Veedel (mit stimmlosem f zu Beginn) ist das kölsche Wort für Viertel bzw. Stadtviertel. Das bedeutet, dass damit nicht unbedingt ein Stadtteil gemeint ist, sondern eher ein kleinerer Teil der Stadt, in der Regel die unmittelbare Umgebung, in der jemand wohnt.
Während die Kölner Innenstadt als Stadtbezirk offiziell in die fünf Stadtteile Altstadt-Nord und -Süd, Neustadt-Nord und -Süd sowie Deutz aufgeteilt ist, sprechen die Kölner im täglichen Umgang von ihren Veedeln, die sich nach Lage ("Südstadt"), Kirchen und Plätzen ("Agnesviertel", "Griechenmarktviertel") oder Straßennamen ("Belgisches Viertel", nach den dort verbreiteten Straßennamen auf Basis belgischer Städtenamen) benennen können. Die exakte Grenzziehung zwischen Veedeln ist kaum auszumachen – sie existiert streng genommen nur bei der Parkraumbewirtschaftung, bei der Plaketten nach Vierteln benannt werden. Manches Veedel kann mehrere Namen tragen: Das Wohngebiet zwischen Innenstadtring und Universität heißt offiziell Rathenauviertel (nach dem Rathenauplatz in seiner Mitte), ist aber auch bekannt unter Zülpicher Viertel (nach dem Beginn der Zülpicher Straße ab dem Zülpicher Platz), als Univiertel, Bermudadreieck oder Kwartier Latäng (nach dem Pariser Quartier Latin) – wobei diese unterschiedlichen Namen schon wieder nicht als gleich oder beliebig auswechselbar, sondern nur weitgehend (räumlich) überlappend gesehen werden.
Eine Gliederung des Kölner Stadtgebiets in – sozial- und wahrnehmungsmäßig homogene – Viertel als Feingliederung der vorhandenen Einteilung in statistische Stadtteile wurde vom Statistischen Amt der Stadt Köln auf der Grundlage einer Arbeit von Klaus Zehner unternommen.
Um das Wort "Veedel" kommt kein Karnevalstourist in Köln herum, denn es wird in einer beliebten Hymne der Bläck Fööss besungen (einer der bekanntesten kölschen Bands). Das Veedel wird dort als ein Ort beschworen, an dem alle zusammenhalten – "wat och passeet". Weiter treten die Veedel im Karneval in den Kölner Schull- un Veedelszöch in Erscheinung.
Die Kölner Stadtviertel wurden in einer Reihe von Diplomarbeiten in den 1950er Jahren am Wirtschafts- und Sozialgeographischen Institut sowie mit wahrnehmungs- und verhaltensgeographischen Ansätzen in den 1980er und 1990er Jahren am Geographischen Institut der Universität zu Köln untersucht.
Why are we here?
All text is available under the terms of the GNU Free Documentation License
This page is cache of Wikipedia. History