
Die Metapher der unsichtbaren Hand wurde 1776 von dem schottischen Ökonomen und Moralphilosophen Adam Smith in seinem Werk Der Wohlstand der Nationen formuliert. Er umschreibt die Selbstorganisation von chaotischen oder zufallsbedingten Systemen, die sich so verhalten, als seien sie von einer "unsichtbaren Hand" gesteuert.
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Smith schrieb in seinem Werk Der Wohlstand der Nationen, das Zusammenwirken der Menschen (in Märkten) werde „von einer unsichtbaren Hand geleitet“, sodass jeder von ihnen „einen Zweck fördert, den zu erfüllen er in keiner Weise beabsichtigt hat“. Dieser Zweck sei das Gemeinwohl im Sinne von gesamtwirtschaftlicher Effizienz der Güterallokation. Kein einzelner Marktteilnehmer verfolgt die Absicht, dass insgesamt die effiziente Marktmenge gehandelt wird; jeder will nur seinen Güterbedarf decken. Und doch führe der Marktmechanismus durch seine unsichtbare Hand zur Bereitstellung dieser effizienten Menge. Das eigennützige Streben der wirtschaftenden Menschen oder Unternehmen trage im „System der natürlichen Freiheit“ zum Wohl der gesamten Gesellschaft bei.
Mit natürlicher Freiheit meinte Smith ein System, welches frei von Monopolen, also einseitiger Möglichkeit der Beherrschung eines Marktes, ist. Nur mit dieser Einschränkung kann das Prinzip der unsichtbaren Hand wirksam werden. Es fällt auf, dass diese Voraussetzung zu Smiths Zeiten nicht gegeben war. Vielmehr thematisiert Smith in seinem Werk die Rolle der politischen Ökonomie seiner Zeit (Merkantilismus).
In der modernen Wirtschaftswissenschaft werden Fälle, in denen der Marktmechanismus nicht die gesamtwirtschaftlich effiziente Güterallokation hervorbringt, als Marktversagen bezeichnet.
Nach Niklas Luhmann diente die unsichtbare Hand seit dem 17. Jahrhundert der Entparadoxierung des Knappheitsparadoxes und der Symbolisierung einer Fortschrittsgarantie. „Nachdem sie zunehmend unter Arthrose zu leiden begann, übernahm das Desiderat des wirtschaftlichen Wachstums selbst diese Funktion.“[1]
Die Selbstregulierung durch die unsichtbare Hand sorgt unter anderem dafür, dass
Wie jede Selbstregulierung hat auch die unsichtbare Hand Grenzen:
Nach Rudi Keller (durch Analogie zu Adam Smith) entstehen und wandeln sich die jeweils gültigen Normen des Sprachgebrauchs in einem evolutionären Prozess der unsichtbaren Hand: Sprache wird von Keller erklärt als Phänomen dritter Ordnung; das bedeutet, dass Sprachhandlungen auf individueller Ebene zwar zielgerichtet nach bestimmten Bedingungen ausgewählt werden, der sich daraus ergebende häufige Gebrauch bestimmter Sprachformen verschiedener Sprecher mit teils ähnlichen Intentionen jedoch übergeordneten natürlichen Gesetzmäßigkeiten folgt, denen selbst keinerlei Absicht zugrunde liegt.[2]
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