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Dieser Artikel behandelt die italienische Stadt Urbino, für die Linienbus-Baureihe Urbino des polnischen Herstellers Solaris siehe Solaris Bus & Coach. |
| Urbino | |
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| Staat: | Italien |
| Region: | Marken |
| Provinz: | Pesaro und Urbino (PU) |
| Geographische Koordinaten: | 43° 44′ N, 12° 38′ O43.72512.637777777778551Koordinaten: 43° 43′ 30″ N, 12° 38′ 16″ O |
| Höhe: | 551 m s.l.m. |
| Fläche: | 228 km² |
| Einwohner: | 15.405 (2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 66 Einw./km² |
| Postleitzahl: | 61029 |
| Vorwahl: | 0722 |
| ISTAT-Nummer: | 041067 |
| Demonym: | urbinati |
| Schutzpatron: | San Crescentiano (1. Juni) |
| Website: | http://www.comune.urbino.ps.it/ |
Urbino ist eine 15.405 Einwohner (Stand am 30. Juni 2005) zählende Stadt in der Region Marken in Italien, südwestlich von Pesaro. Sie ist Sitz eines römisch-katholischen Erzbischofs. Urbino ist wegen seiner Architektur und seiner Kulturgeschichte Teil des Weltkulturerbes. In der Renaissance erlebte die Stadt eine Blütezeit in die unter anderem auch die Gründung der Universität fiel (1564). Der bedeutendste Herrscher Urbinos war Federico da Montefeltro.
Die Gemeinde liegt in der Provinz Pesaro und Urbino und erstreckt sich auf 228 Quadratkilometer.
Inhaltsverzeichnis |
Die kleine römische Stadt Urbinum Mataurense (deutsch: Die kleine Stadt am Fluss Mataurus) wurde im 6. Jahrhundert in der Zeit der Gotenkriege zu einer wichtigen strategischen Festung. Die Stadt wurde 538 durch die Goten unter Belisar erobert und fortan häufiger durch den byzantinischen Historiker Procopios erwähnt. Obwohl Pippin Urbino dem Papst verkaufte, bestanden stets Unabhängigkeitsbestrebungen der Stadt. Ende des 12. oder Anfang des 13. Jahrhunderts kam sie in den Besitz der adligen Familie Montefeltro. Diese übte Druck auf die Stadt aus, was 1228 zu einer Rebellion der Bewohner führte, die sich mit den Einwohnern von Rimini zusammenschlossen und die Herrschaft über die Stadt 1234 wiedererlangten.
Der berühmteste Sohn der Familie Montefeltro war Federico, Herrscher von Urbino von 1444 bis 1482. Er war einer der erfolgreichsten Condottieri seiner Zeit, ein vorsichtiger Diplomat und ein Förderer von Kunst und Literatur. An seinem Hof wirkten Piero della Francesca, Francesco di Giorgio Martini und Raffaels Vater Giovanni Santi. Federico stärkte seine Position durch seine Heirat mit Battista aus der mächtigen Sforza-Familie und die Verheiratung seiner Tochter mit Giovanni della Vore, dem Lieblingsneffen von Papst Sixtus IV., der im Gegenzug Federico den Herzogstitel verlieh.
Ihm folgte sein Sohn Guidobaldo da Montefeltro, der 1489 Elisabetta Gonzaga aus der herrschenden Familie in Mantua heiratete. Beide wurden 1497 von Cesare Borgia aus Urbino ausgewiesen und später enteignet, erhielten das Herzogtum aber nach der Entmachtung der Borgias zurück. Guidobaldo war der letzte Herzog der Montefeltro-Linie. Nach seinem Tod 1508 vererbte er seinen Titel an Francesco Maria I. della Rovere, einen Neffen von Julius II.. Für rund ein Jahrhundert wurde Urbino nun von der Dynastie della Rovere regiert.
→siehe auch: Liste der Grafen von Urbino.
Urbino wird nicht nur mit der Stadt, sondern auch mit dem Vikariat von Urbino gleichgesetzt.
Politisch war das Vikariat von Urbino ein Teil des Kirchenstaates. Sein Territorium umfasste ungefähr 2700 Quadratkilometer. Es erstreckte sich im Süden bis Gubbio und im Norden bis an die Grenze der Emilia-Romagna. Im Westen wurde es durch den Bergkamm der Trabaria und des Apennin (Tosco Marchigiani), im Osten durch den Fluss Foglia begrenzt. Das Land war überwiegend gebirgiger und hügeliger Natur und bot nur sehr wenige natürliche Rohstoffe. Die Land- und Pferdewirtschaft war gleichfalls gering entwickelt. Die unzugängliche physische Struktur behinderte zudem eine einheitliche Entwicklung des Landes. Die Stadt Urbino war in dieser Zeit entsprechend ihrer geringen wirtschaftlichen Bedeutung als wenig bedeutend einzustufen. Auch politisch war das Land durch verschiedene eigenständige adlige Landherren geteilt. Eine wirkliche Kontrolle über das Vikariat mussten sich die Herren von Urbino immer wieder erkämpfen. Obwohl Urbino nominell zum Kirchenstaat gehörte, war die Bürokratie des Papsttums in wirtschaftlichen und politischen Krisenmomenten faktisch abwesend. Schon allein deswegen musste das Machtvakuum von verschiedenen Adelsfamilien der Region ausgefüllt werden. Zwar hat der Papst immer wieder versucht, die Rivalitäten zwischen den einzelnen Familien für seinen verbliebenen Rest an Einfluss zu nutzen. Diese Politik führte aber zu einer verstärkten Unabhängigkeit der adriatischen Gebiete des Kirchenstaates.
Urban VIII. gliederte schließlich 1626 das bis dahin autonome Herzogtum Urbino direkt in die päpstlichen Besitztümer ein, nachdem der kinderlose Francesco Maria II. della Rovere abgedankt hatte. Die große Bibliothek wurde nach Rom verbracht und 1657 in die Bibliothek des Vatikan eingegliedert. Als Teil des Kirchenstaats ging Urbino schließlich 1870 im Königreich Italien auf.
Der erste bekannte Bischof von Urbino war Leontius, der als Bischof von Rimini durch Gregor I. 592 ernannt wurde. Die Kathedrale durfte nicht innerhalb der Mauern errichtet werden. Dies geschah erst 1021 unter Bischof Theodoricus. Der Bischof Oddone Colonna (1380) wurde später zu Papst Martin V.
→Hauptartikel: Liste der Erzbischöfe von Urbino
Die besondere Erde von Urbino, die noch immer für Keramiken und Ziegelfabrikation verwendet wird, ließ die Keramikmanufakturen (botteghe) und deren Glasuren als Majolika weltweit bekannt werden. Die ersten handelsüblichen Irdenwaren wurden ab dem 15. Jahrhundert von Urbino verschickt, nach 1520 förderten die Herzöge der Familie Della Rovere, Francesco Maria I. und sein Nachfolger, Guidobaldo II., die Manufakturen, deren Produkte in ganz Italien als istoriato bekannt wurden. Der Stil der feinen Arabesken und grottesche wurde weltweit bekannt. Am bekanntesten waren die Waren aus der Hand des Sohnes von Nicolo Pilliparios, Guido Fontana.
Zahlreiche berühmte Persönlichkeiten hat die Stadt hervorgebracht; unter ihnen sind
Weiterhin sind in Urbino geboren
Acqualagna | Apecchio | Auditore | Barchi | Belforte all'Isauro | Borgo Pace | Cagli | Cantiano | Carpegna | Cartoceto | Casteldelci | Colbordolo | Fano | Fermignano | Fossombrone | Fratte Rosa | Frontino | Frontone | Gabicce Mare | Gradara | Isola del Piano | Lunano | Macerata Feltria | Maiolo | Mercatello sul Metauro | Mercatino Conca | Mombaroccio | Mondavio | Mondolfo | Monte Cerignone | Monte Grimano | Monte Porzio | Montecalvo in Foglia | Monteciccardo | Montecopiolo | Montefelcino | Montelabbate | Montemaggiore al Metauro | Novafeltria | Orciano di Pesaro | Peglio | Pennabilli | Pergola | Pesaro | Petriano | Piagge | Piandimeleto | Pietrarubbia | Piobbico | Saltara | San Costanzo | San Giorgio di Pesaro | San Leo | San Lorenzo in Campo | Sant'Agata Feltria | Sant'Angelo in Lizzola | Sant'Angelo in Vado | Sant'Ippolito | Sassocorvaro | Sassofeltrio | Serra Sant'Abbondio | Serrungarina | Talamello | Tavoleto | Tavullia | Urbania | Urbino
Kulturlandschaften
Amalfiküste | Nationalpark Cilento und Vallo di Diano (mit Elea, Paestum und Kartause von Padula) | Liparische Inseln | Portovenere und Cinque Terre mit Palmaria, Tino und Tinetto | Spätbarocke Städte des Val di Noto (Catania, Caltagirone, Noto, Militello in Val di Catania, Modica, Palazzolo Acreide, Ragusa und Scicli) | Val d’Orcia
Historische Stadtzentren
Ferrara | Florenz | Genua (Le Strade Nuove und Palazzi dei Rolli) | Mantua und Sabbioneta | Neapel | Pienza | Rom (mit Stätten des Heiligen Stuhls und Sankt Paul vor den Mauern) | San Gimignano | Siena | Syrakus | Urbino | Venedig | Verona | Vicenza (und die Villen Palladios in der Region Venetien)
Archäologische Stätten
Archäologische Stätten von Agrigent | Su Nuraxi von Barumini | Etruskische Nekropolen von Cerveteri und Tarquinia | Nekropolis von Pantalica | Pompeji, Herculaneum und Villa Oplontis | Felsenzeichnungen im Valcamonica | Villa Romana del Casale
Einzelbauten oder Gebäudeensembles
Crespi d’Adda | Trulli von Alberobello | Basilika San Francesco von Assisi | Basilika von Aquileia | Palast von Caserta in Caserta | Castel del Monte | Santa Maria delle Grazie in Mailand | Sassi di Matera | Kathedrale, Torre Civica und Piazza Grande in Modena | Botanischer Garten von Padua | Schiefer Turm, Dom, Baptisterium und Camposanto in Pisa | Frühchristliche Baudenkmäler und Mosaike von Ravenna | Sacri Monti | Villa Adriana und Villa d’Este in Tivoli | Residenzen des Hauses Savoyen in Turin und Piemont | Villen Palladios im Veneto
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