
Eine Untergrundbewegung ist eine konspirative politische Bewegung. Sie arbeitet im Geheimen unter Missachtung geltender Gesetze auf einen Sturz einer etablierten Staatsmacht oder eines Besatzungsregimes mit Ziel einer Autonomie hin.
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Untergrundbewegungen entstehen zumeist, wenn eine Opposition durch ihre Illegalität in den Untergrund gedrängt wird. Häufige Ursachen sind die Unterdrückung oder Beschneidung der Rechte von Minderheiten. Andererseits kann ihre Entstehung von politischen Kräften auch durch bewusst konspirative Tätigkeit hervorgerufen werden, wobei auf ein mögliches legales Wirken verzichtet wird.
Die weitere Klassifizierung hängt meist vom Standpunkt des Betrachters ab. Während antifaschistische Bewegungen während des zweiten Weltkrieges wie z. B. die Résistance in Frankreich, die italienische Resistenza oder die Rote Kapelle in Deutschland heute allgemein als Befreiungsbewegungen bzw. Widerstandsbewegungen gelten dürften, werden nationalistische und extremistische Untergrundbewegungen zumeist mit Terrorismus in Verbindung gebracht.
Die Untergrundorganisation unterscheidet sich von der Bewegung zumeist durch das Vorhandensein einer organisierten Führungsstruktur. Weitgehend ist der Übergang fließend, doch wird man religiöse Gruppen wie etwa die Christen im römischen Reich, die sich in der Zeit ihrer Verfolgung in den Katakomben in Rom trafen, kaum als Untergrundorganisation nennen, während die Organisationen des organisierten Verbrechens kaum als Untergrundbewegung betrachtet werden können. Doch gibt es auch hier fließende Übergänge. Die japanische Yakuza entstand aus der Kooperation besitzlos gewordener Bauern und Handwerker, die unterschiedlich organisiert und zum Teil politisch orientiert waren.
Untergrundbewegungen in Meyers Lexikon
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