Command („Heeresoberkommando für Sondereinsätze“) eingerichtet. Dies vereinte nun sämtliche Special Operations Forces (Sondereinsatzverbände) des Heeres unter einem Dach, bündelte und vereinheitlichte deren Ausbildung und Ausrüstung und optimierte und verschlankte auch die Kommandokette.[30] Gleichzeitig werteten diese Maßnahmen auch die Rolle und Bedeutung der Special Operations Forces innerhalb der Army allein schon durch die Existenz eines eigenen Major Command (zu dt. ungefähr: „Oberkommando“) auf. Die Aufstellung des 160. Sondereinsatz-Heeresfliegerregiments schuf eine eigene Army-Luftkomponente, die speziell auf die Bedürfnisse der Sondereinsatzverbände, und damit auch auf die Special Forces, zugeschnitten war.
1977 wurde die Delta Force aufgestellt, eine Spezialeinheit des Heeres, deren Einsatzprofil auf die Terrorismusbekämpfung (Counter-terrorism) ausgerichtet wurde. Dennoch erweiterte es auch das Einsatzprofil und die Ausbildung der Special Forces dahingehend. Ziel dieser Maßnahme war es, die Terrorismusbekämpfung an sich auf eine breitere Basis zu stellen und sie auch im Rahmen der ursprünglichen Kompetenz der Special Forces, nämlich der Ausbildung den eigenen Interessen nahestehende ausländische Kräfte, weiterzuvermitteln. Dies geschah vor allem im Rahmen sogenannter Foreign Internal Defense-Missionen (dt. frei übersetzt: „Auslandshilfe zur Stärkung der inneren Sicherheit und Verteidigung“), also Einsätzen zur Stärkung und Unterstützung von verbündeten Ländern.
In diesen Jahren intensivierte die Regierung besonders die Aktivitäten im lateinamerikanischen Raum, um mit der ganzen Bandbreite der Möglichkeiten die Reagan-Politik der Bekämpfung „kommunistisch geprägter“ Guerillaorganisationen umzusetzen. Dabei kam es sowohl zu Ausbildungs- als auch zu Militärhilfe bis hin zum direkten Stoßtruppeinsatz (Direct Action). Die Vereinigten Staaten beanspruchten vor allem El Salvador als zentrale Plattform für den Kampf gegen die sandinistische Regierung Nicaraguas, unterstützte die Contras, und ging in einem Schattenkrieg gegen sämtliche von Kuba unterstützte Guerillaaktivitäten vor. Oft wurde die Truppe dazu instrumentalisiert, diktatorische Regime wie das Pinochet-Regime in Chile zu stützen.
1983 beteiligten sich die Spezialeinsatzkräfte am Angriff auf Grenada [31], der zwar militärisch erfolgreich war, aber eklatante Abstimmungsprobleme und Konkurrenzen zwischen den beteiligten Special Operations Forces (Navy SEALs, Army Ranger und Special Forces) offenbarte und in den Augen des konventionellen Militärs nur die Vorbehalte gegenüber Spezialeinsatzkräften weiter verstärkte. In den 1980er Jahren unterstützten ODA-Teams (Züge) erstmals die Drogenbekämpfung in Rauschgiftanbaugebieten wie Kolumbien durch Aufklärung und Ausbildung von Polizei und Militär.
Der Goldwater-Nichols Act und dessen Anhang, das Nunn-Cohen Amendment, stellte die Spezialeinsatzkräfte auf eine eigene finanzielle Basis und trennte sie durch ihre Zusammenfassung im United States Special Operations Command (SOCOM) (dt. „US-Oberkommando für Sondereinsätze“) von ihren Mutterteilstreitkräften. Dies hatte zur Folge, dass sie nun nicht mehr mit ihren Teilstreitkräften um Etats konkurrieren mussten und fortan nicht mehr finanziell „stiefmütterlich“ behandelt werden konnten. Durch diese Maßnahmen entstand de facto eine eigene Teilstreitkraft, in der alle Special Operations Forces des US-Militärs zusammengefasst sind.[32]
1989 griffen die USA Panama an (Operation Just Cause), um das Noriega-Regime abzusetzen. General Maxwell Thurman, der Oberbefehlshaber des SOUTHCOM (dt. „Oberkommando Süd“) setzte neben anderen vom SOCOM bereitgestellten Special Operations Forces die 7th SFG (7. Brigade) für diverse Aufklärungs-, Stoßtrupp- und Sabotagemissionen ein. Bei dieser ersten Verbundoperation seit dem Goldwater-Nichols Act funktionierte die Zusammenarbeit ohne Beanstandungen und die 7th SFG erfüllte alle Aufträge.[33]
Während der Operationen Desert Shield 1990 und Desert Storm 1991, die mit der Rückeroberung Kuwaits endeten, wurden die 3rd und die 5th SFG (3. und 5. Brigade) vollständig dem verantwortlichen Central Command (CENTCOM) (dt.„Oberkommando Mitte“) unterstellt.
Dessen Kommandeur, General Norman Schwarzkopf, wollte die Sondereinsatzkräfte aufgrund seiner im Vietnamkrieg gesammelten negativen Erfahrungen mit ihnen nicht einsetzen. Das strategisch hinderliche Konkurrenzgebaren der Special Forces und der anderen Spezialeinheiten auf Grenada hatte diese Wahrnehmung bei Schwarzkopf zusätzlich verstärkt. Er befürchtete, sie nicht ausreichend kontrollieren zu können, wenn sie erst einmal im Rahmen eines Fernaufklärungseinsatzes (Deep Reconnaissance Mission) weit hinter feindlichen Linien operieren würden. Daher wollte er auf keinen Fall riskieren, dass ein solcher Einsatz eventuell eskalieren und ihn zu einem vorzeitigen Angriff zwingen würde, bevor die monatelange Truppenauf- und Bereitstellung abgeschlossen war.
Aus dieser Motivation heraus setzte Schwarzkopf die Special Forces anfänglich aufgrund ihrer Sprachkenntnisse lediglich als Dolmetscher und Verbindungsoffiziere ein. Als die Kampfhandlungen begannen, wurden dennoch etliche ODAs (Züge) tief hinter feindlichen Linien erfolgreich als Aufklärer eingesetzt. Letztendlich revidierte der Verlauf der Ereignisse die Vorbehalte Schwarzkopfs zu einem großen Teil. Auch in dieser zweiten großen Verbundoperation seit der Gründung des SOCOM (Oberkommando für Sondereinsätze) konnten die Spezialeinsatzkräfte ihre Effektivität innerhalb ihrer „besonderen militärischen Nische“ zur Überzeugung der Verantwortlichen unter Beweis stellen.
Nach fast 40 Jahren zog kaum noch eine Militärperson innerhalb der US-Streitkräfte den militärischen Nutzen oder die Existenz der Spezialeinsatzkräfte mehr in Zweifel. Die besondere kulturelle Vertrautheit zu ihr zugeteilten Regionen, ihre fundierten Sprachkenntnisse, gekoppelt mit den bewährten Kommandoeinsatzfähigkeiten, wurden nun als Garant für ihre unverzichtbare Rolle innerhalb der Operationsplanungen der Regionalkommandeure gesehen.[34]
Seitdem waren die Sondereinsatzkräfte, außer an der Militärintervention in Mogadischu (Somalia), an jedem militärischen Konflikt der Vereinigten Staaten beteiligt. 1994 kamen sie auch im Rahmen der Besetzung Haitis (Operation Uphold Democracy) unter der Führung von Lieutenant General Henry H. Shelton, dem späteren Vorsitzenden der Vereinigten Stabschefs, zum Einsatz.
Im Kosovokrieg 1999, den die Vereinigten Staaten offiziell ohne Bodentruppen führten, waren sie als Aufklärer, Kommandofluglotsen und Zielmarkierer für die Air Force, aber auch gemeinsam mit der Delta Force im Rahmen verdeckter Operationen zur Festnahme serbischer Kriegsverbrecher, aktiv.
2003 war die Truppe an der Operation Iraqi Freedom beteiligt.
2006 waren Teile der 10th SFG (10. Brigade) im Rahmen der Operation Enduring Freedom in Mali und Mauretanien im Einsatz, wo sie einheimisches Militär im Antiterrorkampf ausbildete und gemeinsam mit ihnen ein so genanntes Joint Combined Exchange Training (dt. „Gemeinsame, kombinierte Austauschübung“) durchführte.[35][36]. Im selben Jahr waren das 1. und 3. Bataillon gemeinsam mit der 352nd Special Operations Group (dt. „Sondereinsatzgruppe“) der US Air Force im Senegal mit dem gleichen Auftrag [37]
Gegenwärtig ist die 5th SFG (5. Brigade) mit etlichen Truppenteilen im Irak und in Afghanistan zur Friedenssicherung und zum Kampf gegen die Taliban im Einsatz (Operation Enduring Freedom).
Die offizielle Auftragsdefinition lautet wie folgt:[38]
“To plan and support special operations in any operational environment in peace, conflict, and war as directed by the National Command Authorities.”
„(frei übersetzt:) Auftrag ist das Planen, Unterstützen und Ausführen von Spezialoperationen in jeder Einsatzumgebung im Frieden, im Konfliktfall und im Krieg gemäß den Befehlen der National Command Authority (der nationalen Befehlsautorität).“
Traditionelle Ausrichtung
Die Einheit wurde ursprünglich aufgestellt, um selbstständig und in Kleingruppen monatelang tief in feindlichem Gebiet zu operieren. Dort sollte sie, möglichst durch die Einbeziehung einheimischer Kräfte, einen Guerillakrieg führen, der sich auf das Binden starker feindlicher Kräfte, das Stören der Nachschub- und Kommunikationswege und das Heranziehen, Ausbilden und Führen einheimischer Widerstandsgruppierungen konzentrierte. Die britische Bezeichnung für dieses Einsatzmuster ist Revolutionaray Warfare und wird vom Special Air Service durchgeführt. Gleichzeitig wollte das Heer in der Lage sein, ähnliche feindliche Aktivitäten wirksam zu bekämpfen, was mit konventionellem Militär wegen der besonderen Bedingungen einer asymmetrischen Konfrontation nicht adäquat möglich ist. Die besonderen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, bei denen das OSS derartige Operationsmuster vielfach erfolgreich ausgeführt hatte, stellten die konzeptionelle Grundlage für Sondereinsatzkräfte der Army.
Die Tatsache, dass die Special Forces im Rahmen ihrer asymmetrischen Kriegseinsätze in der Regel einheimische Widerstandsgruppen aufstellen, unterweisen und führen, gibt ihnen, politisch gesehen, eine gewisse Legitimation im Gegensatz zu anderen Gruppierungen, die ebenfalls einem asymmetrischen Gefechtsmuster folgen und denen es völlig gleich ist, wie die einheimische Bevölkerung zu dem Konflikt steht.
Weiterentwickelte Ausrichtung
Besonders aufgrund der Erfahrungen im Vietnamkrieg entwickelte die Heeresführung das Einsatzspektrum der Einheit weiter. Heute bildet sie den Grundstock für amerikanische Militär- und Sicherheitsberatung weltweit, wodurch die Rolle dieser Truppe weit über die eines normalen militärischen Verbandes hinausgeht. Sie bildet bei der Ausführung zahlreicher Missionsprofile in Friedenszeiten und bei manchen Kriseninterventionen de facto den militärischen Arm des Außenministeriums und ist ein probates Instrument zur Umsetzung der außenpolitischen Direktiven der Vereinigten Staaten.
Die Regierung der Vereinigten Staaten gewährt Hilfestellung und Unterstützung in Sicherheitsfragen aller Art, aber auch in infrastruktureller Hinsicht. Die Special Forces bieten ihr die Möglichkeit, unerkannt oder mit wenig medialer Aufmerksamkeit diskret militärisch in Gastländern aktiv zu werden. [39][40]
Besonderheiten der Militärberatung und Wechselkompetenzen zwischen Pentagon und State Department
Ihre Eigenschaft als Militärberatungskomponente verleiht der Truppe die Fähigkeit, auch in Friedenszeiten aktiv zum Einsatz zu kommen, anders als normales Militär, das im Frieden nur durch Präsenz Stärke projiziert, aber nicht im Einsatz ist. In dieser Funktion arbeiten die Special Forces meist unter der Ägide des State Department. Diese Einsätze werden vorab zwischen dem Verteidigungsministerium und dem Außenministerium abgestimmt. In Krisensituationen verlagert sich die Verantwortlichkeit in den meisten Fällen zum Verteidigungsministerium, im Krieg liegt sie ganz beim selbigen.
Im Vergleich zu anderen Spezialeinheiten der US-Streitkräfte gelten die Special Forces als die am vielseitigsten ausgebildete Truppe des US-Militärs. Dies liegt in der Tatsache begründet, dass die Einsatzprofile jener Einheiten rein militärischer Natur sind, nicht aber das weitreichende Feld der Militär- und Sicherheitsberatung umfassen, zu der eine sehr viel umfangreichere Ausbildung und eine spezielle kulturelle und sprachliche Schulung erforderlich ist.
Das Einsatzspektrum der Special Forces hat sich seit ihrer Aufstellung im Zeitalter des Kalten Krieges und der Stellvertreterkriege neuen Anforderungen angepasst und erweitert. Keine andere Einheit der Vereinigten Staaten kann eine derartig weitgefächerte Auswahl von möglichen Missionsprofilen durchführen. Dabei unterscheidet man die „Hauptauftragsmuster“ (Main Activities) von den so genannten „Nebenaufgaben“ (Collateral Activities) [41], die zusätzlich zum eigentlichen Einsatzziel geleistet werden. Seit der Operation Desert Storm ist auch noch formal die Bündnispflege (Coalition Support) [42] hinzugekommen, allerdings ist dieser Bereich im wesentlichen ein Querschnitt aus den anderen beiden.[43]
Die Rechtsgrundlage für den Einsatz und die Befugnisse dieser Spezialeinheit sind die selben wie für das gesamte Militär, wie sie die Verfassung der Vereinigten Staaten festlegt. Laut Artikel II, Abschnitt 2, Absatz I, Satz 1 der Verfassung ist der Präsident „Oberbefehlshaber der Armee und der Flotte der Vereinigten Staaten und der Miliz der Einzelstaaten, wenn diese zur aktiven Dienstleistung für die Vereinigten Staaten auf gerufen [sic!] wird“.[53] „Das Recht, [anderen Nationen] den Krieg zu erklären“, hat gemäß Artikel I, Abschnitt 8, Satz 111 jedoch nur das Parlament, das einen Krieg mit einer Zweidrittelmehrheit beider Kammern absegnen muss. Gerade nach dem Koreakrieg gingen Präsidenten dazu über, Einsätze der Streitkräfte als Polizeiaktionen zu deklarieren, was die unbedingte Kriegserklärungskompetenz der Legislative aushöhlte. Daher beschloss der Kongress 1973 durch Überstimmung des Vetos des damaligen Präsidenten Nixon die War Powers Resolution. Sie legte fest, dass der Präsident den Kongress binnen 48 Stunden über die Aufnahme jeglicher kriegerischer Handlungen zu informieren hat. Der Einsatz muss nach 60 Tagen beendet sein, bevor der Präsident eine Verlängerung um weitere 30 Tage beantragen muss. Diese kann der Kongress in dringenden Ausnahmefällen gewähren, bevor er zu einer formalen Kriegserklärung übergehen muss.
Grundsätzlich sind alle Einsätze den genannten Bestimmungen unterworfen, dennoch lässt der National Security Act der Exekutive und damit dem Präsidenten als Oberbefehlshaber der Streitkräfte an sich in Fällen der Bedrohung oder Gefährdung das Recht, sich in Ausnahmefällen qua Presidential Order (Präsidentendirektive) darüber hinwegzusetzen und gegebenenfalls auch eine gezielte Tötung oder Folter anzuordnen beziehungsweise zu genehmigen, wenn es dem Interesse der Nationalen Sicherheit dient. Es handelt sich dabei um Einzelfallentscheidungen.
Eine Diskussion oder Wertung der Operationen der Special Forces im Hinblick auf die Rechtmäßigkeit nach internationalen Normen wie dem Völkerrecht oder dem Kriegsrecht ist, ebenso wie bei Geheimdiensten und Spezialeinheiten anderer Länder (britischer Special Air Service oder deutsches KSK), problematisch. Dies gilt besonders für präventive Einsätze außerhalb des Geltungsbereichs US-amerikanischen Rechts, aber auch für fragwürdige Verhörmethoden, bis hin zum Verdacht auf Anwendung von Folter.
Verdeckte Operationen vom Militär durchführen zu lassen, ist unter anderem deswegen rechtlich problematisch, weil das Militär anderen Gesetzen unterworfen ist als Nachrichtendienste. So ist die CIA verpflichtet, dem Kongress über ihre verdeckten Aktivitäten Bericht zu erstatten. Eine Verlagerung dieser Aktionen in den militärischen Kompetenzbereich des Nationalen Sicherheitsrates und damit einem weniger kontrollierten Teil der Exekutive würde eine Stärkung des Präsidenten bewirken und wäre geeignet, dem Parlament die Kontrolle über verdeckte Operationen zu erschweren oder sogar zu entziehen.
Militärische Einheiten, die im Grenzbereich zu Nachrichtendiensten oder auch wie diese verdeckt und mit ihnen gemeinsam operieren, wie die Special Forces oder die Delta Force, sind ein Instrument zur Durchsetzung politischer Interessen der Vereinigten Staaten. Die Gesetzgebung zur Nationalen Sicherheit lässt etliche Ausnahmetatbestände zu, die sonst nach amerikanischem Recht ungesetzlich sind. Einige Einsätze in Zentralamerika müssen mit einiger Wahrscheinlichkeit so bewertet werden, wie Gerichte im Falle der Iran-Contra-Affäre nachträglich feststellten. Die USA wurden Mitte der 1980er Jahre sogar wegen ihrer militärischen und paramilitärischen Aktionen in und gegen Nicaragua vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu einer Zahlung von 2,4 Milliarden US-Dollar verurteilt.[54] Die USA zahlten nicht und bestritten die Zuständigkeit des Gerichts, obwohl sie Richter an den Gerichtshof entsandt hatten. Folgenlos blieb auch eine Resolution der UN-Generalversammlung, in der die USA aufgefordert wurden, dem Urteil zu folgen.[55]
Zusammen mit dem 75th Ranger Regiment und dem 160th Special Operations Aviation Regiment (Airborne) bilden die Army Special Forces die operative Komponente des US Army Special Operations Command (ARSOC) (dt. „Heeresoberkommando für Sondereinsätze“). Das ARSOC wiederum bildet zusammen mit Einheiten aus anderen Teilstreitkräften – dem Naval Special Warfare Command (dt. „Marineoberkommando für spezielle Kriegführung“), dem Air Force Special Operations Command (dt. „Luftwaffenoberkommando für Sondereinsätze“), dem Marine Corps Forces Special Operations Command (dt. „Marineinfanterieoberkommando für Sondereinsätze“) und dem US Joint Special Operations Command (JSOC) (dt. „Verbundoberkommando für Sondereinsätze“) – unter dem Kommando des US Special Operations Command (SOCOM) (dt. „Oberkommando für Sondereinsätze“) die Spezialeinsatzkräfte (Special Operations Forces) des US-Militärs.
Das Army Special Forces Command entspricht in seiner Größe etwa einer kompletten Division und bildet damit die größte Einheit der Spezialtruppen der Army und den größten geschlossenen Einzelverband aller Spezialeinsatzkräfte der US-Streitkräfte mit circa 10.000 Mann Personal. Aufgrund ihrer speziellen Aufgaben sind die Green Berets jedoch nur ansatzweise wie eine klassische militärische Einheit organisiert. Kleinere oder größere Kräfte sind permanent weltweit stationiert oder im Einsatz.
Das Army Special Forces Command umfasst sieben Special-Forces-Gruppen (Brigaden), zwei von ihnen gehören der National Guard an und sind, vereinfacht dargestellt, Reserve-Einheiten, die anderen fünf sind Teil des stehenden Heeres. Darüber hinaus existieren noch vier Züge für chemische Kriegführung (Chemical Reconnaissance Detachment (CDR)), die organisatorisch unabhängig sind und dem Special Forces Command direkt unterstehen (zwei regulär und zwei Nationalgarde).[57] Die CDRs sind die einzige Komponente innerhalb des Army Special Operations Commands mit der Fähigkeit zum Aufspüren, zur Identifizierung und zur Abwehr chemischer Kampfstoffe.
Die Struktur weicht von der Mannstärke und der Bezeichnung der einzelnen Einheiten erheblich von der konventionellen Militärs ab und gliedert sich wie folgt:[58]
Brigade
Jede Gruppe (group) hat eine Stärke von 1.382 Soldaten und entspricht ungefähr einer konventionellen Infanteriebrigade.[59] Sie besteht aus drei Bataillonen (zu 383 Soldaten), einer Gruppenunterstützungskompanie (Group Support Company; zu 144 Soldaten) und einer verstärkten Stabskompanie (Headquarter and Headquarters Command, HHD-ODC) mit einer Stärke von 89 Soldaten.[60]
Bataillon
Ein Bataillon mit einer Sollstärke von 383 Mann besteht aus 3 Kompanien (zu 83 Soldaten), einer Unterstützungskompanie, einer Führungsgruppe (14 Soldaten) und einem Stabszug mit 37 Soldaten. Auf Bataillonsebene setzten sich die Kompanien (Alpha, Bravo, Charlie usw.) aus Spezialisten für einen jeweils anderen Gefechtsschwerpunkt zusammen. Zum Beispiel – die alphabetische Reihenfolge und letztendliche Gewichtung ist variabel und einsatzabhängig – die Alpha-Kompanie mit Military-Freefall-Experten, die Beta-Kompanie mit UWO-Spezialisten (Underwater Operations, Kampfschwimmer) usw.. Damit ist immer gewährleistet, dass sämtliche Spezialkenntnisse innerhalb eines Bataillons vertreten sind.[61]
Kompanie
Eine Kompanie besteht aus sechs Operational Detachments Alpha (ODA) (dt. Abteilung, gemeint ist ein Zug) mit jeweils 12 Mann und einem ODB (Stabszug) mit 11 Mann.[62]
Zug
Ein ODA ist die kleinste taktische Einheit der Special Forces, entspricht der Zugebene bei konventionellen Army-Einheiten und besteht nominell aus 12 Mann. Dabei sind jeweils 2 Spezialisten pro militärischer Kernkompetenz vertreten.[63]
Alle Mitglieder sind vertraut mit den Sprachen ihres Einsatzgebietes und in der Lage, mehrere technisch-militärische Aufgaben im Team wahrzunehmen. Sie operieren, geführt durch den Stab einer Armeegruppe, verdeckt und sind in der Lage, bis zu einer Einsatztiefe von 800 km ohne Versorgung eingesetzt zu werden. Dabei sind sie zu Lande, zu Wasser und auf dem Luftweg verlegbar.
Das Team kann sich in zwei Untergruppen teilen. Ihre Aufgabe ist es, Personen auf gegnerischem Gebiet zu rekrutieren, Partisaneneinheiten zu formieren und diese zum Einsatz gegen kleinere gegnerische Einheiten und Objekte zu bringen. Der Stabschef der Partisanenformation wird aus den Einheimischen bestimmt. Parallel zu ihren direkten Aufgaben trainieren die Teams während ihrer Einsätze bei jeder Gelegenheit verbündete Einheiten bis zu Bataillonsgröße. Ein ODA pro Kompanie verfügt über eine Kampftaucherzusatzausbildung SCUBA und ein weiteres über eine spezielle Fallschirmsprungausbildung für Sprünge aus großer Höhe mit extrem niedriger Schirmöffnungshöhe HALO (high altitude low opening).
Zur Zeit gibt es fünf aktive Gruppen (Brigaden) und zwei der Nationalgarde.[64] Jede aktive Brigade unterstützt primär ein regionales Oberkommando und deren untergeordnetes Komponentenkommando für Sondereinsätze:[65]
Grundsätzlich besteht das Personal nur aus Freiwilligen. Für die Auswahl der potentiellen Kandidaten und deren spätere Ausbildung ist die 1st Special Forces Training Group – Airborne (1st SFTG [A]) zuständig (dt. „1. Spezialeinsatzkräfte-Ausbildungsbrigade [luftlandefähig]“), einer Abteilung des John F. Kennedy Special Warfare Center and School (USAJFKSWCS), der zentralen Ausbildungseinrichtung für nichtkonventionelle Kriegführung der Army.
Da Frauen in der Laufbahnverwendung (Military Occupational Specialty - MOS) der Serie 18 nicht zugelassen sind, kommen ausschließlich männliche Bewerber in Frage.[69]
Jährlich werden aus mehreren tausend Bewerbern, die aus dem über eine Million Männer großen Personalreservoir der Army, Reserve oder Nationalgarde kommen, ca. 400 Soldaten ausgewählt, die dem sehr hohen Anforderungsprofil entsprechen. Nach Abschluss der Rekrutierungs-, Auswahl- und Qualifikationsphase werden letztendlich nur 3 bis 5 % der Bewerber angenommen. Bei der Auswahl spielen Dienstgrad, Erfahrung, militärischer Hintergrund, physische Merkmale, obligatorische Fallschirmspringerqualifikation und Fremdsprachenkenntnisse, aber auch die ethnische Abstammung eine entscheidende Rolle.
Eine Bewerbung ist regelmäßig nur dann möglich, wenn man als Offizier mindestens den Rang eines Captain (O-3) bekleidet oder aber als First Lieutenant (O-2) kurz vor seiner Beförderung zum Captain steht. Mannschaftsdienstgrade müssen mindestens Specialist (E-4) oder bereits Sergeant (E-5) sein. Das bedeutet, dass sich nur Rekruten mit mindestens 5 bis 10 jähriger militärischer Erfahrung und einem Alter zwischen Mitte zwanzig und Anfang dreißig bewerben können. Traditionell kommen überwiegend Bewerber mit infanteristischem Hintergrund in Betracht, meist nachdem sie sich bereits bei anderen Einheiten, wie der 82. US-Luftlandedivision oder den Army Rangern qualifiziert haben.
In den letzten Jahren nahm der Personalpool der Army durch Truppenabbau stetig ab, während die Sollstärke der aktiven Spezialeinsatzkräfte aber konstant blieb. Dies hatte zwei Konsequenzen. Einerseits waren die Werber der Special Forces dadurch gezwungen, aus immer mehr Waffengattungen des Heeres zu rekrutieren. Andererseits wurden bereits vorhandene Verbandsmitglieder in erhöhtem Maße (auf freiwilliger Basis) zu einer längeren Dienstzeit verpflichtet. Beides hat zu dem positiven Effekt geführt, dass es inzwischen zu einer gesteigerten Aufgabenkompetenz und Erfahrungstiefe gekommen ist.
Von dem Rekruten wird eine extreme körperliche Belastbarkeit gefordert, in größerem Maß jedoch geistige Flexibilität, Intelligenz und Besonnenheit.[70]
Entgegen der Stoßrichtung vieler Darstellungen in der Populärkultur wie der Filmtrilogie Rambo, deren fiktive Hauptfigur Angehöriger der Special Forces war, sind aggressive und physisch orientierte Soldaten weniger gefragt als besonnene und professionelle Spezialisten.
Jedem Rekruten wird das Lernen mindestens einer Fremdsprache aus der für ihn vorgesehen zukünftigen Einsatzregion auferlegt. Je nach Schwierigkeitsgrad kann allein die Sprachausbildung bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen (z. B. Arabisch oder Chinesisch). Die Army Special Forces rekrutieren von den qualifizierten Soldaten möglichst viele aus ethnischen Minderheiten der Vereinigten Staaten, da diese wegen ihres äußeren Erscheinungsbildes und ihrer kulturellen Kompetenzen dem Auftrag des Verbandes besser entsprechen können. So können sich Hispanics in Lateinamerika leichter als einheimische Zivilisten ausgeben.
Da die Ausbildung eines einsatzfähigen Soldaten über 100.000 Dollar kostet, ist die Army sehr daran interessiert, möglichst frühzeitig die ungeeigneten Bewerber festzustellen und auszusondern. Ein weiterer Grund ist die persönliche Situation des Rekruten. Meist wird seine Bewerbung in seiner alten Einheit negativ aufgenommen, weil Vorgesetzte besonders qualifizierte Soldaten ungern verlieren und Kameraden sie teilweise als Verräter betrachten oder neidisch sind. Je eher ein Bewerber bei Nichteignung zu seiner alten Einheit zurückkehren kann, desto geringer der „Flurschaden“ für den Gescheiterten. Oft quittieren auch Abgelehnte aus den genannten Gründen den Dienst, wenn sie zwar das Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen, aber in der anschließenden Qualifizierungsphase versagen.
Der Special Forces Assessment and Selection Course (dt. „Sondereinsatzkräfte Besetzungs- und Auswahlkurs“), das eigentliche Auswahlverfahren, wird von der 7. Kompanie des 1. Bataillons der 1st SFTG (Ausbildungsbrigade) an der Colonel Nick Rowe Special Forces Training Facility (dt. „Oberst-Nick-Rowe-Sondereinsatzkräfte-Trainingseinrichtung“) in Camp MacKall, North Carolina, westlich von Fort Bragg, durchgeführt und dauert 24 Tage.[71]
Während dieser extremsten Phase der Selektion, bei der die Ausfallquote bis zu 60 % beträgt, werden die Aspiranten systematisch bis zur physischen Erschöpfung gebracht bei gleichzeitig eingeschränkter Verpflegung und Schlafentzug. Ziel dieser Tortur ist neben der physischen Komponente vor allem diejenigen herauszufiltern, die unter extremster Belastung den inneren Willen offenbaren, in schier aussichtslosen Situationen bestehen zu wollen und nicht aufzugeben. Gleichzeitig wird bei so genannten Situations- und Reaktionsübungen mit nur gemeinschaftlich lösbaren Aufgaben die Teamfähigkeit getestet.[72][73]
Diese mentale Stabilität und geistige Beweglichkeit auch bei stärkstem Stress und körperlicher Erschöpfung ist die Kernqualifikation, nach der gesucht wird.
Dazu durchläuft der Aspirant ein Programm aus Hindernisbahnen, Läufen, Gewaltmärschen mit voller Ausrüstung (ca. 25 Kilo) und Orientierungs- und Geländeübungen. Wer diesen Kurs besteht, erhält eine Einladung zum Qualifizierungsverfahren, der eigentlichen Ausbildung.
Nachdem der SFAS-Course die mögliche körperliche, mentale und charakterliche Eignung des Aspiranten bewiesen hat, beginnt mit dem Special Forces Qualification Course (SFQC) (dt. „Sondereinsatzkräfte-Qualifizierungs-Kurs“) die eigentliche Qualifizierung und Ausbildung des Soldaten, bei dem ihm alle Fertigkeiten und Erfahrungen vermittelt werden, die er später in sein Team einbringt.[74] Obwohl hier nur noch wenige scheitern, ist dies der letzte Filter. Erst nach dem erfolgreichen Abschluss erhält der Bewerber „sein“ grünes Barett. Dieser Fortgeschrittenenlehrgang unterteilt sich in drei Phasen:
In Phase eins werden noch einmal die Grundlagen infanteristischer Gefechtsführung vertieft, um sicherzustellen, dass alle Aspiranten, auch die aus anderen Waffengattungen, über die gleichen Fähigkeiten verfügen. Dieser 39 Tage dauernde Kurs ist die letzte Möglichkeit, ungeeignete Bewerber vor Beginn der vergleichsweise sehr teuren Spezialisierung in Phase Zwei auszusondern.
In Phase 2 wird die Gruppe der Bewerber nach den für die einzelnen festgelegten Tätigkeitscodes, wie Einsatzplanung für Offiziere und Warrant Officer (etwa vergleichbar mit einem Fachdienstoffizier), Nachrichten (Aufklärung), Pionierwesen, Waffen, Sanitätswesen und Fernmeldewesen, neu zusammengestellt.
Je nach Bereich kann die Ausbildung zu den einzelnen Spezialisierungen (Kernkompetenzen) zwischen einem halben und einem Jahr dauern. Die Führungskurse für Offiziere, Warrant Officers und Nachrichtenwesen werden vom JFK Special Warfare Center teilweise auch an anderen Ausbildungseinrichtungen der Army durchgeführt. Der Sanitätsunteroffizierskurs wird dagegen vom Special Operations Medical Training Battalion (dt. „medizinisches Ausbildungsbataillon für Spezialeinsätze“) in Fort Bragg durchgeführt, das auch die Sanitäter der Delta Force und der Navy Seals ausbildet. Schwerpunkt dieser sehr umfangreichen und im Vergleich zu einem zivilen Rettungssanitäter deutlich umfangreicheren Ausbildung ist die Traumamedizin. Mit einem Jahr Dauer ist dies der längste Spezialisierungskurs. Dabei durchlaufen die späteren Sanitäter auch Praktika in zivilen Notfallkliniken. Der Fernmeldeunteroffizierskurs wird überwiegend in Fort Gruber, Oklahoma, durchgeführt. Neben Telekommunikationstechniken aller Art werden auch Grundkenntnisse in elektronischer Datenverarbeitung vermittelt.
Während der 38 Tage dauernde Phase 3 werden Operationsplanung, Gefechtsfeldaufklärung, Luftlandeoperationen, Angriffs- und Isolationstechniken sowie interkulturelle Kommunikation trainiert.
Danach werden die Aspiranten mit den Grundlagen der unkonventionellen Kriegs- und Gefechtsführung vertraut gemacht. Am Ende schließt der Lehrgang mit einer sehr umfangreichen und aufwendigen Feldübung, die als Robin Sage bezeichnet wird, ab. Dabei werden alle gelernten Fertigkeiten im Rahmen dieser größten und teuersten Dauerübung der Spezialeinsatzkräfte getestet. Die Vorbereitung, Planung und Durchführung dieses Manövers beginnt bereits am 16. Tag und nimmt damit mehr als d