| Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald | |
|---|---|
| Gründung | 17. Oktober 1456 (Lehre findet seit 1436 statt [1]) |
| Trägerschaft | staatlich |
| Ort | Greifswald |
| Bundesland | Mecklenburg-Vorpommern |
| Staat | Deutschland |
| Leitung | Rainer Westermann (Rektor) Thomas Behrens (Kanzler) |
| Studenten | 11.499 (WS 2007/08)[2] |
| Mitarbeiter | 5.029 (04/2008, inkl. Uniklinikum) |
| davon Professoren | 222 |
| Website | www.uni-greifswald.de |
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (auch: Alma Mater Gryphiswaldensis, Universitas Gryphiswaldensis oder Academia Gryphica) ist eine Universität mit Sitz in der vorpommerschen Hansestadt Greifswald, etwa 200 km nördlich von Berlin. Sie ist mit über 5.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Vorpommern.
Sie wurde im Jahr 1456 gegründet und ist damit eine der ältesten Universitäten der Welt. Als fünftälteste Universität Deutschlands und zweitälteste im Ostseeraum war sie zeitweilig auch die älteste Hochschule Schwedens und Preußens.
Etwa zwei Drittel der 12.000 Studierenden kommen aus anderen Bundesländern als Mecklenburg-Vorpommern.
Inhaltsverzeichnis |
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wurde am 17. Oktober 1456 im vorpommerschen Greifswald als Academia Gryphica gegründet. Die Gründung erfolgte unter großem Engagement des Bürgermeisters (und ersten Rektors) Heinrich Rubenow und mit kaiserlicher und päpstlicher Zustimmung (Privileg) unter dem Schutz des pommerschen Herzogs Wartislaw IX.. Die Gründungsfeier fand unter dem Camminer Bischof Henning Iven im Greifswalder Dom St. Nikolai statt. Dies spiegelte den zunächst starken kirchlichen Charakter der Universität wider, durch den auch der Humanismus Schwierigkeiten hatte, im Lehrbetrieb Eingang zu finden. Zunächst wurden die vier klassischen Fakultäten: Theologie, Philosophie, Medizin und Jura eingerichtet.
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität wurde neben Rostock die zweite Universität im Ostseeraum. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es nur vier (durchgängig existierende) ältere Universitäten: Universität Heidelberg (1386), Universität zu Köln (1388), Universität Leipzig (1409) und Universität Rostock (1419). Die 1348 gegründete Karls-Universität in Prag war als deutsche Universität im Heilige Römischen Reich Deutscher Nation und im Königreich Böhmen ebenfalls älter, befindet sich jedoch heute in der Tschechischen Republik. Die pommersche Universität Greifswald war zeitweilig die älteste Universität Preußens (1815–1945) und zuvor die älteste Universität im schwedischen Machtbereich (1648–1818) zur Zeit Schwedisch-Pommerns.
Ihre Gründung hat die Universität in Greifswald der vorausgegangenen Reichsacht gegen Rostock zu verdanken: Wegen Unruhen durfte an der Rostocker Universität nicht gelehrt werden. Große Teile der Professoren- und Studentenschaft zogen vorübergehend von Rostock nach Greifswald, und Rubenow bewirkte ihr Bleiben.
Begünstigt durch ihre Lage und den Einfluss der Hanse entwickelten sich schon in der Frühzeit der Universität intensive Beziehungen zu den nördlichen Nachbarn. Von 1456 bis zur Reformation (1526) studierten hier 476 Skandinavier; 22 Nordeuropäer finden sich unter den Hochschullehrern und sechs unter den Rektoren dieser Zeit. Ein an damaligen Studentenzahlen gemessen beachtlicher Anteil.
Von 1527 bis 1539 blieb die Universität geschlossen. Erst die Reformation brachte eine neue Entwicklung der Universität. 1539 wurde die Universität durch den Landesherrn, Herzog Philipp I. von Pommern, als protestantische Landesuniversität wieder eröffnet. Da durch die Reformation zahlreiche der bisherigen Pfründen zur Versorgung der Hochschule fortgefallen waren, benötigte sie eine materielle und finanzielle Neuausstattung. In der Stadt bekam sie vom Herzog das säkularisierte Dominikanerkloster, auch Schwarzes Kloster genannt. Die Professuren der Theologischen Fakultät wurden personell mit den Pastoraten an den drei Greifswalder Pfarrkirchen verknüpft, wobei der Inhaber der 1. Theologischen Professur als Pastor von St. Nikolai zugleich Generalsuperintendent von Pommern-Wolgast war. Die Verbindung zwischen Universität und frühmodernem Staat setzte sich auch in den anderen Fakultäten fort. Die Juristen waren zugleich am Hofgericht beschäftigt, die Mediziner als herzogliche Leibärzte und die Artisten als Prinzenerzieher. Neben den Herzögen betätigten sich auch die Landstände als Förderer der Universität, was in der Stiftung von Stipendien und Freitischen für Studenten zum Ausdruck kam. Bereits unter Herzog Philipp I. wurden Einnahmen des aus dem säkularisierten Kloster Eldena hervorgegangenen Amtes Eldena der Universität zur Versorgung überwiesen. Der Nachfolger Ernst Ludwig initiierte den Bau eines nach ihm benannten Kollegiengebäudes, das aber erst nach seinem Tod fertiggestellt wurde und auf dessen Grundmauern das heutige Hauptgebäude steht. Der letzte Herzog von Pommern-Wolgast, Philipp Julius, schenkte der Universität einen kostbaren Radmantel, der bis in die jüngste Vergangenheit von den Rektoren bei feierlichen Anlässen getragen wurde.
1604 wurde hier die erste zentralisierte Universitätsbibliothek Deutschlands eingerichtet. Über mehrere Jahrzehnte bestand ein Ankaufvertrag über 2.000 Gulden mit einem Wittenberger Buchdrucker. Der Vertrag endete erst zum Ende des 17. Jahrhunderts. Zum Buchbestand gehören Handschriften und frühe Drucke so renommierter Schriftsteller und Drucker wie Johannes Gutenberg, Thomas Thorild u. v. a.
Zur Begleichung der ausstehenden Professorengehälter vermachte im Jahr 1634 der Herzog von Pommern, Bogislaw XIV., der Universität das Amt Eldena vor den Toren der Stadt mit 14.000 Hektar, wodurch sie zur größten Grundbesitzerin unter den Universitäten wurde. Im Westfälischen Frieden von 1648 fiel Greifswald mit Vorpommern an Schweden und war 1715 bis 1720 vorübergehend dänisch. Ohne den Charakter einer deutschen Hochschule zu verlieren, wurde die Universität nun bis 1815 von schwedischer Wissenschaftspolitik geprägt. Besonders im ausklingenden 18. Jahrhundert erlangte sie als Kulturbrücke zwischen Schweden und Deutschland neue Bedeutung: mehr als 1500 Schweden studierten oder wirkten hier als Wissenschaftler, so auch der Philosoph Thomas Thorild (1795–1808).
Das repräsentative Hauptgebäude in der Domstraße wurde 1747 bis 1750 vom Greifswalder Mathematiker Andreas Mayer im Stil des norddeutschen Spätbarock errichtet. Die heutige Aula, früher als Bibliothek genutzt, gilt als ein besonderes »Kleinod« dieses Baustils.
1815 ging Schwedisch-Pommern samt der Universität Greifswald in preußischen Besitz über, womit sie die älteste Hochschule Preußens wurde. Man sah sie als die pommersche Landesuniversität an.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sie sich zu einer modernen universitas litterarum. Neben der Medizin mit eigenem Klinikviertel erblühten besonders die Juristische Fakultät, die Theologische Fakultät, die Altertumswissenschaften und die Philologien. Die Juristische Fakultät wurde 1905 durch Angliederung einer Ökonomischen Abteilung (heute Abteilung Betriebswirtschaftslehre) zur Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät erweitert. 1912 wurde die deutsche Paläontologische Gesellschaft in Greifswald auf Initiative des Greifswalder Paläontologen Otto Jaekel gegründet. Während der Weimarer Republik wurde das Spektrum der Universität noch einmal größer (Nordisches Institut, Gustaf-Dalman-Institut für Palästinawissenschaften, Victor-Schultze-Institut mit christlich-archäologischer Sammlung, Biologische Forschungsanstalt auf der Insel Hiddensee).
1933 wurde sie nach Ernst Moritz Arndt benannt. Arndt, 1791 Theologiestudent der Universität, lehrte hier, mit Unterbrechungen, von 1800 bis 1811 als Historiker. Von hier aus veröffentlichte er seine sozialkritische Schrift „Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen“, sein Werk „Germanien und Europa“ sowie den ersten Teil von „Geist der Zeit“. Bis in die heutige Zeit gibt es immer wieder Diskussionen über den nicht unumstrittenen Namenspatron; eine Änderung des Universitätsnamens wurde aber nach Beratungen stets abgelehnt.
Am Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Universität geschlossen, jedoch am 15. Februar 1946 wieder eröffnet. Auf Befehl der sowjetischen Militäradministration blieb die ökonomische Abteilung zunächst geschlossen. Nach Gründung der DDR gab es mehrere organisatorische Umformungen, Schließungen und Neuausrichtungen:
Diese teils drastischen Einschnitte in das Greifswalder Hochschulgefüge sind zum großen Teil nach 1990 rückgängig gemacht worden. Die Autonomie der Universität, deren akademische Selbstverwaltung und die Freiheit von Wissenschaft und Kunst, von Lehre und Studium sind wiederhergestellt worden. Schon im Dezember 1989 wurde die Sektion Theologie wieder zu einer Theologischen Fakultät aufgewertet. Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät folgte zum Sommersemester 1991 mit Jura und nach einem vergeblichen Versuch 1992 zum Wintersemester 1993/94 mit Betriebswirtschaftslehre.
Die Idee der „Universitas“ verwirklicht wieder ein Fächerkanon in Forschung und Lehre aus der Theologie, den Rechts- und Staatswissenschaften, den Geisteswissenschaften, der Mathematik, der Medizin und den Naturwissenschaften, die in den folgenden fünf Fakultäten organisiert sind: Theologische, Rechts- und Staatswissenschaftliche, Medizinische, Philosophische und Mathematisch-Naturwissenschaftliche. Heute prägen neben den verschiedenen Philologien besonders die Forschungen in Medizin, Physik und Biochemie die Universität.
Die Universität Greifswald stellt bereits seit 1999 als eine der ersten in Deutschland im Rahmen des Bologna-Prozesses sein Studienangebot auf konsekutive Studiengänge um. Dem inzwischen so genannten Greifswalder Modell gestufter Studiengänge an der Philosophischen Fakultät [3] folgten inzwischen auch viele Studienfächer der anderen Fakultäten, z. B. Physik und Geographie. Ferner hat die Universität Greifswald zum Wintersemester 2000/2001 als erste Universität in Deutschland einen modularisierten juristischen Studiengang mit dem Abschluss Bachelor of Laws eingeführt. [4]
Das Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg Greifswald kooperiert mit der Universität auf vielfältigste Weise und fördert Lehre und Forschung unter anderem durch Stipendien, Graduiertenkollegs und die Finanzierung internationaler Tagungen hohen Profils.
Im Jahre 2006 feierte die Universität das 550-jährige Jubiläum ihrer Gründung 1456. Höhepunkt der zahlreichen Veranstaltungen zum Universitätsjubiläum war die Neueröffnung der Aula im barocken Universitätshauptgebäude durch Bundespräsident Horst Köhler und Königin Silvia von Schweden.
Zu besonderen Lehr- und Forschungsschwerpunkten der Universität haben sich entwickelt:
Der Rektor leitet die Universität mithilfe seiner Richtlinienkompetenz und vertritt die altehrwürdige Alma Mater nach außen, etwa gegenüber dem Ministerium, Wissenschaftsgesellschaften oder Sponsoren. Der Rektor wird vom Senat gewählt und wird unterstützt durch zwei Prorektoren.
Derzeitiger Rektor ist der Psychologe Rainer Westermann. Prorektoren sind der Jurist Wolfgang Joecks und der Historiker Michael North.
Der Universitätskanzler leitet die Verwaltung der Universität nach innen. Der Kanzler wird auf eine Zeit von 8 Jahren vom Senat gewählt. Derzeitiger Kanzler ist Dr. Thomas Behrens.
Der akademische Senat setzt sich aus Professoren, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Studenten und nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern im Verhältnis 12:4:4:2 („engerer Senat“) oder 12:6:12:6 („erweiterter Senat“) zusammen.
Außerdem gibt es einen „Universitätsrat“, bestehend aus sechs vom Senat gewählten Persönlichkeiten, welcher die Universität berät. Derzeitige Mitglieder des Universitätsrats:
Eine besondere Ehrung stellt die Bestellung als „Ehrensenator“ der Alma Mater dar. Diese Ehre kam bisher vier Personen zuteil:
An der Spitze der insgesamt fünf Fakultäten steht jeweils ein Dekan sowie ein Prodekan und ein Studiendekan. An der Philosophischen und Medizinischen Fakultät wird der Dekan durch einen zweiten Prodekan unterstützt. Darüber hinaus gibt es die Fakultätsräte, die sich aus Hochschullehrern, wissenschaftlichen Mitarbeitern, Studenten und sonstigen Mitarbeitern zusammensetzen.
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität besteht aus fünf Fakultäten, die ihrerseits wieder in Institute oder Kliniken aufgeteilt sind.
Die Theologische Fakultät ist die kleinste Greifswalder Fakultät und bietet das Spektrum der evangelischen Theologie an. Eine Besonderheit des Greifswalder Theologiestudiums ist das Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung, welches in Zusammenarbeit mit der Pommerschen Evangelischen Kirche und der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste der EKD betrieben wird und sich Fragen der Mission und der praktischen Verkündigung des Evangeliums widmet.
Möglich ist das Studium der evangelischen Theologie (Abschlüsse: Kirchliches Examen, Diplom), Evangelische Religion (Lehramt Gymnasium) und Evangelische Religionspädagogik (Aufbaustudiengang).
Das Gustaf-Dalman-Institut beherbergt nach eigenen Aussagen „ eine international einmalige Sammlung von höchstem wissenschaftlichen Interesse und Niveau“. [5] Das Victor-Schultze-Institut besitzt eine Sammlung spätantiker und mittelalterlicher Originale.
In verschiedenen Rankings nehmen die Wirtschaftswissenschaften an der Universität Greifswald weit überdurchschnittliche Spitzenplätze ein[6]. Aufgrund einer Reform der Landesregierung wird die Ausbildung von Juristen im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern zukünftig ausschließlich in Greifswald stattfinden. Die entsprechende Juristische Fakultät in Rostock wird auf ein Minimum reduziert werden.
An der RSF werden die Fächer Rechtswissenschaft (Abschlüsse Staatsexamen, LL.B., LL.M.) und Betriebswirtschaft (Abschluss Diplom-Kauffrau/-mann) angeboten. Im Rahmen des eigentlich an der Philosophischen Fakultät angesiedelten B.A.-Studiengangs kann man die Teilfächer Öffentliches Recht, Privatrecht und Wirtschaft studieren. Zusätzlich wird als Aufbaustudiengang ein Master in „Health Care Management“ angeboten.
Die medizinische Ausbildung in Greifswald ist eine der gefragtesten in Deutschland. Im Jahr 2007 war Greifswald nach Berlin bei der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) der unter 34 Studienorten in Deutschland am zweitmeisten genannte Studienwunsch für angehende Mediziner[7].
Angebotene Studiengänge sind Humanmedizin und Zahnmedizin. Lehr- und Ausbildungskrankenhaus der Medizinischen Fakultät ist das Universitätsklinikum Greifswald, welches sich im Neubau befindet und bis 2009 eins der modernsten Krankenhäuser Deutschlands wird.
Die Philosophische Fakultät der Ernst-Moritz-Arndt-Universität hat seit 1999 als eine der ersten in Deutschland die Umstellung auf konsekutive Studiengänge vollzogen. Es werden die Studiengänge B.A. (sechs Semester) und M.A. (vier Semester) angeboten. Daneben besteht die Möglichkeit das Lehramt für Gymnasien oder Haupt- und Realschule sowie einzelne Studiengänge mit Studienabschluss Diplom zu studieren.
Der Forschungsschwerpunkt der Philosophischen Fakultät liegt im Bereich Nordeuropa und Osteuropa, hier besonders die Sprachen und Kulturen des Ostseeraums. Es gibt ein zugehöriges DFG-Graduiertenkolleg mit dem Namen „Kontaktzone Mare Baltikum: Fremdheit und Integration im Ostseeraum[8].“ Dieser Forschungsschwerpunkt drückt sich auch in der Lehre aus, so werden einige der Fächer wie Fennistik, Slawistik, Baltistik oder Skandinavistik außer in Greifswald nur an wenigen anderen Universitäten angeboten. Die Universitätsbibliothek Greifswald ist deutschlandweite Sammelbibliothek für Bücher zu den baltischen Staaten.
Darüber hinaus werden auch klassische Disziplinen wie Germanistik, Anglistik, Geschichtswissenschaft, Musikwissenschaft, Kirchenmusik, Philosophie, Politikwissenschaft sowie neuere (z. B. Kommunikationswissenschaft, Deutsch als Fremdsprache) angeboten. An dem nach dem in Greifswald geborenen Maler Caspar David Friedrich benannten Caspar-David-Friedrich-Institut kann man Kunstgeschichte und Bildende Kunst studieren. Eine weitere der Philosophischen Fakultät angegliederte Einrichtung ist das Institut für Psychologie.
Die Institute für Altertumswissenschaften, Erziehungswissenschaft, Romanistik und Sportwissenschaft werden demnächst geschlossen.
An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät werden folgende Institute zusammengefasst:
Seit 2007 entwickelt das Institut für Physik gemeinsam mit weiteren deutschen Instituten sowie Instituten in der Schweiz, Japan, Australien und Tschechien das Weltraumwetter-Teleskop MuSTAnG[9] (Muon Spaceweather Telescope for Anisotropies at Greifswald), das Teil eines weltweiten Netwerkes von Teleskopen werden soll. Mit Hilfe dieses Netzwerkes soll die genauere Vorhersage von Sonnenaktivitäten ermöglicht werden. Das Projekt wurde von der European Space Agency (ESA) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt mitinitiiert.
Darüber hinaus existiert die Sternwarte Greifswald
Im Fremdsprachen- und Medienzentrum kann man Fremdsprachen (z. B. Schwedisch, Spanisch, Französisch, Englisch, Russisch) studiumsbegleitend erlernen sowie den Umgang mit modernen Medien lernen.
Das Universitätsrechenzentrum (URZ) ist zuständig für das universitätsinterne Netzwerk sowie dessen Anbindung an das Internet. Über das Universitätsnetzwerk sind neben den Fakultäten und Instituten auch die Studentenwohnheime an das Internet angebunden. Außerdem verfügt das Netzwerk über mehrere W-LAN-Spots. Weiterhin stellt das URZ auch Rechner, Drucker und nach besonderer Erlaubnis auch das Medienlabor zur Benutzung vor Ort bereit.
Der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA), der sich für die Belange der Studierendenschaft einsetzt, befindet sich gegenüber dem barocken Universitätshauptgebäude in der Domstraße 12.
Die zentrale Universitätsbibliothek Greifswald und die 19 Fachbereichsbibliotheken sind für Studenten und Wissenschaftler da.
Das Universitätsklinikum Greifswald und die Klinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde sind Lehr- und Ausbildungskrankenhäuser der Universität. Das Universitätsklinikum Greifswald ist eins der modernsten Krankenhäuser Deutschlands.
Die Universität Greifswald hat derzeit 11.499 (WS 2007/08) Studenten[10], davon sind 59 % weiblich und 41 % männlich. Der Anteil Studierender von außerhalb des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern betrug bei den Neuimmatrikulationen zum Wintersemester 2007/2008 etwa 65 %, d. h. nahezu zwei Drittel der neuen Studenten kamen aus anderen Bundesländern nach Greifswald.
Aktuell sind 665 ausländische Studenten in Greifswald immatrikuliert, was einem Anteil von 5,8 % entspricht. Die größten Anteile an ausländischen Studenten kommen aus Polen, Vietnam und Russland.
Die Schwerpunkte der Lehre und Forschung an der Universität Greifswald liegen in den Bereichen:
Darüber hinaus gibt es mehrere Sonderforschungsbereiche (SFB), zum Beispiel
Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität hat fünf sogenannte Graduiertenkollegs:
Laut Hochschulranking der Zeit schneidet die Universität Greifswald in verschiedenen Studienfächern in der jeweiligen Spitzengruppe unter den deutschen Hochschulen ab, so z.B. in Biologie, Humanmedizin, Geographie, Jura, Psychologie, Zahnmedizin und Betriebswirtschaftslehre.[11]
Die Universität Greifswald unterhält vielfältige Kontakte zu renommierten Hochschulen in Europa und der Welt. Diese Kontakte werden zum einen auf Universitätsebene über Partnerschaftsverträge mit Partneruniversitäten geregelt, zum anderen finden auf der Fakultäts- und Institutsebene durch Kooperationen der Lehrstühle sowie durch das ERASMUS-Programm.
Der von der Universität beschlossene regionale Schwerpunkt der internationalen Kooperation liegt in Nordeuropa und Osteuropa. Die verschiedenen Lehrstühle, Institute und Fakultäten unterhalten zahlreiche weitere, über die Partneruniversitäten hinausgehende Kontakte, die dem wissenschaftlichen Austausch und/oder dem Studentenaustausch im Rahmen des ERASMUS-Programms dienen. Es bestehen unter anderem Kontakte zu den Universitäten Barcelona, Bergen, Göteborg, Graz, Helsinki, Kopenhagen, Lancaster, Lund, Luzern, Stockholm, Southampton, Uppsala und Utrecht.
Bis 1945 war die Universität Greifswald diejenige mit dem größten Grundbesitz (mehr als 14000 ha) in Deutschland. Der Grundbesitz stammt aus der Übertragung säkularisierter Klostergüter an die Universität als Ersatz für ausstehende Patronatszahlungen des pommerschen Herzogs. Dadurch war sie eine der wohlhabendsten Universitäten Deutschlands und finanziell bis weit ins 19. Jahrhundert hinein unabhängig. Von dem Reichtum zeugen noch einige Kunstschätze, wie zum Beispiel der Croy-Teppich (eine große Bildwirkerei mit einer bildlichen Darstellung zur Reformation aus dem Jahre 1554) oder eine originale 36-zeilige Gutenbergbibel (1458), die die Universität im 19. Jahrhundert von der Wolgaster St.-Petri-Gemeinde erwarb, sowie diverse weitere jahrhundertealte wertvolle Bücher. Der Reichtum der Universität an Bodeneigentum endete mit der Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone. Einige während der Bodenreform enteignete Grundstücke erhielt die Universität mittlerweile zurück. Sie werfen aber kaum mehr Geld ab, als sie zum Unterhalt benötigen und sind oft mit Altlasten versehen. Die Universität fordert in einem laufenden Verfahren vor Gericht noch weitere Grundstücksrückgaben vom Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Universität Greifswald besitzt auch einen eigenen Universitätswald, der forstwirtschaftlich mit einem eigenen „Universitätsförster“ betrieben wird. Zudem gehören zur Alma Mater eine Forschungsstation auf der Insel Hiddensee.
Als eine der ältesten Universitäten Deutschlands konnten über die Jahrhunderte zahlreiche Exponate in den Sammlungen der Universität akkumuliert werden. Diese können in folgenden Einrichtungen besichtigt werden:
Siehe auch: Liste der Angehörigen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Die Universität Greifswald ist mit zahlreichen namhaften Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft verbunden, die zum Teil zu ihren ehemaligen Studenten, zum Teil zu ihren ehemaligen Lehrkräften gehören.
Dazu gehören beispielsweise die zwei Nobelpreis-Träger Johannes Stark (Nobelpreis für Physik 1919) und Gerhard Domagk (Nobelpreis für Medizin 1939). Otto von Bismarck (Reichskanzler 1871–1890) hat einen Teil seiner Studienzeit in Greifswald verbracht, ebenso wie einer seiner Nachfolger: Bernhard von Bülow (Kanzler 1900–1909).
Der ehemalige Greifswalder Student Johannes Bugenhagen verbreitete die Reformation in weiten Teilen Norddeutschlands und Skandinaviens und Thomas Thorild, ein schwedischer Dichter, studierte ebenfalls hier. Alfred Gomolka (Mitglied des Europäischen Parlaments) war in Greifswald Hochschullehrer, ebenso wie Bernhard Windscheid (einer der Väter des BGB). Ferdinand Sauerbruch, Theodor Billroth und Friedrich Loeffler verhalfen der Medizin zu neuem Wissen. Der Dichter Hermann Löns hatte ebenso eine Verbindung zu Greifswald wie Carl Schmitt, einer der einflussreichsten politischen Theoretiker. Aus den Naturwissenschaften fallen unter vielen anderen besonders die Namen Gustav Mie und Felix Hausdorff auf. Der Maler Caspar David Friedrich, einer der bedeutendsten Vertreter der Romantik und Namensgeber des heutigen Caspar-David-Friedrich-Instituts, erhielt von Universitätsbau- und Zeichenmeister Johann Gottfried Quistorp seinen ersten Kunstunterricht. Ein weiterer Schüler Quistorps war der Maler Wilhelm Titel.
Zu den Ehrendoktoren der Universität Greifswald gehören unter anderem Jacques Delors (ehemaliger Präsident der Europäischen Kommission) ebenso wie Hannelore Kohl, die Frau des Bundeskanzlers Helmut Kohl.
Die Universität ist unter anderem Mitglied folgender Organisationen:
Studenten können die Angebote des universitätseigenen Hochschulsports[12] nutzen, der eine Vielfalt sportlicher Entfaltungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, beispielsweise Aerobik, American football, Drachenboot, Fußball, Fechten, Handball, Judo, Karate, Kanu, Lacrosse, Rugby, Surfen, Taekwondo, Tauchen, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Golf oder auch Yoga.
Daneben gibt es zahleiche von Studenten frequentierte Sportvereine, z. B. den ASV (Akademischer Seglerverein), die HSG (Hochschulsportgemeinschaft), den Hanseatischen Golfclub Greifswald oder allgemein die lokalen Sportvereine wie den Greifswalder SV 04.
Ein sehr beliebter Ort für Wassersport, insbesondere Rudern, ist der Fluss Ryck der die Stadt durchzieht. Die Ostsee, insbesondere die Strandbäder auf den nahegelegenen Inseln Usedom und Rügen – einer der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands – sind beliebte Orte für Sommersportarten wie Beachvolleyball, Frisbee oder Schwimmen.
Vor Ort gibt es Gruppen aller Art, z. B. politisch (z. B. Jusos oder RCDS) oder religiös (z. B. die beiden kirchlichen Gruppen ESG und KSG sowie die überkonfessionelle Hochschul-SMD) oder sonstwie gebundene Interessengruppen (z. B. Umweltschutz). Es besteht die Möglichkeit, sich im AStA, einem Fachschaftsrat oder im Studierendenparlament (StuPa) aktiv zu beteiligen und sich damit für Studenten und Universität als ganzes zu engagieren.
In Greifswald finden mehrere international bekannte Veranstaltungen statt an denen man sich als Student beteiligen kann. Das Festival Nordischer Klang führt die deutsche Öffentlichkeit in die Kulturen Dänemarks, Finnlands, Islands, Norwegens und Schwedens ein. Das sogenannte Greifswald International Students Festival (GrIStuF) bringt Studenten aus verschiedensten Ländern jeden Sommer nach Greifswald und wird weitgehend durch Studenten organisiert.
Es gibt ein monatlich erscheinendes Studentenmagazin namens moritz-Magazin[13], welches nicht nur über die Universität sondern auch über studentische Belange generell berichtet. Eine weitere Möglichkeit sich journalistisch zu betätigen sind der studentische Fernsehsender moritz TV sowie der regionale Radiosender radio98eins[14]. Daneben betreibt die Studierendenschaft auch ein Online-Magazin mit dem Namen moritz-Web.
Eine Besonderheit des Greifswalder Nachtlebens sind die von Studenten für Studenten geführten Studentenclubs Mensaclub, Geographenkeller, Geologenkeller, Club 9 und Kiste. Diese werden zumeist als Vereine geführt und zielen nicht auf maximale Gewinne, sondern auf Spaß für Studenten ab.
Neben den direkt von Studenten betriebenen Örtlichkeiten gibt es eine diverse, für eine kleine Studentenstadt typische Kneipenszene sowie private Diskos. Es gibt auch viele Filmclubs direkt an der Universität, welche Filme auf Deutsch, Englisch oder z. B. den skandinavischen Sprachen zeigen.
Universitäten: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald | Universität Rostock
Fachhochschulen: Fachhochschule Stralsund | Hochschule Wismar | Hochschule Neubrandenburg | Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege | Hochschule der Bundesagentur für Arbeit
Kunsthochschule: Hochschule für Musik und Theater Rostock
In privater Trägerschaft: Private Hanseuniversität Rostock | Baltic College Güstrow
Koordinaten: 54° 5' 40" N, +13° 22' 28" O
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