Volksstaat Reuß


Der von 1919 bis 1920 existierende Volksstaat Reuß war ein Land des Deutschen Reichs im Osten des heutigen Thüringens.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurden die beiden Fürstentümer Reuß ältere Linie (Greiz) und Reuß jüngere Linie (Gera) von Fürst Heinrich XXVII. aus der jüngeren Linie in Personalunion regiert. Nach dem Sturz der Monarchie und der Ausrufung der Republik in der Novemberrevolution erklärte er am 11. November 1918 seinen Rücktritt. Die beiden reußischen Fürstentümer wurden Freistaaten und bildeten ab dem 21. Dezember 1918 eine Verwaltungsgemeinschaft. Am 2. Februar 1919 wurden in beiden Freistaaten Landtagswahlen abgehalten, die die USPD für sich entschied. Am 4. April 1919 beschloss der vereinigte reußische Landtag das Gesetz über die Vereinigung der beiden reußischen Freistaaten zu einem Volksstaat Reuß, sowie über die vorläufige Verfassung und Verwaltung. Nach der Vereinigung wurde eine Regierung mit den Staatsministern Karl von Brandenstein aus Gera und William Oberländer aus Greiz gebildet.

Flagge des Volksstaats wurde Schwarz-Rot-Gold. Das Wappen des Volksstaates Reuß zeigte in Tradition der Heraldik der Vögte von Weida einen goldenen Löwen mit roter Bewehrung und einer roten Krone auf einem schwarzen Schild.

Am 1. Mai 1920 schlossen sich der Volksstaat Reuß und sechs weitere thüringische Kleinstaaten zum Land Thüringen zusammen.

Wahl zum Landtag

  • Wahltermin: 2. Februar 1919

Reuß-Greiz

  • Sitze im Landtag: 15
  • Wahlbeteiligung: 74,7 %
Partei Ergebnis Sitze
USPD 44,51 % 7 Sitze
DDP 22,67 % 4 Sitze
DNVP 16,95 % 2 Sitze
SPD 15,97 % 2 Sitze

Reuß-Gera

  • Sitze im Landtag: 21
  • Wahlbeteiligung: 81,9 %
Partei Ergebnis Sitze
USPD, SPD 62,16 % 13 Sitze
DNVP, DVP 21,04 % 5 Sitze
DDP 16,80 % 3 Sitze

Statistik

  • Fläche: 1.143 km² (nicht zusammenhängend)
  • Einwohner: 211.324 (1919)
  • Verwaltungsgliederung: drei Landratsämter
  • Währung: 1 Mark = 100 Pfennig

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